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Was liegt daran, wie gesprochen wird? Dividuelles Sprechen in Gerald Raunigs “Ungefüge”

Ungefüge_Cover“Was liegt daran, wer spricht?” Michel Foucault wollte bereits 1969 kein weiteres Mal das Verschwinden des/der Autor:in konstatieren, tat es dann aber doch wieder. Und etwa so lange dreht sich auch die Diskussion um Autor:innenschaft im Kreise, nicht zuletzt deshalb, weil auch die Kritik den/die Autor:in als Figur ins Zentrum stellt und wenn nur als Leerstelle, die es zu untersuchen gilt.

In einem der aussergewöhnlichsten Bücher der politischen Philosophie der letzten Jahre dreht Gerald Raunig Foucaults Frage um, ohne sie je direkt zu erwähnen. Als Problem erscheint nicht mehr der/die Sprechende, sondern die Sprache selbst. Denn es ist in der Sprache – als Struktur wie als Praxis – in der sich das Subjekt konstituiert. Dieses Subjekt ist heute dividuell, endlos teil- und wieder zusammensetzbar in der grossen Datenbanken der digitalen Konzerne, algorithmisch konstruiert, reibungslos und umfänglich verfügbar für smarte Strategien der Kontrolle und In-Wert-Setzung. Die hegemoniale Form, in der sich diesse Prozesse vollziehen, ist die Quantifizierung und das Ziel ist Optimierung.

Mapping "Kultur der Digitalität"

Zwei sehr schöne Maps meines Buches "Kultur der Digitalität sind mir zu Gesicht gekommen!

Die erste von Adriano Montefusco, via miro.com. Die zweite von Vinzenz Rast, handgezeichnet!

Micro Review: What Tech Calls Thinking

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Theo Röhle: Rezension von ”Kultur der Digitalität” (M&K, 64/4)

Rezension von Felix Stalder (2016) ”Kultur der Digitalität”, Frankfurt/Main: Suhrkamp

von Theo Röhle in Zeitschrift für Medien & Kommunikationswissenschaft Jahrgang 64 (2016) Heft 4, S. 573. (veröffentlicht hier mit freundlicher Genehmigung von M&K)

Angesichts der Komplexität gegenwärtiger medialer Konstellationen bedarf es schon etwas Mut, den großen Wurf zu wagen und die ”Kultur der Digitalität" auf einen Nenner bringen zu wollen. Das Risiko, die Dinge verkürzt und verengt darzustellen, liegt auf der Hand. Und die meisten vermeiden es, indem sie ausschließlich auf bestimmte Aspekte, Entwicklungen oder Gegenstände fokussieren. Allerdings muss man sagen: Der Mut hat sich gelohnt. Der Band von Felix Stalder durchquert sehr unterschiedliche Felder, setzt sie auf teilweise unerwartete Weise zueinander in Beziehung und eröffnet gerade dadurch neue Perspektiven.

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