Lecture: Knowledge for all: from public to free

This lecture is from October 2014, held at the Public Library Conference in Stuttgart. But it has only recently been put online, together with all other lectures.. I think the entire conference is still very relevant.

In this lecture, I try to untangle the differences between resources that are managed as "public" and are thus connected to notions of the state and citizens and those that are managed as "free" and are thus based on notions of the commons and community. The differences are subtle, but in their consequences far reaching.

Sacharow-Preis für Raif Badawi, Interview mit SWR 2, Kulturgespräch

Herr Stalder, hier bei uns diskutieren wir eher über die Einschränkungen unserer Freiheiten durch das Internet, wir fürchten die Überwachung all unserer Bewegungen und das Abgreifen unserer Daten im Netz. Wird das Internet in autoritären Regimen eher als das Medium der Freiheit angesehen?

Ich glaube, das Internet ist überall ein sehr ambivalentes Medium, weil es einerseits neuen Gruppen, die vorher keinen Zugang zur öffentlichen Meinungsäußerung hatten, die Möglichkeit gibt, relativ autonom zu kommunizieren, etwa einen Blog wie Badawi zu betreiben, anderseits gibt es aber auch den staatlichen Behörden und anderen die Möglichkeit, das kommunikative Verhalten der Bürgerinnen und Bürger genauer denn je zu verfolgen. Und da kommt es halt darauf an, was genau der Staat macht und welche Möglichkeiten ihm zur Verfügung stehen.

Aber es ist für Freiheitskämpfer in autoritären Ländern eine von wenigen Möglichkeiten, überhaupt Kritik zu äußern und diese dann auch schnell zu verbreiten. Werden diese Botschaften im eigenen Land überhaupt wahrgenommen oder doch eher im demokratischen Ausland?

Das kommt ein bisschen darauf an, an wen sie gerichtet sind. Blogs, die in der Landessprache verfasst werden, richten sich tendenziell stärker an ein lokales Publikum, Blogs, die in Englisch verfasst werden, richten sich eher an ein globales Publikum. Der große Unterschied zwischen demokratischen und autoritären Staaten ist der, dass es in letzteren eben kaum eine kritische Öffentlichkeit gibt.

Zwischen Smartness und Kooperation. Möglichkeiten der informationellen Stadt

Derive Cover Seit mehr als 20 Jahren bestimmt das Internet die Dynamik der kulturellen Entwicklung und seit rund 10 Jahren ist es auch in Europa ein Massenmedium. Es prägt die Subjektivität der Menschen, also die Art und Weise, wie sie sich selbst, Andere und die Welt wahrnehmen und wie es ihnen normal erscheint, in der Welt zu agieren. Was in den 1990er Jahren noch schwer vorzustellen war – etwa horizontale Kooperation als Produktionsmethode, Personalisierung der Welt oder flächendeckende Datenerhebung und Überwachung – ist heute normal und selbstverständlich: Hausverstand 2.0.

Um die Konsequenzen und Möglichkeiten dieses Wandel besser zu verstehen, hilft es zwischen strukturellen und politischen Dimensionen unterscheiden. Im Folgenden wird zunächst der strukturelle Wandel der Subjektivität skizziert. Danach werden die widersprechende, politische Dynamiken der Stadtentwicklung damit in Beziehung gesetzt.

Macht und Monopole der sozialen Massenmedien

mosaik-blog.at 10.11.2015

Die sozialen Massenmedien wie Facebook, Instagram, Twitter oder Linked-In sind, zum gesellschaftspolitischen Problem geworden. Wie lässt sich das abseits hohler Technologiekritik begründen? Was braucht es gegen die Macht und Monopole von Facebook & Co?

Sie zwängen einen stetig wachsenden Teil kommunikativer Aktivität in ein kommerzielles Korsett, in dem aus jeder menschlichen Regung – Aktionen, Interaktionen, Verortungen und Zuständen – Daten gewonnen und zu detaillierten Profilen der NutzerInnen zusammengestellt werden. Das bildet die Grundlage neuer, weitgehend unkontrollierter Machtstrukturen, die darauf ausgerichtet sind, das Verhalten Vieler im Interesse Weniger subtil aber wirkungsvoll zu manipulieren. Die Techniken dieser in wenigen Konzernzentralen konzentrierten Macht sind Werbung, Filterung und die verdeckte Einführung gezielter Verhaltensanreize. Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden wissen wir auch, dass die staatlichen Sicherheitsorgane ebenfalls flächendeckende Erfassungsstrukturen unterhalten und dass kommerzielle und nachrichtendienstliche Akteure vielfach miteinander verbunden sind, trotz öffentlich ausgetragener Differenzen. Entsprechend deutlich ist in den letzten Jahren die Stimmung im öffentlichen Diskurs umgeschlagen. Statt wie bisher die digitalen Medien als Feld progressiver sozialer Dynamiken zu verstehen, wird nun in schrillen Tönen der „technologische Totalitarismus“ prognostiziert.

monkeys, profiles and collectivities of difference


These are my slides from my opening talk for the conference "(re)constructing authorship" at Akademie Schloss Solitude. They are very visual, not much text, so if you look at them, make the presentation full screen and use it as a tool for free thinking through associations.

