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05.10. Commons reloaded (Stuttgart)

Commons reloaded – Digitalisierung als Chance für die Zivilgesellschaft?
Felix Stalder

Do, 05.10. | 19.30 Uhr | Max-Bense-Forum

http://www1.stuttgart.de/stadtbibliothek/digitale_lesekompetenz/index.php

In der Reihe: Schaffe 4.0 | Vortrag und Gespräch | Moderation: Carla Sappok (SWR)

Die Diskussion um Commons (öffentliche Güter in gemeinsamer Nutzung und Verwaltung) erlebt eine Renaissance: Stichwort Bürgernetze, Stichwort Freie Software und Makerspaces. Einer der Gründe dafür ist, so Felix Stalder, dass sich horizontale, demokratische Prozesse mit digitalen Technologien sehr viel effektiver organisieren lassen. Kann die Wiederentdeckung der Commons die Bürgergesellschaft gegen die postdemokratische Aushöhlung des Gemeinwesens stärken? Ermöglichen Fab-Labs lokale ökonomische Strukturen jenseits von Markt und Staat? Sind Commons eine echte, fundamentale Alternative für die Zivilgesellschaft auf der Höhe der Zeit?

Den Vortrag kommentieren Dr. Christa Müller, Leiterin der Forschungsgesellschaft anstiftung und Dr. Stefan Lücking, Referat Mitbestimmung im Wandel der Hans-Böckler-Stiftung.

Eintritt EUR 5 | Ermäßigt EUR 3 | In Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg e.?V. und dem Deutschen Gewerkschaftsbund Baden-Württemberg

Update 16.10.2017: Hier ist noch ein Audio Mitschnitt der Veranstaltung und eine kurze schriftliche Zusammenfassung.

29.09. Exploding the Box, Hebel am Ufer (Berlin)




Felix Stalder. Exploding the Box. Moderation: Nina Scholz

Im Rahmen des Festivals "Der Maulwurf macht weiter. Tiere / Politik / Performance" (Gesamtprogramm, PDF)

http://www.hebbel-am-ufer.de/programm/programm/alphabetisch/felix-stalde...

Die Enthüllung des Whistleblowers (die sich von der Durchlässigkeit eines „Leaks“ unterscheiden) ist eine Maßnahmen, die in Ausnahmesituationen von Menschen ergriffen wird, die noch daran glauben, dass Macht an Verantwortung geknüpft ist und dass ihr Handlungsspielraum für jeden einsehbar sein sollte, der von ihr betroffen ist und so das Recht hat, ihre Gültigkeit in Frage zu stellen. So erklärt sich auch, warum Staatsgeheimnisse in nicht-demokratischen Gesellschaften so selten gelüftet werden, denn hier fehlt genau dieses Grundrecht auf Transparenz. Die vom Whistleblower gelieferten Informationen können also als äußerster Versuch zur Rettung der Demokratie angesehen werden. Manchmal muss man die Blackbox eben explodieren lassen, um den Menschen einen Einblick zu gewähren.

Und doch haben solche „Leaks“ nur begrenzt gravierende Konsequenzen. Chelsea Manning saß jahrelang in Einzelhaft, Assange und Snowden mussten ins Exil fliehen. Und Antoine Deltour, der in Luxemburg dafür sorgte, dass massive Steuerhinziehungen innerhalb der EU ans Licht kamen, ist bis heute die einzige Person, die aufgrund dieser Enthüllungen verurteilt wurde. Kaum ein*e Politiker*in musste das Amt niederlegen. Stattdessen ist einer derjenigen, die das ganze System mit aufgebaut haben, weiterhin Präsident der Europäischen Kommission.

Commons Are not the Sharing Economy. A comment to Ossewaarde & Reijers (2017)

This was written in the context of the research project"Creating Commons". And while the paper I'm commenting on is not particularly good, it's symptomatic for a lazy-left critique of the commons and thus warrants the comments.

