authorship

Die neue Volkskultur im Internet

Was haben Hirschhorns Kunst und die singende Nyan-Cat auf Youtube gemeinsam? Beides sind Formen des Remixes. Mix und Remix sind künstlerische Praktiken, die uns vor allem aus der Musik vertraut sind. Sie tauchen aber in verschiedensten Kunstsparten auf und finden in der Volkskunst des Internets, den Memen, ihren besonderen, modernen Ausdruck.

Aus: Pro Helvetia, Passagen, Nr.62/1, 2014 PDF // English version "The New
Folk Art of the Internet" PDF
// version francaise "L’art populaire revisité" PDF

Neues Buch! Der Autor am Ende der Gutenberg Galaxis

Mein neues Buch ist erschienen. Es ist eine Sammlung von neun Aufsätzen, zu den Themen "Kultur der Netzwerkgesellschaft", "Autorschaft und Urheberrecht" und "Commons". Besonders freut mich die Zusammenarbeit mit dem Verlag Buch & Netz, der neue Wege geht, um Buch- und online Publikation zusammen zu bringen. Ganz ohne DRM oder andere technische Schranken, sondern Creative Commons lizenziert.

Zum Buch, zum Inhaltsverzeichnis, zur Einleitung

Urheberrecht - Wenn das Recht kunstfeindlich wird

Kurzer Beitrag zu Problemen des Urheberrecht im Kunstsystem (Kunstbulletin, 1/2.2014)

Das Gros der Kunstschaffenden konnte es sich lange leisten, sich nur am Rande mit dem Urheberrecht zu beschäftigen. Dennoch, das Thema ist auch im Kunstbereich virulent, wenn auch vielleicht subtiler als anderswo. Drei Probleme stechen hervor: (Selbst-)Zensur, die Behinderung etablierter Kulturinstitutionen und Kunstschaffende als Propaganda­figuren.

Der ganze Beitrag online auf Kunstbulletin.ch oder hier als PDF.

Who is afraid of the remix? Art practice after copyright (lecture)

Lecture (86 min, including discussion) @ hexagram, concordia university, montreal, 5.11.2013

Thanks to Thomas Kneubühler for the excellent organization! What a pleasure!

The Curious Retreat of Art (open!)

While the current historical situation demands urgently a redefinition of authorship, the art world offers very little in terms of critique or alternative practice.

Much of the 20th century’s avant-garde art can be read as a revolt against the bourgeois conception of the artist as an exceptional individual who creates art through a mysterious process of introspection into his – mainly his – particularly sensitive soul. The introduction of mass-produced materials into artworks, of randomness, the exploration of the subconscious and, after WWII, the turn towards machinic and algorithmic processes, all served to decentre the process of making art away from the artist’s inner world and his or her complete control. In the 1960s, literary theory caught up and famously declared the death of the authoritative, omniscient author. The matter seemed to have been laid to rest by Foucault’s famous “murmur of indifference:” ‘What matter who’s speaking?’”

All of this has been debated to death and the issues have mostly been settled, but, now that the battles over the conception of authorship and associated constructions of rights and modes of ownership have moved from the field of cultural theory to the centre of society, the art world – in which “contemporary art” plays a minor supporting role – has fallen curiously silent. Not only that, the deeply neoliberal makeover of the last two decades have actually moved it into the opposite direction. Authorship and individuality are being asserted more strongly than ever. This is not due solely to the power of market forces with their predictable need for stars and commodities.

Autorschaft ohne Urheberschaft

Meine Präsentation an der Tagung "Kultur als Software" (10/11.05.) zu Dirk v. Gehlens neuem Buch "Eine Neue Version ist Verfügfar. Zentrale Idee ist, dass wir neue Formen der Autorschaft von der Idee der Urheberschaft (der Idee am Anfang zu stehen) lösen müssen, aber auch lösen können, ohne irgendwie im Kollektiv oder Schwarm zu verschwimmen. Mit anderen Worten, Autorschaft rückt vom Anfang ins die Mitte des kreativen Prozesses.

The Author at the End of the Gutenberg Galaxy

I just finished my talk at Former West, a contemporary art research, education, publishing, and exhibition project (2008–2014). Below are my slides. The talk was also recorded. Perhaps it will be made available later. Nothing I can influence.

Afterwards, there was a great discussion with Katja Mayer and Theo Röhle on "Rankings and Cartels. Self-Optimization in Quantified Knowledge Environments".

EIN ANDERES ODER KEINES: Das Urheberrecht im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen

Dies ist mein Beitrag zum Schwerpunkt "Urheberrecht" der Zeitschrift Gazzetta (12/2012), die von ProLitteris (Schweizerische Urheberrechtsgesellschaft für Literatur und bildende Kunst) herausgegeben wird. Dass diese sich nun für einen Dialog zu öffnen beginnt, stimmt mich hoffnungsvoll. Der von Matthias Matussek in der gleichen Ausgabe bemühte Vergleich der "Netzaktivisten" (wer genau ist das eigentlich?) mit der Hitlerjugend zeigt aber, wie tief sich einige eingebunkert haben. Und dass die Zeitschrift so analog ist, dass auf der eigenen Website nicht einmal ein Hinweis auf die Ausgabe zu finden, lässt erahnen, wie lange der Weg noch sein wird.

