Neues Buch: Kultur der Digitalität

Es ist so weit. Mein neues Buch ist draussen. Fast drei Jahre Arbeit für mich, kaum ein Tag lesen für euch. Hoffentlich ein fairer Deal.

Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität sind die charakteristischen Formen der Kultur der Digitalität, in der sich immer mehr Menschen, auf immer mehr Feldern und mithilfe immer komplexerer Technologien an der Verhandlung von sozialer Bedeutung beteiligen (müssen). Sie reagieren so auf die Herausforderungen einer chaotischen, überbordenden Informationssphäre und tragen zu deren weiterer Ausbreitung bei. Dies bringt alte kulturelle Ordnungen zum Einsturz und Neue sind bereits deutlich auszumachen. Felix Stalder beleuchtet die historischen Wurzeln wie auch die politischen Konsequenzen dieser Entwicklung. Die Zukunft, so sein Fazit, ist offen. Unser Handeln bestimmt, ob wir in einer postdemokratischen Welt der Überwachung und der Wissensmonopole oder in einer Kultur der Commons und der Partizipation leben werden.

Leseprobe, bestellen direkt bei Suhrkamp oder beim online Monopolisten.

Update: Rezensionen

Algorithms we want

This is my talk at the Unboxing: Algorithms, Data and Democracy. It starts in German but the talk itself is in Englisch.

If you prefer to read, here is the manuscript of the talk.

Algorithms we need

Initially, I wrote this talk in German, but decided in the last minute to give it in English. However, I hate to translate my own texts. So the English you hear now is 85% machine translation and 15% corrections by me. Perhaps you can tell which is which. The accent is 100% me. Or should I say, Canadian English filtered through Swiss German? It's hard to draw boundaries, these days.

Anyway, let me start with three assumptions. First, we need algorithms as part of an infrastructure that allows social complexity and dynamics to meet our real challenges. Second, many of the algorithms are made poorly. I think, in particular, of those that shape day-to-day social practices, algorithms that do what sociologists call "social sorting" (David Lyon) or "automatic discrimination" (Oscar H. Gandy). However, this will be the third point, these issues of poor design are only part of the problem because there is no autonomous technology, even if it is called "intelligent" or "self-learning".

We need algorithms
When I talk about algorithms, I do not mean isolated computer code, but socio-technical systems and institutional processes that automate parts of decision-making.

Information Ecology (1997)

This is a very old text. In fact, one of the first I've ever written, from 1997. I re-post it here because it has now been included in the new MIT Publication "Information" (edited by Sarah Cook), which is "one of a series documenting major themes and ideas in contemporary art." Unfortunately, there was a mistake in editing and now it appears erroneously as "information economy". Similar, but not quite the same :)

It's still a good text, even if the McLuhanite language feels a heavy. But as a historic document I'm happy to see it re-published, particularly now that "ecological approaches" to media are once again becoming popular.

Information Ecology

A position paper (version 1.0) McLuhan Program in Culture and Technology, FIS, UofT, 1997

"New media are not bridges between man and nature: they are nature." Marshall McLuhan, 1969

Media build an integrated environment based on flows of information. Increasingly, this environment provides the primary setting for human agency. Information ecology aims at understanding the properties of this environment in order to use its potential, avoid its dangers and influence its development positively.

Wie mächtig wird Facebook noch?

update 08.12.2017 Der Beitrag wurde nun auch auf 3sat ausgestrahlt und freundlicherweise auf Hochdeutsch synchronisiert :)

Gestern wurde ich vom Schweizer Fernsehen für die Nachrichtensendung 10vor10 zum Thema Facebook und News befragt. Eines meiner wenigen Interviews auf Schweizerdeutsch. Im Dialekt ist es immer schwierig ist, über Abstraktionen zu sprechen und ich glaube, man hört es....

Vom Hashtag zur Bürgerbewegung (D.-Radio Kultur)

Vom Hashtag zur Bürgerbewegung (28.09.2016). Der Beitrag von Heiko Behr geht der Frage nach, wie neue und konventionelle Protestformen zusammenhängen, am Beispiel von #BlackLivesMatter. Ich liefere dabei Hintergrund zu strukturellen Transformationen.

Technopolitics Timeline: Tracing the Information Society @ MAK Vienna, 06.2016

Technopolitics; MAK Installation View, MAK Vienna. Full documentation here.