Ossewaarde, Marinus und Wessel Reijers (2017): „The illusion of the digital commons: ‘False consciousness’ in online alternative economies“, Organization 24/5, S. 609–628. (paywalled)

From the abstract:
“Digital commons such as Wikipedia, open-source software, and hospitality exchanges are frequently seen as forms of resistance to capitalist modes of production and consumption, as elements of alternative economies. In this article, however, we argue that the digital commons cannot by themselves constitute genuine forms of resistance for they are vulnerable to what we call ‘the illusion of the digital commons’, which leads to a form of ‘false consciousness’.”

This is both an interesting and annoying article. It's interesting as it details how „sharing“ can be put into the service of profit-driven centralization. It's annoying because it uses a small number of cases to make sweeping claims that feel more than a little disingenuous.

For example, while Wikipedia and Open Source Software are mentioned in the first line of the abstract, they play no role in the subsequent analysis. That focuses entirely on three “hospitality exchanges”: Airbnb, Couchsurfing and BeWelcome.

09.09. Different Places, Bruckner Uni (Linz)

DIFFERENT PLACES. From broadcasting to transmitting to processing.

A symposium at Anton Bruckner Private University
celebrating 30 years of Ö1 Kunstradio.

Organising committee: Volkmar Klien, Elisabeth Zimmermann

I'll be giving the open input: Delirium and Hang-Over of Networks.

Full Programm can is here.

07.09. Denken und Handeln in der digitalen Kulturöffentlichkeit (Zürich)

Symposium 2017: Was ist digitale Kulturöffentlichkeit?

Über die Demokratisierung und Algorithmisierung der Kultur

Blickt man auf die Kulturöffentlichkeit in der Digitalisierung, ergibt sich ein
paradoxes Bild: Kulturöffentlichkeit explodiert und implodiert; Ur-Anliegen
der Aufklärung sind eingelöst und gefährdet; Plattformen und Algorithmen
sind Ermöglicher von Selbstbestimmung und Instanzen der
Fremdbestimmung. Phänomene und Entwicklungen, in denen sich die
Ambivalenz der Digitalisierung als Demokratisierung zeigt – so u.a. die
Fragmentierung der Öffentlichkeit, die Volatilität der Aufmerksamkeit, der
Kontrollverlust auf allen Seiten, die Sharing Economy, das Prosuming oder
die Sozial-Medialisierung, die Massen-Individualisierung und
Algorithmisierung der Web-Öffentlichkeit, Partizipation als Forderung und
als Realität usw. – machen es in der Tendenz unmöglich, klassische
Paradigmen der Kulturproduktion und der Kulturvermittlung
fortzuschreiben.

Grundidee der Tagung ist es, die Begriffe Kultur und Öffentlichkeit
wechselseitig zu befragen, unter den oben beschriebenen Prämissen zu
problematisieren und so Räume für ein Weiterdenken zu öffnen. Stichworte
wie „Alltagskultur“, „Community-Medien“, „do it yourself“ oder
„Laienherrschaft“ werden mit Blick auf spezifische Phänomene der
Digitalisierung im Schnittbereich von journalistischen Medien, Social Media
und darin implizierten Kulturverständnissen einer genaueren Überprüfung
unterzogen. Mit Blick auf die Schweiz und den internationalen Kontext wird
gefragt, wie man vor diesem Hintergrund und angesichts dieser Phänomene
das Verhältnis von Gesellschaft, Kultur/Öffentlichkeit und Technik neu
denken kann.

brand eins: Interview zu algorithmischer Steuerung der Gesellschaft

Herr Stalder, was bedeutet es, wenn wir immer mehr Entscheidungen an Algorithmen delegieren?

Entscheidungen sind nie singulär. Eigentlich sind es Prozesse, eine (Teil-)Entscheidung führt zur nächsten. In diesen langen Entscheidungsketten können immer mehr, aber nie alle Schritte an Algorithmen delegiert werden, es sind immer auch Menschen involviert.