Conference Documentation: Algorithmic Regimes and Generative Strategies

Here are the videos of all the talks and discussions at the Algorithmic Regimes and Generative Strategies - On Regulatory Politics of Code and Machines. Friday, September 25. 2015, University of Technology ViennaConference, Vienna, 25.09.2015

Algorithmic Regimes Conference Opening

Felix Stalder and Konrad Becker: Opening and Welcome

25.09. Algorithmic Regimes and Generative Strategies (Vienna)

Algo_Konf_logo I'm very proud to announce our new conference by the World Information Institute, in cooperation with the Institute for Design & Assessment of Technology at the Vienna University of Technology, Faculty of Informatics.

Full details:
Englisch and Deutsch

Update: Konferenz Reviews:

Politics of Data – Between Post-Democracy and Commons

The presentation at the conference Data Traces was in German, hence also the slides. Below is unedited live written english translation created by Felix Gerloff. It's a impressive on-the-spot summary, but don't parse words.

Felix Stalder: "Politics of Data – Between Post-Democracy and Commons"

– culture as "trade floor" of meaning / interpretation
– topic: how the structure of theses processes of debating meaning in culture changed
– significant change today: big data sets instead of small data
– the quantitative change quickly becomes a qualitative change, because it needs different approaches to deal with big data

"Es gibt keine Alternative” – oder doch? Commons werden zu Laboren der gesellschaftlichen Erneuerung

Geschrieben für die Berliner Gazette, erschienen am 27.04.2015

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Von “collaborative commons” (Jeremy Rifkin) bis hin zu “atmospheric commons” (Naomi Klein) – Gemeinschaftseigentum, also Commons, ist in gesellschaftspolitischen Debatten in aller Munde. Das aktuelle Interesse nährt sich aus der tiefen Krise der kapitalistischen Ordnung, die sich nicht nur in der Finanzkrise, sondern vor allem in der Umweltkrise manifestiert.

In der gegenwärtigen Krise werden fundamentale Konstruktionsmängel deutlich. Beispielsweise: Die „Umwelt“ wird als Externalität betrachtet, aus der man Rohstoffe entnehmen kann oder, in die man Abfall entsorgen kann, ohne dass dies ins ökonomische Kalkül einbezogen werden muss.

Dieses Problem kann auch ein „grüner Kapitalismus“ nicht lösen. Denn Kapitalismus braucht solche Externalitäten. Ohne diese hört er auf, Kapitalismus zu sein. Das heißt: ein System, welches auf das Ziel der Kapitalanhäufung – und eben nicht auf andere Ziele – ausgerichtet ist. Das ist kein neuer Gedanke. Wirtschaftshistoriker Karl Polanyi hat ihn bereits in den 1940er Jahren sehr klar formuliert. Aber heute sind die Folgen dieses Problems in Gestalt der Umweltkrise mehr als deutlich sichtbar. Und es ist schwer vorstellbar, wie der Kapitalismus, trotz aller Innovationsfähigkeit, dieses Problem angehen kann.

Herrenhäuser Gespräch - Freiheit als Illusion? (ndr.de)

NDR Kultur - 12.04.2015 20:00 Uhr Autor/in: Kühn, Ulrich

Sonntagsstudio: Herrenhäuser Gespräch - Freiheit als Illusion?

Um den allgegenwärtigen Einfluss des Internets geht es beim Herrenhäuser Gespräch: Wie verändert sich unser Dasein? Zappeln wir längst wie Fliegen im Netz der Konzerne?

Der Einfluss des Internets ist so mächtig geworden, dass wir ihn häufig nicht mehr bemerken. Aber wie verändert sich unser Dasein in Abhängigkeit von einer Struktur, die als Verlängerung und Ergänzung des menschlichen Hirns ins Leben ragt? Manche meinen, wir zappelten längst wie hilflose Fliegen im Netz der Konzerne und Superhirne, angelockt durch große Versprechen von Freiheit und Transparenz. Oder sind diese warnenden Rufe, die jüngst immer lauter wurden, nichts als dumpfer Kulturpessimismus?

(download mp3 74MB)

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