Der Stachel im Fleisch XIII - Politik der Digitalität

Bei Martin Wassermair waren Felix Stalder (Medientheoretiker, Publizist) und Gerfried Stocker (Leiter Ars Electronica Center) zu Gast.

Live gesendet am Donnerstag, 26. Mai 2016, 13.00 - 14.00 Uhr

Vor dem Hintergrund eines ungebrochenen Vormarschs digitaler und komplexer Technologien müssen sich immer mehr Menschen an der Verhandlung von sozialer Bedeutung beteiligen. Das bringt auch die bisherige kulturelle Ordnung zum Einsturz - doch die Zukunft ist völlig offen.

Im Mittelpunkt des TV-Gesprächs standen daher u.a. Fragen, welche politischen Schlussfolgerungen aus dieser Entwicklung zu ziehen sind, inwieweit ein technologischer Totalitarismus droht und warum unser Handeln bestimmt, ob wir in einer postdemokratischen Welt der Überwachung und der Wissensmonopole leben werden - oder vielleicht doch besser in einer Kultur der Commons und der Partizipation.

Monkeys, Profiles and Collectivities of Difference

This is a bit of an experimental format. The audio of the talk delivered last October is set to the slides. Since the slides are quite visual and should produce another layer of meaning, I hope this is more interesting than simply the audio. Let me know, what you think. More information on the conference (re)constructing authorship" at Akademie Schloss Solitude.

Interview: Kann Facebook die Wahlen beeinflussen? Kurzantwort: JA!

Einige Mitarbeiter des Konzern haben sich jetzt gefragt, ob sich Facebook nicht gegen den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump engagieren sollte. Das würde eigentlich passen, Mark Zuckerberg ist kein großer Freund von Trump. Trotzdem sagt Facebook klar: Nein!

Aber juristisch gesehen dürfte Facebook das, erklärt Vera Linß in ihrem Beitrag. Und: Falls Facebook Meinungen manipuliert, würden wir es wohl kaum mitbekommen, erklärt der Netzwerktheoretiker Felix Stalder.

Das Problem: Facebook sei nicht nur eine Plattform, sondern mittlerweile zentrale Infrastruktur unserer Gesellschaft. Und deswegen brauchen wir einen saktionsfähigen Vertrag zwischen Gesellschaft und Facebook-Betreibern, fordert Stalder im Breitband-Interview.

Quelle: Deutschland Radio Kultur, Breitband Sendung vom 23.04.2016

Gespräch über Apple, FBI und ein Leben jenseits des 24-Std. Überwachungskapitalismus

Interview vom 30.3.2016 im SWR2 Kulturgespräch. Die schriftliche Fassung ist gekürzt. Das vollständige Interview ist im Audiobeitrag zu hören.

Sind Digitale Kultur und Privatsphäre unvereinbar?

Ich würde sagen, das ist eine Behauptung, die vor allem von denen artikuliert wird, die Interesse daran haben, mit unseren privaten Daten Geschäfte zu machen. Wir leben leider in einer Welt, in der sehr viele dieses Interesse haben. Aber wir sehen ja jetzt, gerade in dieser Auseinandersetzung zwischen Apple und dem FBI, dass es hier tatsächlich um sehr vieles geht – es ist auch politisch wichtig, dass es in Zukunft nicht so bleibt, wie es jetzt ist.

Nutzt Apple dem User oder nutzt Apple den User aus?

Wir tauschen uns mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen in einem "horizontalen Verhältnis" aus: Ich rede mit Ihnen, Sie reden mit mir. Gleichzeitig machen wir das in einer Infrastruktur, die daraus Daten generiert, die dann Dritte benutzen können, zum Beispiel der Provider der Infrastruktur oder Gewerbetreibende oder die Strafverfolgungsbehörde.

Und Apple ist da, ähnlich wie Facebook, ein gutes Beispiel. Apple gibt uns die Möglichkeit, zu kommunizieren, Fotos zu teilen, digitale Produkte herzustellen. Aber Apple zwingt uns auch in eine Infrastruktur, in der der Konzern immer alles sieht. Apple ist also ein gutes Beispiel dafür, dass wir einerseits in einer sozialen Gemeinschaft agieren, aber gleichzeitig – und vielleicht auch vor allem! – in sozialen Fabriken für andere arbeiten.
Was bedeutet es, dass Apple Hardware und Software aus einer Hand anbietet?

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