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22.10. Datenspuren, 2016 (Dresden)

Es freut mich sehr, bei der diesjährigen Ausgabe der Datenspuren (22/23.10.), dem Kongress des Chaos Computer Club Dresden, den Eröffnungsvortrag halten zu können.

Abstract:

"Jenseits der Privatesphäre. Neue Formen der Autonomie"

Eines der wesentlichen Merkmale der "Gutenberg Galaxis" (McLuhan) war die Spannung zwischen den gegensätzlichen, aber gemeinsam das Feld des politischen Handelns strukturierenden Dynamiken: zentrale (staatliche) Planung/Kontrolle auf der einen Seite und Autonomie des Individuums auf der anderen. Ersteres wurde angetrieben durch die Herausbildung hierarchischer Bürokratien als Organisationsform des kollektiven Handelns letzteres durch die Herausbildung des (männlich-weißen) Bürgers als politisches Subjekt. Das Konzept der Privatsphäre spielte dabei eine wesentliche Rolle, um das Verhältnis zwischen diesen beiden Dynamiken auszutarieren und in der demokratischen Öffentlichkeit zu verhandeln.

Heute erleben wir, wie diese Struktur auseinanderbricht. Sowohl die Formen der instutioneller Kontrolle wie auch die Subjektivierungsweisen politischer Akteure verändern sich. In Folge kann das klassische Konzept der Privatsphäre wesentliche Aspekte seiner politischen Funktion nicht mehr erfüllen. Das „Ende der Privatsphäre“ verweist in diesem Sinne auf eine doppelte Transformation hin. Zum einen, wie Menschen versuchen, Autonomie zu erreichen zum anderen, wie Kontrolle ihr Leben durchzieht.

01.09. Netzpolitischer Abend (Wien)

Update: Alle Präsentationen sind nun auch online.

offizielle Ankündigung

Endlich. Am 1. September 2016 kehrt der letzte Netzpolitische Abend AT (#NetzPAT) aus der Sommerpause zurück, seit kurzem mit eigenem Logo, aber ansonsten wie immer ab 19:30 Uhr im Wiener Metalab mit drei Kurzvorträgen:

Margaritha Köhl (Universität Wien): Politiken des Affektiven im Netz
Felix Stalder (@stalfel): Urheberrechtsreform und Überwachungsgesetze in der Schweiz
Stefan Kasberger (@stefankasberger): Offene Wahlen AT – Open Data bei Wahlen

Im Anschluss an die Vorträge folgt das OpenMic für kurze Ankündigungen, bevor Diskussion und Austausch bei Mate, Bier und anderen Getränken vertieft werden. Der Audio-Livestream wird wieder unter folgenden Links verfügbar sein

Browser: http://stream.xaok.org:8000/aufdraht.mp3.m3u
Player: http://stream.xaok.org:8000/aufdraht.mp3

Wer mag, kann sich gerne auch bei Facebook für den #NetzPAT anmelden und so am Laufenden bleiben.

01.07. Buchpräsentation und Diskussion (Spike Art, Berlin)

Buchpräsentation und Diskussion mit Felix Stalder, Inke Arns und Carolin Wiedemann, moderiert von Armen Avanessian, in Kooperation mit Spike Art
Quarterly

Ort: Spike Berlin, Rosa-Luxemburg-Straße 45, 10178 Berlin
Zeit: 20.00 Uhr

Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität wurden zu den charakteristischen Formen der Kultur der Digitalität, weil sich immer mehr Menschen auf immer mehr Feldern und mithilfe immer komplexerer Technologien aktiv in die Verhandlung von sozialer Bedeutung einschreiben (müssen). Sie reagieren so auf die Herausforderungen einer chaotischen, überbordenden Informationssphäre und tragen zu deren weiterer Ausbreitung bei.

Als Folge entwicklen sich eine verwirrende und konfliktreiche Vielfalt von Akteuren, Projekten und Institutionen, die zu zwei große politische Entwicklungen beitragen. Die eine bewegt sich hin zu einer im Kern autoritären Gesellschaft, die andere hin auf eine radikale Erneuerung der Demokratie durch die Ausweitung der Beteiligung an kollektiven Entscheidungen. In beiden Fällen werden nicht einfach ein paar Facetten der bestehenden Ordnung verändert. Vielmehr führen beide letztlich zu einer neuen politischen Konstellation jenseits der liberalen repräsentativen Demokratie.

