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Von Creative Commons zu Creating Commons

Die traditionelle Ordnung der Kultur – mit klaren Positionen für KünstlerIn/AutorIn, Werk und Publikum, vermittelt durch ProduzentInnen, VerlegerInnen, GaleristInnen etc. – ist durch die Digitalisierung endgültig in eine Krise geraten. Wie die neue Ordnung aussehen wird, ist nach wie vor unklar und höchst umstritten. Die erste Runde der Auseinandersetzung wurde auf dem Gebiet des Urheberrechts und damit über die Kontrolle der Zirkulation ausgetragen. In der aktuellen Runde dreht sich alles um zentrale Plattformen und deren Strukturen von Ordnung, Zugang und Wertschöpfung. Als ProduzentInnen der Kultur stehen KünstlerInnen im Zentrum dieser Umbrüche. Während ein Teil beflissen ist – vermeintlich im Eigeninteresse – die Rechteindustrien bei der Durchsetzung strikterer Gesetze zu unterstützen, verstehen sich andere als Ingenieure einer neuen Ordnung und experimentieren mit der Entwicklung eigener Formen von sozialer Produktion und Zirkulation.

18.11. Wir sind mehr als Daten! (Dortmund)

Amazon ist die Speerspitze der neuen Arbeitsverhältnisse in der digitalen Wirtschaft. Jede Bewegung wird erfasst, ausgewertet und optimiert. Die Grenzen zwischen Menschen und Maschinen verschwimmen. Sie sind einfach Bestandteile einer sich dauernd ändernden Matrix der Wertschöpfung und Ausbeutung. Wer keine Höchstleistung bringt, dessen Vertrag wird nicht verlängert. Zugleich ist Amazon offen für Menschen, die sonst kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.

Die Künstlergruppe knowbotiq (Nina Bandi, Yvonne Wilhelm, Christian Hübler) und Interkultur Ruhr laden Streikführer von der Gewerkschaft ver.di, Karsten Rupprecht und Tim Schmidt, Alisa Cusic, Sprecherin der verdi-Vertrauensleute und Amazon-Mitarbeiterin am Standort Rheinberg, den Autor Hans-Christian Dany (u.a. „Morgen werde ich Idiot, Kybernetik und Kontrollgesellschaft“) und den Medientheoretiker Felix Stalder („Kultur der Digitalität“) zu einem offenen Diskussionsabend ins Chancen-Café 103 an den Borsigplatz in Dortmund, in unmittelbare Nähe zum neuen Logistikpark an der Westfalenhütte.

Sa. 18.11.2017, 19:00 Uhr
Chancen-Café 103
Oesterholzstraße 103
44145 Dortmund

http://knowbotiq.net/amazonian-flesh
www.borsig11.de

Technopolitics: New Paradigms. Transmediale Panel (3.02.2017)

With its Timeline project, premiered in Berlin as part of transmediale festival, the Vienna based Technopolitics Working Group set forth the task of analyzing and visualizing the current paradigm and emergence of Information Society. The panel New Paradigms discusses the changing role and place of humanity in a world shaped by rapid progress in areas such as AI, machine learning, robotics, algorithmic trading, and Biocomputing. By examining the past, the group looks for ways to overcome the structural crisis of Information Society today, questioning: Which historical tendencies might gain added significance in the immediate future? How can we avoid conceiving of paradigm change as just another economic expansion? In which ways can artistic practice meaningfully intervene and point towards a new political ecology?

Watch the discussion or listen to the audio only of the panel discussion.

Speakers: Gabriele Gramelsberger, Gerald Nestler, Felix Stalder, Jutta Weber

Hackers as Producers. Authorship and Freedom

This essay was published in "Hacking" (Edition Digital Culture 2). Edited by Dominik Landwehr, Migros Kulturprozent & Christoph Merian Verlag Basel.

Artists and hackers both represent contemporary types of unconventional authorship. In their own respective ways, they both appear as autonomous producers and not as contractors. Their autonomy is based on an aspiration towards individual freedom, but they each justify this in completely different ways. In an emphatic sense, freedom is the foundation of an artist’s work. This freedom legitimates or even demands a demiurgic act of positioning from which the work then unfolds – and it justifies the close relationship between “author” and “work”. In contrast, a hacker begins by experiencing an absolute dearth of freedom. His work unfolds while dealing with an omnipotent system1 in which all options for action are predetermined. The hacker’s goal is to seize hold of moments of freedom anyway.

