economy

Anti-communication and fictious commodities

15 years ago, Mark Zuckerberg launched Facebook, then still called thefacebook, as a network for students at Harvard University. Today, almost 2.7 billion people use its services. And for 15 years he has been stressing like a prayer wheel that "connecting" and "sharing" make the world a better place and that Facebook stands for the epochal transition from oppressive hierarchical bureaucracies to liberating horizontal networks.

Today, he's pretty much on his own with that statement. On the one hand, Facebook Inc. has grown into an overpowering, opaque company that has incorporated 72 companies to date, including Instagram (2012), WhatsApp (2014), and virtual reality developer Oculus VR (2014). Moreover, the ownership structure is such that Zuckerberg can exercise almost unlimited power. On the other hand, Facebook is accused of facilitating the dissemination of false or manipulative information and thus contributing to the division of societies and the intensification of conflicts, for example in Great Britain, Sri Lanka, the USA, and Myanmar.

How could a harmless idea - people should be able to communicate easily and quickly with their friends and acquaintances - unfold such a destructive force? The answer is less to be found in the idea of horizontal communication itself or in digital media in general, but in the specific way Facebook implements this idea.

Wissensgesellschaft, in: Smarte Worte. Das kritische Lexikon der Digitalisierung

Ich habe den Eintrag zur "Wissensgesellschaft" für Smarte Worte. Das kritische Lexikon der Digitalisierung verfasst. [ PDF]

Aus dem Vorwort der HerausgeberInnen:

Immer weitere Bereiche unseres Alltags und unseres öffentlichen Lebens werden von intransparenten und nicht mehr nachvollziehbaren technischen Systemen beeinflusst oder gar gesteuert. Der US-amerikanische Juraprofessor Frank Pasquale spricht in diesem Zusammenhang von einer Black-Box-Gesellschaft. Angesichts der zu befürchtenden und schon jetzt zu beobachtenden Entdemokratisierungstendenzen ist es unserer Ansicht nach dringend an der Zeit für ein kritisches Auspacken dieser algorithmischen Systeme und der dahinterstehenden Geschäftsmodelle des Überwachungskapitalismus.

Wissensgessellschaft

Wissensgesellschaft ist ein ambitionierter, aber höchst unscharfer Großbegriff, der besonders im deutschen Sprachraum oft anstelle des etwas zurückhaltenderen Begriffs Informationsgesellschaft verwendet wird. Der Begriff stammt aus den US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaften, die damit die Auswirkungen der wachsenden Komplexität von Verwaltung und Wirtschaft der Nachkriegsjahre zu fassen versuchten. 1957 sprach der Managementtheoretiker Peter Drucker erstmals vom Wissensarbeiter (»knowledge worker«), um damit eine wachsende Klasse von Angestellten in privaten wie öffentlichen Verwaltungs-, Entwicklungs- und Forschungsabteilungen zu bezeichnen, deren Aufgabe es war, komplexe, wissenschaftlich gestützte Tätigkeiten auszuüben. 1962 veröffentlichte der Makroökonom Fritz Machlup die empirische Studie »The Production and Distribution of Knowledge in the United States« in der er resümierte, dass bereits mehr als 40 Prozent aller Beschäftigten in der »Wissensökonomie« (»knowledge economy«) tätig seien. Die empirische Orientierung auf die US-Wirtschaft hatte zur Folge, dass stillschweigend vorausgesetzt wurde, dass die Wissensgesellschaft eine kapitalistische sei und Wissen als Eigentum zu behandeln sei. Daran hat sich bis heute wenig geändert.

Gespräch über Apple, FBI und ein Leben jenseits des 24-Std. Überwachungskapitalismus

Interview vom 30.3.2016 im SWR2 Kulturgespräch. Die schriftliche Fassung ist gekürzt. Das vollständige Interview ist im Audiobeitrag zu hören.

Sind Digitale Kultur und Privatsphäre unvereinbar?