Sie haben aber recht, wir lassen immer größere Teile solcher Entscheidungsketten von Algorithmen ausführen. Doch das ist teilweise auch notwendig. Denn wir befinden uns immer häufiger in Entscheidungssituationen, die wir ohne Algorithmen gar nicht bewältigen können: Die Datenmengen sind zu groß, die Probleme zu komplex, die Entscheidungszeiträume zu knapp. Das geht vom Hochgeschwindigkeitshandel mit Devisen über die Steuerung intelligenter Energienetze bis zu Architekturentwürfen oder der Vergabe von Krediten; ganz zu schweigen von der fast allgegenwärtigen Vorsortierung des Internets für jeden Einzelnen. Überall, wo wir durch Daten die Welt erfahren und daraus Schlüsse ziehen, kommen vermehrt Algorithmen ins Spiel.

<....>

Wieso ist es wichtig, wer die Arbeitsweise von Algorithmen festlegt?

Algorithmen sind keine objektiven, neutralen Prozesse – sie sind interessengesteuert und intransparent. Es sind standardisierte Verfahren, um von A nach B zu kommen. Man hat einen Daten-Input und weiß, welchen Output man will. Oder man definiert ein Problem und weiß, wie die Lösung aussehen soll. Die Frage ist nur: Wer definiert mit welchen Interessen A und B?

brand eins: Innovation // 2017 || ganzes Interview hier lesen || lokale Kopie, PDF

05.07. Painted by Numbers (Muffatwerk, München)

Eine diskursive Installation zu algorithmischen Regimen
Painted by Numbers

Künstlergespräch und Vortrag mit Konrad Becker und Felix Stalder am 05.07.2017 um 20 Uhr

Algorithmen bestimmen nicht nur welche Informationen "Soziale Medien" auf dem Bildschirm anzeigen. Die Zukunft gehorcht den Regeln digitaler Vorhersagen. Painted by Numbers gibt kritische Einblicke in den wachsenden Einfluss digitaler Steuerungssysteme. Experten und Wissenschaftler, Künstlern und Aktivisten bringen unterschiedliche Aspekte algorithmischer Regime auf 6 Bildschirmen:
Rationalität, Vorhersage, Agency, Regulierung, Politik und Kultur. Die Medieninstallation bietet einen offenen Diskursraum durch den sich Besucher individuelle Wege wählen.

6 Kanal Video-Installation- Konzept und Umsetzung:
Konrad Becker / Felix Stalder, World-Information Institute

Mit:
Lorrain Daston (US) Ulrike Felt (AT) Matthew Fuller (UK) Stephen Graham (UK) Seda Gürses (NL) Stefano Harney (SG) Graham Harwood (UK) Mireille Hildebrandt (BE) Reinhard Kreissl (AT) Steven Kurtz (US) Astrid Mager (AT) Katja Mayer (AT) Frank Pasquale (US) Barbara Prainsack (UK/AT) Peter Purgathofer (AT) Bernhard Rieder (AT/NL) Saskia Sassen (US) Trebor Scholtz (US) Bruce Sterling (US) Francisco Webber (AT)

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23.06. TECHNOPOLITICS @ Connecting Space (Hong Kong)

TECHNOPOLITICS sets up a CURATED KNOWLEDGE SPACE that offers a discursive framework for exploring the genesis and current configuration of the information society.

The main visual element of the TECHNOPOLITICS TIMELINE is a large-scale print that traces the evolution of our shared techno-cultural realities. The Timeline’s 500 entries draw attention to different events and genealogies from the fields of art, culture, media, politics, economy, technology, and social life that have been relevant for the shaping of the information society.
The project’s common objective is to investigate from a critical, explorative standpoint the heterogenic historical processes that are structured by techno-economic paradigms. A workshop and discussion program focuses on trans-disciplinary and trans-cultural conversations to connect these processes to the cultural forms of the respective historical moment and place.

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