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Jenseits des Urheberrechts. Der Niedergang der fordistischen Kulturindustrien

Soeben erschienen bei: european institute for progressive cultural policies

Die Krise des Urheberrechts, die wir in unzähligen Episoden tagtäglich erleben, ist im Grunde nichts Anderes als die Krise des fordistischen Produktionsmodells in den Kulturindustrien. Diese Krise ist aber dramatischer als in anderen Sektoren, denn nirgendwo sonst war dieses Modell so prägend für die Identität der bürgerlichen Gesellschaft, ist es so tief verankert in ihren gesellschaftlichen Institutionen oder reicht es so weit zurück. Nämlich bis 1452. Die Druckerpresse war eine fordistische Maschine avant la lettre in dem Sinn, dass sie es erlaubte, Produkte in kapital- und technologieintensiven, arbeitsteiligen Prozessen in grossen Stückzahlen für überregionale Märkte zu produzieren.

Das Fordistische Modell entsteht

Für die AutorInnen bedeutete das neue Modell, dass sie sich aus der feudalen Abhängigkeit von adeligen oder kirchlichen Würdenträgern lösen konnten. Sie mussten ihre Werke nicht mehr dem Ruhm und der Ehre ihres Gönners widmen. Stattdessen konnten sie für expandierende Märkte in Literatur und Wissenschaft produzieren, die von den VerlegerInnen organisiert wurden.

Enter the Swarm: Anonymous and the global protest movements

This text was written for LeMondeDiplomatique, were it appeared their February 2012 issue. Below is the manuscript as I submitted it. Here's the published version in English, Deutsch, francais, Espangol, Brasilian Portuguese, Norwegian, Slovak, etc

In the course of just one year, using the identity “Anonymous” highly efficient digital attacks have been carried out against global corporations and national governments. All in the name of freedom of speech and social justice. The media coverage has done little to clarify the events, rather, contradictory characterizations of Anonymous have been espoused, ranging from an elite hacker conspiracy, to a loose network of ignorant teenagers, from a major cyber-terrorist threat to a mere nuisance driven by sophomoric humor. None of these characterizations is entirely incorrect, because each captures some fragments of the phenomenon, but they all miss the central element of Anonymous, namely that it is not one, but many, and that it is not a group or a network, but a swarm, or to be correct, multiple swarms that feed off each other.

Mehr Rechte gegen die Kunst

Heute ist unsere Kommentar gegen die eben gestartete Initiative kunsthatrecht.at im Standard erschienen. Titel: Mehr Rechte gegen die Kunst. Untertitel: Die Kulturkämpfer für eine Verschärfung des Urheberrechts schneiden sich ins eigene Fleisch.

The Fight over Transparency (Open 22)

Taking WikiLeaks as an illustrative example, 'Open' 22 investigates how transparency and secrecy relate to one another, to the public and to publicity in our computerized visual cultures.

Open 22 examines transparency as an ideology, the ideal of the free flow of information versus the fight over access to information and the intrinsic connection between publicity and secrecy. Does transparency only work in a liberating way? Can it not equally have a concealing or controlling effect? Aren’t certain forms of transparency actually the manifestation of the banality of the contemporary spectacle, which revolves around pure display and the production of affects? What role do the media play in this?

My contribution The Fight over Transparency. From a Hierarchical to a Horizontal Organization, and investigation of transparency as a mode of power.

Teilen und Modifizieren. Neue Dimensionen von Solidarität

Mein Beitrag zum eben erschienen Band: "Nach dem Ende der Politik - Texte zur Zukunft der Kulturpolitik III"

Seit etwa 40 Jahren findet ein umfassender Individualisierungs- und Entsolidarisierungsschub in den westlichen Gesellschaften statt. Neuerdings gibt es aber auch zaghafte Gegenbewegungen, die nicht primär darauf ausgerichtet sind, die Errungenschaften des industriellen Wohlfahrtsstaats zu verteidigen (was notwendig bleibt) oder abstrakte Kritiken zu entwickeln. Vielmehr entwickeln sie durch eine veränderte Alltagspraxis ganz neue Dimensionen gesellschaftlicher Solidarität auf Basis geteilter, für alle zugänglicher Ressourcen, die zunehmend politisch als Gemeinschaftsgüter oder Commons artikuliert werden. Im Folgenden sollen diese Dynamiken auf dem Gebiet der Kultur skizziert werden.

Individualisierung versus Entsolidarisierung

Zunächst ist es aber wichtig, Individualisierung und Entsolidarisierung, die von der neoliberalen Ideologie so erfolgreich verknüpft wurden, analytisch von einander zu unterscheiden. Die Individualisierung der Gesellschaft lässt sich als eine direkte Folge der strukturellen Veränderungen der Kommunikationsmedien, der Wirtschaft und der Kultur erklären, die es ermöglichen, eine ungleich größere Vielfalt und Flexibilität zu organisieren.

Demokratie jenseits der Repräsentation

Der Erfolg der Piratenpartei beruht auf dem Wandel der Arbeits- und Lebenserfahrungen. Sie steht für dafür, Partizipation neu zu denken.