Ich würde sagen, das ist eine Behauptung, die vor allem von denen artikuliert wird, die Interesse daran haben, mit unseren privaten Daten Geschäfte zu machen. Wir leben leider in einer Welt, in der sehr viele dieses Interesse haben. Aber wir sehen ja jetzt, gerade in dieser Auseinandersetzung zwischen Apple und dem FBI, dass es hier tatsächlich um sehr vieles geht – es ist auch politisch wichtig, dass es in Zukunft nicht so bleibt, wie es jetzt ist.

Nutzt Apple dem User oder nutzt Apple den User aus?

Wir tauschen uns mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen in einem "horizontalen Verhältnis" aus: Ich rede mit Ihnen, Sie reden mit mir. Gleichzeitig machen wir das in einer Infrastruktur, die daraus Daten generiert, die dann Dritte benutzen können, zum Beispiel der Provider der Infrastruktur oder Gewerbetreibende oder die Strafverfolgungsbehörde.

Und Apple ist da, ähnlich wie Facebook, ein gutes Beispiel. Apple gibt uns die Möglichkeit, zu kommunizieren, Fotos zu teilen, digitale Produkte herzustellen. Aber Apple zwingt uns auch in eine Infrastruktur, in der der Konzern immer alles sieht. Apple ist also ein gutes Beispiel dafür, dass wir einerseits in einer sozialen Gemeinschaft agieren, aber gleichzeitig – und vielleicht auch vor allem! – in sozialen Fabriken für andere arbeiten.
Was bedeutet es, dass Apple Hardware und Software aus einer Hand anbietet?

19-21.02. Custodians.online – The Struggle over the Future of »Pirate« Libraries (Stuttgart)

19. February 2016 19:00

In the framework of the Authorship project, Akademie Schloss Solitude together with former and current fellows initiates a debate on the status of the author in the 21st century as well as closely related questions on the copyright system. The event »Custodians.online – The Struggle over the Future of ›Pirate‹ Libraries and Universal Access to Knowledge« is part of the debate by which the Akademie offers its fellows to articulate diverse and already long existing positions regarding this topic.

The potential to achieve universal access to knowledge and culture has expanded immensely through digital networks, making it possible for much of the world’s population to retrieve the most recent scientific output. However, the copyright regulation has largely continued to operate on the grounds of exclusion, thus allowing industries to harness digital technologies to bar access and to extract vast profits. Nowhere is that more evident than in academic publishing, a 10 billion dollar global industry, with the result that whoever has no access to wealthy academic institutional libraries has no other option but to seek access in disregard of the law.

19.11. "Tracing Information Society -- A Technopolitics Timeline" Panel (Wien)

19 11 2015 19.00H - 21.00H

Kunstraum Niederösterreich, Wien


Technopolitics, Tracing Information Society – A Technopolitics Timeline, 2015, Ausstellungsansicht, Foto: © eSeL.at

Zum Verständnis der Veränderungen, die im Mittelpunkt der Ausstellung SOCIAL GLITCH. Radikale Ästhetik und die Konsequenzen extremer Ereignisse stehen, kann die Untersuchung der Entwicklung der Informationsgesellschaft wichtige Beiträge leisten. Die Forschungsgruppe technopolitics diskutiert mit geladenen Expert_nnen über die Komplexität und Struktur des gegenwärtigen Zeitenwandels anhand ihres transdisziplinären "Timeline"-Projekts, das die vielfältigen Wechselwirkungen auf politischer und kultureller Ebene sichtbar macht.

technopolitics beschäftigt sich mit Paradigmenwechseln in Kunst, Technologie und Gesellschaft.

Tracing Information Society ist ein Projekt von Fatih Aydogdu, Sylvia Eckermann, Armin Medosch, Gerald Nestler, Felix Stalder, Axel Stockburger und Ina Zwerger.

www.thenextlayer.org/technopolitics

20.09. Postmonetäre Ökonomie: Welt ohne Geld (Wien)


Im Rahmen der Reihe Die ProjektmacherInnen: Szenen des Entwerfens werden am Sonntag, 20.09. ab 20.30 Uhr die Brüder Ralph und Stefan Heidenreich vor Publikum im MuseumsQuartier ihr Projekt Postmonetäre Ökonomie: Welt ohne Geld diskutieren.

