Leaks, Remixes und die Unordnung der Diskurse
16 April, 2011 - 12:29 by felixIn: Springerin, Heft 2/11
Die beiden radikalsten Medienprojekte der letzten 10 Jahre, The Pirate Bay (TPB) und WikiLeaks, haben in kürzester Zeit haben sie entscheiden dazu beigetragen, bestehende „Kontrollprinzipien“ diskursiver Ordnungen ausser Kraft zusetzen. In der Folge entsteht der Raum für neue diskursive Formationen, deren Konturen erst unscharf zu erahnen sind.
TPB, 2003 ins Leben gerufen, trug wesentlich dazu bei, file-sharing zu einem Massenphänomen zu machen. Zwar nach wie vor der wichtigste BitTorrent Tracker (mit momentan über 27 Millionen aktiven NutzerInnen), aber es gibt unzählige anderer, geschlossener und offener Tracker, so dass file-sharing nicht mehr vom Schicksal dieses einen Projekts abhängt. Mehrere Wellen der Strafverfolgung, sowohl gegen Tracker als auch gegen individuelle Nutzerinnen, konnten weder die Infrastruktur noch die Popularität von file-sharing in relevanter Weise schwächen. WikiLeaks, das Ende 2006 an die Öffentlichkeit getreten war, etablierte ein neues Modell wie Insider grosse Datensätze – wie sie in allen Organisationen vorhanden sind – anonym an die Öffentlichkeit bringen können, um verborgene Missstände aufzuzeigen. Egal wie es mit WikiLeaks als spezifische Organisation weitergeht, es zeichnet sich jetzt schon ab, dass das Prinzip der Leaks ganzer Datenbanken weiter gehen wird. WikiLeaks selbst ist nach wie vor hoch aktiv und bereits positionieren sich selbsternannte Nachfolger.