cooperation

Between democracy and spectacle. The front and the back of the social web.

Here is my contribution to the Social Media Reader

As more of our data, and the programs to manipulate and communicate this data, move online, there is a growing tension between the dynamics on the front (where users interact) and on the back (to which the owners have access). If we look at the front-end, the social web, or Web2.0, may well advance semiotic democracy, that is, “the ability of users to produce and disseminate new creations and to take part in public cultural discourse” (Stark, 2006). If we consider the back-end, however, may just as well turn into Spectacle 2.0, new forms of control and manipulation, masked by a mere simulation of involvement and participation, creating the contemporary version of what Guy Debord (1967: § 6) called “the heart of the unrealism of the real society.” Both of these scenarios are currently being realized. Yet, how these relate to one another, which is dominant in which situation and for which users, is not yet clear and likely to remain highly flexible. The social meaning of the technologies is not determined by the technologies themselves, rather it will be shaped and reshaped by how they are embedded into social life, advanced, and transformed by the myriad of individual actors, large institutions, practices, and projects that constitute contemporary reality.

Social Media Reader: Out Now!

It took a while, but now the Social Media Reader, a great collection of essays on the culture and politics of social media, edited by Michael Mandiberg, is now out from New York University Press.

From the backcover of the book:

With the rise of web 2.0 and social media platforms taking over vast tracts of territory on the internet, the media landscape has shifted drastically in the past 20 years, transforming previously stable relationships between media creators and consumers. The Social Media Reader is the first collection to address the collective transformation with pieces on social media, peer production, copyright politics, and other aspects of contemporary internet culture from all the major thinkers in the field. Culling a broad range and incorporating different styles of scholarship from foundational pieces and published articles to unpublished pieces, journalistic accounts, personal narratives from blogs, and whitepapers,

Warum Apple und Google eine Bedrohung sind (sz.de)

Eine gute Ergänzung zum Interview mit der Tagesschau, das von einigen als zu optimistisch kritisiert wurde (und das mir, optimistisch!)

Heute organisieren Künstler, Fans und Unternehmen ihre eigenen Öffentlichkeiten und so wuchern viele neue kulturelle Nischen. Doch Google, Apple, Facebook und Co. bedrohen diese - durch den Aufbau kommerzieller Hierarchien.

Die kulturellen Ökonomien des Internets werden von zwei unterschiedlichen, ja sogar entgegengesetzten Dynamiken bestimmt. Zum einen können wir ein Aufblühen neuer kultureller Gemeinschaften und horizontaler Organisationsformen beobachten. Zum anderen erleben wir die Entstehung sozialer Fabriken, in der jede unserer Handlungen Arbeit für den Profit der Eigentümer der hochgradig zentralisierten Plattformen darstellt.

Ganzer Artikel in der Süddeutsche Zeitung (17.04.2012)

Gratiskultur im Internet "Das Publikum wird Teil der Produktion"

Verlage, Musikindustrie und Künstler wehren sich verstärkt gegen eine "Kostenloskultur" im Internet. Sie setzen aber auf falsche Ideen, meint Kulturwissenschaftler Felix Stalder im Interview mit tagesschau.de. Denn die alten Bezahlmodelle seien am Ende - die Zukunft der Kultur liege im Schwarm.

tagesschau.de: Die Erfindung des modernen Buchdrucks gilt als wichtigster Meilenstein auf dem Weg in die Wissensgesellschaft. Als was wird die digitale Vervielfältigung von Informationen, Musik, Bildern in die Geschichte eingehen?

Felix Stalder: Das wird wohl als ein ähnlicher Moment in die Geschichte eingehen. Es hat fundamental das Verhalten verändert, wie wir Informationen suchen, finden und sie weiter verarbeiten. Bislang waren wir als Leser oder Zuhörer dazu verdammt, passiv zu konsumieren. Durch die neuen Medien verschwimmen die Rollen zwischen Autor und Publikum und Zuhörer aber immer mehr.

tagesschau.de: Mit welchen Folgen?

