Neues Buch! Der Autor am Ende der Gutenberg Galaxis

Mein neues Buch ist erschienen. Es ist eine Sammlung von neun Aufsätzen, zu den Themen "Kultur der Netzwerkgesellschadt", "Autorschaft und Urheberrecht" und "Commons". Besonders freut mich die Zusammenarbeit mit dem Verlag Buch & Netz, der neue Wege geht, um Buch- und online Publikation zusammen zu bringen. Ganz ohne DRM oder andere technische Schranken, sondern Creative Commons lizenziert.

Zum Buch, zum Inhaltsverzeichnis

Aus dem Vorwort

Die Emotionalität und Breite der Debatte [zum Urheberrecht] sind weder wirtschaftlich noch rechtsdogmatisch begründet, sondern primär ideologisch. Es geht um Grundsätzliches. Das Urheberrecht reguliert nicht nur einige Branchen, sondern es repräsentiert eine ganze kulturelle Epoche, die Gutenberg Galaxis. Hier geht es „nur“ nicht um Produktion und den Verkauf von gewissen Gütern, sondern um eine umfassende, historisch gewachsene kulturelle Landschaft, eine spezifische Subjektivität (die Idee der Innerlichkeit, exemplarisch überhöht in der Figur des „Künstlergenies“), kulturelle Identitäten (z.B. das stumme Publikum im Museum) und ein ausdifferenziertes Set an Institutionen, deren Zweck nur in diesem Kontext sinnhaft wird.

My new book, Digital Solidarity, is out now.

I'm very proud that my new book, well new booklet, is out! The blurb on the back still feels like a pretty good summary of what I attempted to describe.

Felix Stalder's extended essay, Digital Solidarity, responds to the wave of new forms of networked organisation emerging from and colliding with the global economic crisis of 2008. Across the globe, voluntary association, participatory decision-making and the sharing of resources, all widely adopted online, are being translated into new forms of social space. This movement operates in the breach between accelerating technical innovation, on the one hand, and the crises of institutions which organise, or increasingly restrain society on the other. Through an inventory of social forms – commons, assemblies, swarms and weak networks – the essay outlines how far we have already left McLuhan’s ‘Gutenberg Galaxy’ behind. In his cautiously optimistic account, Stalder reminds us that the struggles over where we will arrive are only just beginning.

Krieg der Daten gegen die Kommunikation, Le Monde Diplomatique, de (2.2014)

"Krieg der Daten gegen die Kommunikation" war der Titel, den ich der LMD vorgeschlagen hatte. Wurde wohl aus Platzgründen gekürzt...
Le Monde diplomatique, 2.2014
In der zweiten digitalen Phase
Daten versus Kommunikation

Seit Edward Snowdens Enthüllungen der umfassenden Überwachung (fast) aller Kommunikation lässt es sich nicht mehr leugnen: Die Internetrevolution befindet sich in ihrer gegenrevolutionären Phase. In den 1990er Jahren war sie angetreten, um durch Dezentralisierung, Kooperation und Transparenz neue Möglichkeiten individueller und kollektiver Autonomie zu schaffen. Heute nehmen Bestrebungen Überhand, die eben gewonnene Freiheit durch neu ausgerichtete Kontrollmechanismen wieder einzufangen und zu neutralisieren. Standen in der ersten Phase die Möglichkeiten der Kommunikation im Fokus, sind es in der zweiten Phase das Sammeln und Auswerten von Daten.

Beitrag zur Diskussion: Das Internet nach Snowden (ak - analyse & kritik)

AK ak - analyse & kritik / Nr. 591 / 18.2.2014
Kontrolle über die Kommunikation erlangen!

Nach Edward Snowdens Enthüllungen scheint klar: Normale Alltagskommunikation wird fast vollständig von den Geheimdiensten aufgezeichnet. Dabei ist keine Informationsquelle zu banal, Computerspiele, ja sogar Spiele wie Angry Birds scheinen ausgewertet zu werden. Die oftmals betonte Unterscheidung zwischen den Inhalten der Kommunikation und den Metadaten, die die Kommunikation beschreiben, ist im Hinblick auf die Überwachungseffizienz weitgehend irrelevant. Das Arsenal von Möglichkeiten, das den Geheimdiensten zu Verfügung steht, geht aber weit darüber hinaus und ermöglicht, mit mehr oder weniger großem Aufwand, auch verschlüsselte oder anderweitig geschützte Kommunikationskanäle zu überwachen. Das Bild, das sich daraus ergibt, übertrifft selbst die Befürchtungen der meisten PessimistInnen. Dass wir nun alle wissen und nicht nur vermuten, dass unsere Kommunikation abgehört wird, sollte eigentlich die politische Debatte darüber tief greifend verändern und zur Stärkung der gesetzlichen Grundlagen zum Schutz der Privatsphäre führen.

