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Mireille Hildebrandt: On the Algorithmic Condition

Fantastic, wide-ranging and free flowing lecture on the Algorithmic Condition by Mireille Hildebrandt. She covers issues such as

  • Agency, Game Theory & Nudging
  • Categorization & Golden Cages
  • Outsourcing Cognition & Freedo
  • Uncertainty & the Burden of Proof
  • Cybernetics, Ambiguity & Objectivity
  • Assumptions, Biases & Watchdogs

This lecture / interview was conducted as part of the Painted by Numbers project of the Word-Information Institute. The lecture is 55 minutes long, and worth every minute. It complements nicely Stefano Harney's lecture / interview on Algorithmic Institutions conducted for the same project.

Grundformen der Digitalität

Der Jahrtausendwechsel erschien vielen Zeitgenossen, auch mir, als großes Nicht-Ereignis. Nicht nur das angekündigte Chaos der Computersysteme wegen des berüchtigten Millenium Bugs blieb weitgehend aus. Auch sonst war der 1.1. 2000 kaum vom 31.12. 1999 zu unterscheiden. Rückblickend kann man jedoch feststellen, dass um das Jahr 2000 tatsächlich ein epochaler Wechsel stattgefunden hat. Nicht von einem Tag auf den anderen, aber in relativ kurzer Zeit in einer Serie von Kippmomenten. Bereits lange andauerende Bewegunbgen haben eine kritische Masse überschritten und sind zur einer neuen kulturelle Umgebung verschmolzen. Am deutlichsten lässt sich dieses Kippen an der rasanten Ausbreitung des Internets nachverfolgen. Das Internet wurde in seinen Grundzügen in den 1970er Jahren entwickelt. Jedoch noch drei Jahre vor der Jahrtausendwende war es, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, ein fast marginales Phänomen. Nur etwa sechs Prozent aller Deutschen nutzen das Internet zumindest gelegentlich. Drei Jahre danach waren es bereits mehr als 53 Prozent. Seitdem ist der Anteil weiter gewachsen. Für die unter 40-Jährigen lag er 2014 bei über 97 Prozent. Parallel dazu stiegen die Datenübertragungsraten deutlich, mit Breitbandanschlüssen fiel das Einwählen per Modem weg, das Internet war nun »hier« und nicht mehr »dort«. Mit der Ausbreitung mobiler Endgeräte ab 2007, dem Jahr der Einführung des ersten iPhone, wurde digitale Kommunikation flächendeckend und kontinuierlich verfügbar. Das Internet ist seither überall.

Technopolitics: New Paradigms. Transmediale Panel (3.02.2017)

With its Timeline project, premiered in Berlin as part of transmediale festival, the Vienna based Technopolitics Working Group set forth the task of analyzing and visualizing the current paradigm and emergence of Information Society. The panel New Paradigms discusses the changing role and place of humanity in a world shaped by rapid progress in areas such as AI, machine learning, robotics, algorithmic trading, and Biocomputing. By examining the past, the group looks for ways to overcome the structural crisis of Information Society today, questioning: Which historical tendencies might gain added significance in the immediate future? How can we avoid conceiving of paradigm change as just another economic expansion? In which ways can artistic practice meaningfully intervene and point towards a new political ecology?

Watch the discussion or listen to the audio only of the panel discussion.

Speakers: Gabriele Gramelsberger, Gerald Nestler, Felix Stalder, Jutta Weber

Algorithms we want

This is my talk at the Unboxing: Algorithms, Data and Democracy. It starts in German but the talk itself is in Englisch.

If you prefer to read, here is the manuscript of the talk.

Algorithms we need

Initially, I wrote this talk in German, but decided in the last minute to give it in English. However, I hate to translate my own texts. So the English you hear now is 85% machine translation and 15% corrections by me. Perhaps you can tell which is which. The accent is 100% me. Or should I say, Canadian English filtered through Swiss German? It's hard to draw boundaries, these days.

Anyway, let me start with three assumptions. First, we need algorithms as part of an infrastructure that allows social complexity and dynamics to meet our real challenges. Second, many of the algorithms are made poorly. I think, in particular, of those that shape day-to-day social practices, algorithms that do what sociologists call "social sorting" (David Lyon) or "automatic discrimination" (Oscar H. Gandy). However, this will be the third point, these issues of poor design are only part of the problem because there is no autonomous technology, even if it is called "intelligent" or "self-learning".

We need algorithms
When I talk about algorithms, I do not mean isolated computer code, but socio-technical systems and institutional processes that automate parts of decision-making.

Information Ecology (1997)

This is a very old text. In fact, one of the first I've ever written, from 1997. I re-post it here because it has now been included in the new MIT Publication "Information" (edited by Sarah Cook), which is "one of a series documenting major themes and ideas in contemporary art." Unfortunately, there was a mistake in editing and now it appears erroneously as "information economy". Similar, but not quite the same :)

It's still a good text, even if the McLuhanite language feels a heavy. But as a historic document I'm happy to see it re-published, particularly now that "ecological approaches" to media are once again becoming popular.

Information Ecology

A position paper (version 1.0) McLuhan Program in Culture and Technology, FIS, UofT, 1997

"New media are not bridges between man and nature: they are nature." Marshall McLuhan, 1969

Media build an integrated environment based on flows of information. Increasingly, this environment provides the primary setting for human agency. Information ecology aims at understanding the properties of this environment in order to use its potential, avoid its dangers and influence its development positively.