Außerdem werden die Experten Gerald Nestler, Ramón Reichert und Felix Stalder aus Wien am Abend zu Wort kommen. Ist eine Welt ohne Geld überhaupt denkbar? Im Interview sprechen die Brüder Heidenreich über geldlose Formen des Austausches und die Chancen, die das digitale Zeitalter für eine gerechtere Ökonomie bietet.

Interview mit R&S Heidenreich: Algorithmen für eine gerechtere Ökonomie

ProjekmacherInnen

Politics of Data – Between Post-Democracy and Commons

The presentation at the conference Data Traces was in German, hence also the slides. Below is unedited live written english translation created by Felix Gerloff. It's a impressive on-the-spot summary, but don't parse words.

Felix Stalder: "Politics of Data – Between Post-Democracy and Commons"

– culture as "trade floor" of meaning / interpretation
– topic: how the structure of theses processes of debating meaning in culture changed
– significant change today: big data sets instead of small data
– the quantitative change quickly becomes a qualitative change, because it needs different approaches to deal with big data

Everything is Connected, Panel Discussion

Panel Discussion, Elevate Festival, 2014
In this panel conversation the various topical threads of Elevate's discourse programme will be brought together. Starting with an analysis of the current situation, tangible paths into a solidary future will be discussed. Representatives of different perspectives will talk about the required socio-ecological change, the possible makeup of future societies, and the necessary steps to create them.

Amy Goodman is concerned with the role of the media in social transformation, Nafeez Ahmed has a comprehensive understanding of the various crises, Felix Stalder focuses on the implications and ambivalence of new technologies, Friederike Habermann speaks from the perspective of social movements and Silke Helfrich will represent the idea of the commons as an alternative model for the organization of society. The panel will address questions such as: Where can we start? What are the challenges and how can we meet them? Which forward-looking projects and movements can we become a part of?

Moderation: Josef Obermoser (Crossroads, FORUM STADTPARK)

Reality is the Next Big Thing, Panel Discussion

Update 27.01.2015. David Charles has published, great extensive summaries Who Will Cook Capitalism?; Can Capitalism and Democracy Co-Exist?; Power and “Social Gravity”; Data Distasters

It is generally known that, while we engage with social media platforms, all data is stored and meticulously analyzed to eventually bring corporations, intelligence agencies and governments enormous profits and to increase their power. In the future, Internet giants like Google will earn money simply from knowing every detail about their users and their daily-lives. The venue of this business model is no longer the virtual world, but the real world. Fiber optic lines, drones, Google Glass, intelligent clothing, robots and automated vehicles serve only one clear goal: to gain direct access to our lives.

«Daten gegen Geld ist Unsinn» Interview zu Lanier, Google und Macht

Google verdient mit unseren E-Mails und Suchanfragen Milliarden. Können wir bald mitkassieren? Felix Stalder, Professor für digitale Kultur, hält das für eine dumme Idee. Interview: Peter Johannes Meier Quelle: Beobachter.ch (13/2014)

Beobachter: Google wertet permanent aus, was uns im Internet interessiert. Mit unseren Profilen verdient das Unternehmen Milliarden, vor allem durch Werbung, die auf jeden Nutzer zugeschnitten wird. Wir sollten künftig Geld für unsere wertvollen Daten verlangen, fordert der Internetphilosoph und Microsoft-Berater Jaron Lanier. Das klingt verlockend…

Felix Stalder: ...ist aber Unsinn. Soziale Kommunikation und die damit verbundenen Daten haben nicht einfach einen ökonomischen Wert. Privatheit ist eine kulturelle Errungenschaft, ein Bürgerrecht, das man nicht einfach so verscherbeln kann. Sonst könnten wir ja auch unser Stimmrecht dem Meistbietenden verkaufen.

Heute treten die meisten Nutzer ihre Daten praktisch gratis an Firmen wie Google oder Facebook ab. Wäre es nicht zumindest ein bisschen gerechter, wenn sie dafür etwas Geld erhielten?

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