Springerin: Kritische Netzpraxis (01/2015)

Update 30.01.2015: Summary of the panel discussion for the presentation of this issue, wiht Zoran Pantelic, Marina Grzinic, Konrad Becker, MAK 20.01.2013

Die neue Ausgabe der Zeitschrift springerin, hefte für gegenwartskunst, zum Schwerpunktthema "Kritische Netzpraxis" wurde als Zusammenarbeit von springerin und uns vom World-Information Institute realisiert.

Der Diskurs über kritische Netzpraktiken wird seit Langem von einer Vielzahl von Instanzen und – anfangs oft „illegitimen“, ja außerinstitutionellen – Akteuren geführt. Eine der wichtigsten Vermittlungsplattformen, etwa zeitgleich mit der springerin entstanden, ist das Institut für neue Kulturtechnologien (Public Netbase – t0), später umbenannt in World-Information Institute. Nachdem sich dessen Gründung kürzlich zum 20. Mal jährte, wollen wir in dieser gemeinsam konzipierten Ausgabe die wichtigsten Stationen und Entwicklungslinien des anhaltenden Netzdiskurses aufrollen.

Der Hacker als Produzent (Buchkapitel)

Update, 11.02.2014 Unter dem, eigentlich viel besseren, Titel "Autorschaft und Freiheit" bei den Freunden in der Berliner Gazette republiziert.

Soeben erschienen! "Hacking" (Edition Digital Culture 2). Herausgegeben von Dominik Landwehr, Migros Kulturprozent & Christoph Merian Verlag Basel, Okt. 2014. Mit Beiträgen von: Hannes Gassert, Verena Kuni, Claus Pias, Felix Stalder und Raffael Dörig. Hier ist meiner.

Künstler und Hacker sind beides zeitgenössische Typen eigenwilliger Autorschaft. Sie verkörpern auf unterschiedliche Art, Ansätze was es heisst, heute als autonomer Produzent, und nicht etwa als Auftragnehmer, tätig zu sein. Als Grundlage ihrer Autonomie entwerfen sie jedoch sich diametral widersprechende Vorstellung von Freiheit. Für den Künstler steht Freiheit im emphatischen Sinn am Anfang seiner Arbeit. Diese Freiheit rechtfertigt oder erfordert gar einen demiurgischen Akt der Setzung, aus dem heraus sich die Arbeit entfaltet und der die enge Verbindung zwischen „Autor“ und „Werk“ begründet. Der Hacker hingegen beginnt mit der Erfahrung grösster Unfreiheit. Die Arbeit des Hackers entfaltet sich in der Auseinandersetzung mit einem übermächtigen System,1 in dem, auf den ersten Blick, alle Handlungsoptionen (fremd)bestimmt sind. Sich dennoch Momente der Freiheit zu erobern, ist das Ziel des Hackers.

Die neue Volkskultur im Internet

Was haben Hirschhorns Kunst und die singende Nyan-Cat auf Youtube gemeinsam? Beides sind Formen des Remixes. Mix und Remix sind künstlerische Praktiken, die uns vor allem aus der Musik vertraut sind. Sie tauchen aber in verschiedensten Kunstsparten auf und finden in der Volkskunst des Internets, den Memen, ihren besonderen, modernen Ausdruck.

Aus: Pro Helvetia, Passagen, Nr.62/1, 2014 PDF // English version "The New
Folk Art of the Internet" PDF
// version francaise "L’art populaire revisité" PDF

Urheberrecht - Wenn das Recht kunstfeindlich wird

Kurzer Beitrag zu Problemen des Urheberrecht im Kunstsystem (Kunstbulletin, 1/2.2014)

Das Gros der Kunstschaffenden konnte es sich lange leisten, sich nur am Rande mit dem Urheberrecht zu beschäftigen. Dennoch, das Thema ist auch im Kunstbereich virulent, wenn auch vielleicht subtiler als anderswo. Drei Probleme stechen hervor: (Selbst-)Zensur, die Behinderung etablierter Kulturinstitutionen und Kunstschaffende als Propaganda­figuren.

Der ganze Beitrag online auf Kunstbulletin.ch oder hier als PDF.

Who is afraid of the remix? Art practice after copyright (lecture)

Lecture (86 min, including discussion) @ hexagram, concordia university, montreal, 5.11.2013

Thanks to Thomas Kneubühler for the excellent organization! What a pleasure!

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