Der untenstehende Text ist meine Rohversion, die noch Tippfehler enthalten kann. Die redigierte und gelayoutete Fassung als eingescanntes PDF. (3.5mb)

Wir versuchen mit einem rechtlichen Instrumentarium, das die Kultur des 19. Jahrhunderts spiegelt, kulturelle Praktiken des 21. Jahrhunderts zu regeln. Das kann nicht gut gehen. Das Urheberrecht muss tiefgreifend umgestaltet werden, sonst droht es sich so weit von der Lebenswirklichkeit und den Erfahrungen der Menschen zu entfernen, dass es als ein Mittel des Zwangs der Verwerterinnen und Verwerter und nicht als ein Mittel des Schutzes der Autorinnen und Autoren erlebt wird.

Das Recht steht immer in einem komplexen Wechselverhältnis zur sozialen Wirklichkeit. Es bringt sie hervor und es nimmt sie auf. Es schafft Wirklichkeit in dem Sinne, dass es verbindliche, durchsetzungsstarke Regeln definiert, deren Wirkungsmacht auf dem staatlichen Gewaltmonopol beruhen. Das Recht ist aber selbst ein Produkt sozialer Prozesse in dem Sinne, als dass es durch die Normen, Kulturen und Machtverhältnisse des spezifischen historischen Moments seiner Formulierung geprägt wird. Die Distanz zwischen der Welt, die das Recht verkörpert und den aktuell bestehenden Normen, Kulturen und Machtverhältnissen, die es regelt, beeinflusst die soziale Legitimität eines Gesetzes. Im Normalfall eines freiheitlichen Rechtsstaats sorgt die periodische Revision des Rechtes dafür, dass diese Distanz nicht zu gross wird und die Legitimität eines Gesetzes nicht durch den steten gesellschaftlichen Wandel ausgehöhlt wird. Revisionen sind dabei immer konfliktreiche Prozesse in dem etablierte und aufsteigende Akteure darum ringen, ihre eigene Position im Gesetz zu verankern, um sich damit gegen andere besser durchsetzen zu können.

Cultures and Ethics of Sharing / Kulturen und Ethiken des Teilens

We are very happy and proud to announce the publication of our new book: Cultures and Ethics of Sharing / Kulturen und Ethiken des Teilens, edited jointly by Wolfgang Sützl, Felix Stalder, Ronald Maier, Theo Hug. It is a bilingual (English/German) collection of papers on empirical and theoretical aspects of sharing, both on-line and off-line. Some papers develop quite optimistic perspectives, but others show also how activities of sharing can be captured by very problematic interests. They all manage to highlight the richness of sharing in social setting and the wide-ranging questions a focus sharing brings to the fore.

Thanks a lot to all contributors to this unusual, because truly multi-disciplinary effort. We would also like to thank Innsbruck University Press for making available the book in full as free download (2mb).

From the Introduction

This is a volume of essays about sharing. Few people could have predicted that practices of sharing would gain such prominence in contemporary society. It is, arguably, one of the most unexpected developments of the early 21st century. Surprising, but not inexplicable. Over the last decade, numerous developments have taken place that created conditions under which new practices could flourish and the roles of sociability and sharing are being re-examined. For example, the very idea of man and woman as homo economicus, that is creatures that will naturally gravitate towards the pursuit of narrow self-interest and, thus, the need of society to organize itself as to make productive use of this supposed essential characteristic, has been called into question with renewed vigor.

Who's afraid of the (re)mix? Autorschaft ohne Urheberschaft (archithese)

Die Vorstellung, dass Kulturen, sowohl als ganzes wie auch ihre einzelnen Manifestationen, aus Mischungen, Wandlungen, Verschiebungen, Bearbeitungen und Neuformierungen unterschiedlichster Elemente bestehen, bereitet uns Unbehagen. Das Aufkommen einer „Remix Kultur“, in der das Neue nie einfach nur neu ist, sondern immer unter explizitem Einbezug unterschiedlichster Elemente des Alten artikuliert wird, wird von vielen als Niedergang der (abendländischen) Kultur empfunden. Besonders sichtbar wird dies in der Auseinandersetzungen um das Urheberrecht, die deutlich an Schärfe zugenommen haben. In der ZEIT vom 10. Mai, 2012 sahen Autoren eine der „zentralen Errungenschaften der bürgerlichen Freiheit“ bedroht, kurz darauf bezeichnen Musikschaffende die Schweiz als „Urheberrechts-Guantánamo in Europa“, weil die relativ liberale Gesetzgebung sie ihrer fundamentalen Rechte beraube.

Was steckt hinter diesen schrillen Tönen? Nicht zuletzt eine zunehmend problematische Konzeption von Autorschaft als Urheberschaft. Diese soll im folgenden beleuchtet und mit einer zeitgemässeren Konzeption von Autorschaft kontrastiert werden.

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