Stalder: Wir erleben es immer häufiger, dass Fans zum Beispiel in der Musik Elemente eines Liedes nehmen und davon Remixe erstellen, sie zu eigenen Werken machen. Das hat nicht notwendigerweise professionelles Niveau, aber es verändert die Beziehung zwischen Künstler und Publikum.

"Es geht um die freie Nutzung von Inhalten"

tagesschau.de: Bedeutet frei zugänglich denn auch gleich gratis?

Der Freitag: Vor und Nach Facebook

Die Erfahrung der ersten Web-Generation, dass man auch Infrastrukturen selber schaffen kann und muss, wird neu formuliert. Das zentrale Stichwort lautet Mesh-Netzwerke

Das Versprechen der Partizipation ist problematisch geworden. Mit unserer Teilnahme füttern wir heute die neue Maschine. Mit dem Gefällt-mir-Button teilen wir Facebook mit, was wir mögen, damit es uns noch rigider in seine Profitmaschine eingliedern kann. Was nun? Partizipation grundsätzlich abzulehen ist keine Alternative. Wir sollten versuchen, sie neu zu denken. Dabei hilft ein Blick zurück auf die Anfange der Netzkultur.

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freitag.de: 28.03.2012 14:53

Vergessene Zukunft: Radikale Netzkulturen in Europa

So eben erschienen, ein neues Buch zur Aktualität der ersten Generation der Netzkulturen. Herausgeben von Clemens Apprich und mir.

Mitte der 1990er Jahre ist in Europa eine vielfältige Netzkultur entstanden. Während die US-amerikanische Szene den Cyberspace als Raum jenseits der Politik imaginierte, waren die europäischen Netzpioniere darauf bedacht, die Möglichkeiten des Internet für neue politische und kulturelle Initiativen in der realen Gesellschaft zu nutzen.
Anhand von Zeitdokumenten, aktuellen Textbeiträgen und Interviews geht dieser Band erstmals auf die kritische Haltung europäischer Netzkulturen ein. Die Beiträge liefern so wichtige Referenzpunkte zur Gestaltung unserer techno-kulturellen Gegenwart jenseits von Facebook und Google.

Inhaltsverzeichnis und Einleitung "Von Knoten zu Knoten"(pdf, 1.5mb)

Update: Eine Besprechung des Buchs durch Leonhard Dobusch gibt's auf netzpolitik.org (12.04.2012)

update II Buchbesprechung von Verena Pizzini in den Kulturrissen.

Jenseits des Urheberrechts. Der Niedergang der fordistischen Kulturindustrien

Soeben erschienen bei: european institute for progressive cultural policies

Die Krise des Urheberrechts, die wir in unzähligen Episoden tagtäglich erleben, ist im Grunde nichts Anderes als die Krise des fordistischen Produktionsmodells in den Kulturindustrien. Diese Krise ist aber dramatischer als in anderen Sektoren, denn nirgendwo sonst war dieses Modell so prägend für die Identität der bürgerlichen Gesellschaft, ist es so tief verankert in ihren gesellschaftlichen Institutionen oder reicht es so weit zurück. Nämlich bis 1452. Die Druckerpresse war eine fordistische Maschine avant la lettre in dem Sinn, dass sie es erlaubte, Produkte in kapital- und technologieintensiven, arbeitsteiligen Prozessen in grossen Stückzahlen für überregionale Märkte zu produzieren.

Das Fordistische Modell entsteht

Für die AutorInnen bedeutete das neue Modell, dass sie sich aus der feudalen Abhängigkeit von adeligen oder kirchlichen Würdenträgern lösen konnten. Sie mussten ihre Werke nicht mehr dem Ruhm und der Ehre ihres Gönners widmen. Stattdessen konnten sie für expandierende Märkte in Literatur und Wissenschaft produzieren, die von den VerlegerInnen organisiert wurden.