Die Feststellung, dass die Piratenpartei eine Protestpartei sei, führt nicht weit. Jede neue Kraft beginnt als Opposition, und der politische „Normalbetrieb“ steckt zu offensichtlich in einer tiefen Krise. Die Entfremdung zwischen BürgerInnen und PolitkerInnen nimmt seit langer Zeit zu. Die alten Transmissionsmechanismen zwischen (Zivil-)Gesellschaft und Politik – die Gewerkschaften, Vereine, Kirchen, Kammern etc. – funktionieren nicht mehr richtig. Entsprechend wird die Politik als abgehoben, von Partikularinteressen manipuliert und in ihren rituellen Appellen zu Wahlkampfzeiten als unglaubwürdig erlebt. Eine wachsende Zahl der BürgerInnen identifiziert sich nicht einmal mehr mit den Parteien, für die sie gerade die Stimme abgeben. Die Zahl der WechselwählerInnen steigt stetig; die Wahlbeteiligung sinkt.

Interessanter ist die Frage, warum der Protest die Form der Piratenpartei angenommen hat.

Politics of Networked Visibility

Abstract: This article tries to assess how people and their actions are made visible within and through computer networks. The aim is to differentiate between different modes of visibility based on the politics they support. The main difference is made between vertical visibility (i.e. the network provider sees verything) and horizontal visbility (i.e. people see each other without anyone seeing everything).

Politics of Networked Visibility

In January 2001, Franco and Eva Mattes, the artist couple by then still known as 0100101110101101.ORG, started their project “life sharing”. As they explained in the concept note: “every Internet user has free 24-7 access to [our] main computer: read texts, see images, download software, check 01's private mail, get lost in this huge data maze. ... Contents are not being periodically uploaded the way people build and maintain websites, because 0100101110101101.ORG works directly on the shared computer. The home computer has been turned into a transparent webserver, therefore users can watch in real time the "live" evolution of the work.”1 The project ran for more than 2 years without interruption.

Ethics of Sharing

The current issue of the International Review of Information Ethics on the ethics of sharing, guest-edited by myself and Wolfgang Sützl, is available online now. With contributions by Clemens Apprich, Michel Bauwens, Vito Campanelli, Alessandro Delfanti, Marie-Luisa Frick/Andreas Oberprantacher, Mayo Fuster Morell, and Andras Wittel.

… This issue brings together contributions towards an ethics of sharing that embed the new technological potentialities linking them to their actual social impact. In our understanding, information ethics “deals with ethical questions in the field of digital production and reproduction of phenomena and processes such as the exchange, combination and use of information.” So, the task of developing an ethics of sharing is both descriptive – helping us to understand the contemporary complexities of the ethics of exchanging information as it emerges from using digital technologies across a global range of social and cultural contexts – as well as normative – helping us to address blind-spots and clarifying possible ethical frameworks to address unresolved issues regarding these practices. And what do we and should we finally do with the truly impressive contributions gathered here to provide answers to the above named questions and guidelines for the outlined task? We share them with you leaving them to your appropriate use – whatever you may make out of it. (From the editorial by Rafael Capurro and Felix Weil)

complete IRIE issue 15/2011 in pdf format

Starlet-Ökonomie: Flattr und die Logik der Nische (Berliner Gazette)

Filme, Musik und Texte werden im Internet hin- und hergeschoben wie Muscheln am Meeresgrund. Herkömmliche Geschäftsmodelle sind durch solche Netzkulturen obsolet gemacht worden. Während viele darüber klagen, entwickeln sich längst neue ökonomische Ansätze. Einer der vielversprechendsten davon ist flattr. Dies ist zwar keine Pauschallösung, aber das ist auch gut so, denn das kommt dem dezentralen Charakter des Netzes entgegen.
Rest des Artikels und Diskussion bei der Berliner Gazette.

Dicke Bretter für die Netzpolitik

Mein Beitrag zu der Debatte zur Digitalisierung im Wiener Standard (13.08.2011). Parallel dazu der Beitrag von Konrad Becker: "Experten im Schatten, Weisheit der Menge" zu Überwachung und Informationsfreiheit.

Der Rundfunk marginalisiert sich selbst, das Urheberrecht kann den digitalen Geist nicht einfangen - Die Politik muss lernen, mit den Möglichkeiten und Gefahren des Internets produktiv umzugehen

Lange Zeit hat die Politik die Digitalisierung der Gesellschaft und die damit verbundenen Umwälzungen verschlafen. Wesentliche Entscheide wurden im fernen Brüssel oder im noch ferneren Genf, am Sitz der World Intellectual Property Organisation (Wipo), getroffen und in Wien mit dem Verweis auf internationale Verpflichtungen eher still umgesetzt.

Das Thema galt lange als unverständlich, unwichtig und unpopulär. Mit dem Auftauchen der Piratenpartei in Schweden begann sich das langsam zu ändern. Im österreichischen Parlament fand im Januar dieses Jahres eine erste Enquete zum Thema statt.

Das war auch höchste Zeit, denn es stehen einige drängende Fragen an, deren politische Beantwortung nicht unwesentlich den Charakter der Informationsgesellschaft prägen wird.

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