Vom Hashtag zur Bürgerbewegung (D.-Radio Kultur)

Vom Hashtag zur Bürgerbewegung (28.09.2016). Der Beitrag von Heiko Behr geht der Frage nach, wie neue und konventionelle Protestformen zusammenhängen, am Beispiel von #BlackLivesMatter. Ich liefere dabei Hintergrund zu strukturellen Transformationen.

Interview: Kann Facebook die Wahlen beeinflussen? Kurzantwort: JA!

Einige Mitarbeiter des Konzern haben sich jetzt gefragt, ob sich Facebook nicht gegen den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump engagieren sollte. Das würde eigentlich passen, Mark Zuckerberg ist kein großer Freund von Trump. Trotzdem sagt Facebook klar: Nein!

Aber juristisch gesehen dürfte Facebook das, erklärt Vera Linß in ihrem Beitrag. Und: Falls Facebook Meinungen manipuliert, würden wir es wohl kaum mitbekommen, erklärt der Netzwerktheoretiker Felix Stalder.

Das Problem: Facebook sei nicht nur eine Plattform, sondern mittlerweile zentrale Infrastruktur unserer Gesellschaft. Und deswegen brauchen wir einen saktionsfähigen Vertrag zwischen Gesellschaft und Facebook-Betreibern, fordert Stalder im Breitband-Interview.

Quelle: Deutschland Radio Kultur, Breitband Sendung vom 23.04.2016

Gespräch über Apple, FBI und ein Leben jenseits des 24-Std. Überwachungskapitalismus

Interview vom 30.3.2016 im SWR2 Kulturgespräch. Die schriftliche Fassung ist gekürzt. Das vollständige Interview ist im Audiobeitrag zu hören.

Sind Digitale Kultur und Privatsphäre unvereinbar?

Ich würde sagen, das ist eine Behauptung, die vor allem von denen artikuliert wird, die Interesse daran haben, mit unseren privaten Daten Geschäfte zu machen. Wir leben leider in einer Welt, in der sehr viele dieses Interesse haben. Aber wir sehen ja jetzt, gerade in dieser Auseinandersetzung zwischen Apple und dem FBI, dass es hier tatsächlich um sehr vieles geht – es ist auch politisch wichtig, dass es in Zukunft nicht so bleibt, wie es jetzt ist.

Nutzt Apple dem User oder nutzt Apple den User aus?

Wir tauschen uns mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen in einem "horizontalen Verhältnis" aus: Ich rede mit Ihnen, Sie reden mit mir. Gleichzeitig machen wir das in einer Infrastruktur, die daraus Daten generiert, die dann Dritte benutzen können, zum Beispiel der Provider der Infrastruktur oder Gewerbetreibende oder die Strafverfolgungsbehörde.

Und Apple ist da, ähnlich wie Facebook, ein gutes Beispiel. Apple gibt uns die Möglichkeit, zu kommunizieren, Fotos zu teilen, digitale Produkte herzustellen. Aber Apple zwingt uns auch in eine Infrastruktur, in der der Konzern immer alles sieht. Apple ist also ein gutes Beispiel dafür, dass wir einerseits in einer sozialen Gemeinschaft agieren, aber gleichzeitig – und vielleicht auch vor allem! – in sozialen Fabriken für andere arbeiten.
Was bedeutet es, dass Apple Hardware und Software aus einer Hand anbietet?

Echtzeit: Die Temporalität der Post- Demokratie

«Echtzeit». So bezeichnet man die verzögerungsfreie Übertragung von Informationen über grössere Distanzen und die damit einhergehende Möglichkeit, entfernte Akteure miteinander in Verbindung zu bringen, als wären sie am selben physischen Ort. Streng genommen ist das eine unerreichbare Utopie. Sowohl die Codierung auf der einen als auch die Dekodierung auf der anderen Seite – die Übertragung dazwischen sowieso – führen immer zu Verzögerungen. Schneller als Lichtgeschwindigkeit kann es nicht gehen. Für einige Akteure, etwa im Hochgeschwindigkeitshandel an den Börsen, ist diese technische Einschränkung äusserst relevant. Grosse Summen werden investiert, um Verzögerungen weiter zu senken. So wurde im Herbst 2015 ein neues 4600 Kilometer langes, 300 Millionen Dollar teures Unterseekabel zwischen London und New York (Hibernia Express) angeschlossen, dessen einziger Zweck es ist, dank einer etwas direkteren Route den Datenverkehr zwischen London und New York um knapp fünf Millisekunden zu beschleunigen.

19-21.02. Custodians.online – The Struggle over the Future of »Pirate« Libraries (Stuttgart)

19. February 2016 19:00

In the framework of the Authorship project, Akademie Schloss Solitude together with former and current fellows initiates a debate on the status of the author in the 21st century as well as closely related questions on the copyright system. The event »Custodians.online – The Struggle over the Future of ›Pirate‹ Libraries and Universal Access to Knowledge« is part of the debate by which the Akademie offers its fellows to articulate diverse and already long existing positions regarding this topic.

The potential to achieve universal access to knowledge and culture has expanded immensely through digital networks, making it possible for much of the world’s population to retrieve the most recent scientific output. However, the copyright regulation has largely continued to operate on the grounds of exclusion, thus allowing industries to harness digital technologies to bar access and to extract vast profits. Nowhere is that more evident than in academic publishing, a 10 billion dollar global industry, with the result that whoever has no access to wealthy academic institutional libraries has no other option but to seek access in disregard of the law.

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