Transparency & Power

My talk at the "Eindruck der Dunkelheit" conference in Berlin, Jan 25/26.2014.

In the talk, I focussed on different types of power and how they relate to transparency. Put simply, transprancy (visibility + accountability) is great to put a check on "institutional power", but not very helpful to regulate "network power. On the contrary, it helps to increase such power. The discussion, which starts after 30 min, mainly dealt with questions of regulation and what to do to counter "network power".

Urheberrecht - Wenn das Recht kunstfeindlich wird

Kurzer Beitrag zu Problemen des Urheberrecht im Kunstsystem (Kunstbulletin, 1/2.2014)

Das Gros der Kunstschaffenden konnte es sich lange leisten, sich nur am Rande mit dem Urheberrecht zu beschäftigen. Dennoch, das Thema ist auch im Kunstbereich virulent, wenn auch vielleicht subtiler als anderswo. Drei Probleme stechen hervor: (Selbst-)Zensur, die Behinderung etablierter Kulturinstitutionen und Kunstschaffende als Propaganda­figuren.

Der ganze Beitrag online auf Kunstbulletin.ch oder hier als PDF.

The War of Data against Communication

Talk at the Embros Theater, Athens, 30.09.2013

Spooky light and noisy sound, which fits the place and the theme of the talk. Check out as well Konrad Becker's talk, same event.

Who is afraid of the remix? Art practice after copyright (lecture)

Lecture (86 min, including discussion) @ hexagram, concordia university, montreal, 5.11.2013

Thanks to Thomas Kneubühler for the excellent organization! What a pleasure!

The Curious Retreat of Art (open!)

While the current historical situation demands urgently a redefinition of authorship, the art world offers very little in terms of critique or alternative practice.

Much of the 20th century’s avant-garde art can be read as a revolt against the bourgeois conception of the artist as an exceptional individual who creates art through a mysterious process of introspection into his – mainly his – particularly sensitive soul. The introduction of mass-produced materials into artworks, of randomness, the exploration of the subconscious and, after WWII, the turn towards machinic and algorithmic processes, all served to decentre the process of making art away from the artist’s inner world and his or her complete control. In the 1960s, literary theory caught up and famously declared the death of the authoritative, omniscient author. The matter seemed to have been laid to rest by Foucault’s famous “murmur of indifference:” ‘What matter who’s speaking?’”

All of this has been debated to death and the issues have mostly been settled, but, now that the battles over the conception of authorship and associated constructions of rights and modes of ownership have moved from the field of cultural theory to the centre of society, the art world – in which “contemporary art” plays a minor supporting role – has fallen curiously silent. Not only that, the deeply neoliberal makeover of the last two decades have actually moved it into the opposite direction. Authorship and individuality are being asserted more strongly than ever. This is not due solely to the power of market forces with their predictable need for stars and commodities.

</pasted> Wir sind die Zukunft der Musik

Sieht so Remix Radio aus? Andreas Brick hat sein Radion feature "</pasted> Wir sind die Zukunft der Musik" in eine Website umgewandelt, die nicht nur das gesamte Material enthält, sondern auch die jeweiligen Interviews in voller Länge, in Themenbereiche unterteilt und zugänglich gemacht. Die Interviews sind mit: Der Musikpartisane, Dirk von Gehlen,Karl Nikolaus Peifer, Mashpussy, Mashup Germany, Moritz Eggert, Mouse on Mars, und mir.

Sehr schön gemacht!

Als Modell wohl nicht flächendeckend anwendbar, weil in diesem Fall sehr aufwändig gemacht. Die Richtung stimmt aber sicher und befreit nicht zuletzt auch die Journalisten vom Zwang der Formatvorgabe durch den Sender.

Im Verhältnis zum Aufwand der Recherche, die für einen solchen Beitrag ja betrieben wird, ist der extra-Aufwand die Interviews leicht zu bearbeiten als Hintergrundmaterial online zu stellen, recht überschaubar. Nur, wer soll das bezahlen? Womit wir gleich beim Thema sind.