Enter the Swarm: Anonymous and the global protest movements

This text was written for LeMondeDiplomatique, were it appeared their February 2012 issue. Below is the manuscript as I submitted it. Here's the published version in English, Deutsch, francais, Espangol, Brasilian Portuguese, Norwegian, Slovak, etc

In the course of just one year, using the identity “Anonymous” highly efficient digital attacks have been carried out against global corporations and national governments. All in the name of freedom of speech and social justice. The media coverage has done little to clarify the events, rather, contradictory characterizations of Anonymous have been espoused, ranging from an elite hacker conspiracy, to a loose network of ignorant teenagers, from a major cyber-terrorist threat to a mere nuisance driven by sophomoric humor. None of these characterizations is entirely incorrect, because each captures some fragments of the phenomenon, but they all miss the central element of Anonymous, namely that it is not one, but many, and that it is not a group or a network, but a swarm, or to be correct, multiple swarms that feed off each other.

Teilen und Modifizieren. Neue Dimensionen von Solidarität

Mein Beitrag zum eben erschienen Band: "Nach dem Ende der Politik - Texte zur Zukunft der Kulturpolitik III"

Seit etwa 40 Jahren findet ein umfassender Individualisierungs- und Entsolidarisierungsschub in den westlichen Gesellschaften statt. Neuerdings gibt es aber auch zaghafte Gegenbewegungen, die nicht primär darauf ausgerichtet sind, die Errungenschaften des industriellen Wohlfahrtsstaats zu verteidigen (was notwendig bleibt) oder abstrakte Kritiken zu entwickeln. Vielmehr entwickeln sie durch eine veränderte Alltagspraxis ganz neue Dimensionen gesellschaftlicher Solidarität auf Basis geteilter, für alle zugänglicher Ressourcen, die zunehmend politisch als Gemeinschaftsgüter oder Commons artikuliert werden. Im Folgenden sollen diese Dynamiken auf dem Gebiet der Kultur skizziert werden.

Individualisierung versus Entsolidarisierung

Zunächst ist es aber wichtig, Individualisierung und Entsolidarisierung, die von der neoliberalen Ideologie so erfolgreich verknüpft wurden, analytisch von einander zu unterscheiden. Die Individualisierung der Gesellschaft lässt sich als eine direkte Folge der strukturellen Veränderungen der Kommunikationsmedien, der Wirtschaft und der Kultur erklären, die es ermöglichen, eine ungleich größere Vielfalt und Flexibilität zu organisieren.

Demokratie jenseits der Repräsentation

Der Erfolg der Piratenpartei beruht auf dem Wandel der Arbeits- und Lebenserfahrungen. Sie steht für dafür, Partizipation neu zu denken.

Die Feststellung, dass die Piratenpartei eine Protestpartei sei, führt nicht weit. Jede neue Kraft beginnt als Opposition, und der politische „Normalbetrieb“ steckt zu offensichtlich in einer tiefen Krise. Die Entfremdung zwischen BürgerInnen und PolitkerInnen nimmt seit langer Zeit zu. Die alten Transmissionsmechanismen zwischen (Zivil-)Gesellschaft und Politik – die Gewerkschaften, Vereine, Kirchen, Kammern etc. – funktionieren nicht mehr richtig. Entsprechend wird die Politik als abgehoben, von Partikularinteressen manipuliert und in ihren rituellen Appellen zu Wahlkampfzeiten als unglaubwürdig erlebt. Eine wachsende Zahl der BürgerInnen identifiziert sich nicht einmal mehr mit den Parteien, für die sie gerade die Stimme abgeben. Die Zahl der WechselwählerInnen steigt stetig; die Wahlbeteiligung sinkt.

Interessanter ist die Frage, warum der Protest die Form der Piratenpartei angenommen hat.

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