Jon Rafman, Main Stream Media, Ausstellungsansicht, K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, 2026, Foto: Achim Kukulies Jon Rafman, Main Stream Media, Ausstellungsansicht, K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, 2026, Foto: Achim Kukulies

KI Slop ist überall. Übernimmt KI die öffentliche Sphäre? Bestimmt sie den Diskurs? Die einfache Antwort auf diese Frage ist: Nein! KI ist nicht und wird nicht autonom, aber Menschen nutzen diese Technologien, um damit den öffentlichen Diskurs in ihrem Sinne zu prägen.

Eine etwas differenzierte Antwort muss aber lauten: KI schreibt mit! Diese Erkenntnis ist nicht neu, sondern nimmt eine Erfahrung von Friedrich Nietzsche mit seiner schlecht funktionierenden Schreib- maschine auf, der 1882 in einem Brief feststellte: „Unser Schreib- zeug arbeitet mit an unseren Gedanken.“

Technologien, so lässt sich Nietzsches oft zitierter Satz verstehen, verändern die Voraussetzungen des Denkens (und des Handelns). Marshall McLuhans berühmte Formel dafür lautete: „the medium is the message“. Medien transportieren nicht nur Ideen und Inhalte, sondern prägen grundsätzlich die Bedingungen ihrer Artikulation. Dies wird in Zeiten medialen Wandels besonders sichtbar: Das galt für Nietzsche, als er von der Feder zur Schreibmaschine zu wech- seln versuchte, und es gilt für uns, die wir uns mit neuen Formen des Medienwandels befassen müssen. Damit stellt sich die Frage, wie KI am öffentlichen Diskurs mitschreibt – und wie wir diese Art und Weise des Mitschreibens beeinflussen können.

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Stalder, Felix. “Künst­liche Intel­li­genz und Öffentlichkeit.” Geschichten Der Gegenwart. Geschichte der Gegenwart, September 6, 2026. https://geschichtedergegenwart.ch/kuenstliche-intelligenz-und-oeffentlichkeit/ .