Eckermann. Singularium
Sylvia Eckermann, „Singularium“, interpassive Skulptur, 2015

24.06. Buchpräsentation und Diskussion (MAK, Wien)

Freitag 24.06.2016
16:00 – 18:00 Uhr
MAK - Museum für Angewandte Kunst, Wien

„Kultur der Digitalität“ Buchpräsentation und Diskussion, moderiert
von Armin Medosch
Im Rahmen der Ausstellung von Technopolitics

Felix Stalder, Professor für digitale Kultur und Netzwerktheorie an der Zürcher Hochschule der Künste zählt zu den wichtigsten Theoretikern der Netzwerkgesellschaft, international und im deutschsprachigen Raum. Seine Arbeiten über Manuel Castells, ebenso wie seine Texte und Vorträge über die digitalen Gemeingüter haben bereits aufhorchen lassen. Nun legt er mit „Kultur der Digitalität“(Suhrkamp, 2016) ein bahnbrechendes deutschsprachiges Buch vor. Es bietet eine Analyse des tiefgreifenden Wandels der Kultur unter dem
Einfluss der Digitalität. Stalder liefert eine innovative Mediensoziologie, die ihre Begriffe aus dem Gegenstand schöpft und Empirie mit analytischer Schärfe zu verbinden weiß. Das Buch ist in seinem Ansatz, der Technik und Kultur gemeinsam und untrennbar voneinander denkt, durch und durch technopolitisch.

Abstract:
"Referentialität", "Gemeinschaftlichkeit" und "Algorithmizität" wurden zu den charakteristischen Formen der Kultur der Digitalität, weil sich immer mehr Menschen auf immer mehr Feldern und mithilfe immer komplexerer Technologien aktiv in die Verhandlung von sozialer Bedeutung einschreiben (müssen). Sie reagieren so auf die Herausforderungen einer chaotischen, überbordenden Informationssphäre und tragen zu deren weiterer Ausbreitung bei. Die Allgegenwart dieser Formen macht es sinnvoll, überhaupt von der Kultur der Digitalität im Singular zu sprechen.

21.06. Tracing Information Society – a Timeline (MAK, Wien)

Eine Ausstellung von Technopolitics über den Zeitenwandel

Mit dem im MAK FORUM kuratierten Wissensraum „Tracing Information Society“ will Technopolitics die eingefahrenen Diskurse über die Chancen und Gefahren der Digitalisierung aufbrechen.

Eine 10 Meter lange Textarbeit, als Druck an der Wand, eröffnet neue Blickwinkel auf die Informationsgesellschaft, für die sich die ersten Einträge bereits vor mehr als 100 Jahren finden und die das Leben auch im 21. Jahrhundert bestimmen wird.

Als Timeline aufgerollt, lässt sich entlang der zeitlichen Chronologie die Entstehung und Wirkungsmacht der Informationsgesellschaft studieren, nicht beim Scrollen am Bildschirm sondern beim Gehen und Verweilen an den Wegmarkierungen. Durch das mehrdimensionale Mapping von politischen Ereignissen, technologischen Erfindungen und kulturellen Entwicklungen wird sichtbar, wie die Informationsgesellschaft alle Bereiche erfasst und verändert hat.

Analog und digital lädt der Time-Table die Besucher/innen zur Auseinandersetzung ein. Audiovisuelle Medien, Bücher, Bilder usw., die mit Einträgen auf der Timeline korrespondieren, werden nach Kategorien geordnet ausgebreitet und ermöglichen ein vertiefendes Begreifen. Ausschnitte aus Ö1-Sendungen erklären Schlüsselkonzepte der Informationsgesellschaft. Eine weitere grafische Darstellung zeigt mittels Netzwerkvisualisierung auf Basis von Wikipedia die inhaltlichen Quer-Verbindungen zwischen den Einträgen der Timeline auf.

Eröffnung Dienstag, 21.06. 19:30 - 23:00 Uhr

Ausstellung 21. – 26. Juni 2016

MAK – Österreichisches Museum
für angewandte Kunst /Gegenwartskunst
Stubenring 5, 1010 Wien

26.05. Beyond Opennes: from open data to commons. AMRO Linz

Date :26.05.
Time: 19:00 - 20:00
Location: afo - 1st floor | conference hall

Openness -- the ability to use, share and transform information -- is a key aspect for social innovation and for finding ways out of the current crises. Frist, we need new ways of collaborating and integrating the intellectual capacities of a wider range of people. Second, we need to transform the way the state works and, third, we need a new relationship to nature. All three are technology and data-intensive processes, and we need to fight against restrictions through copyright, the closure of proprietary data and outmoded separation of nature from culture.

But this is not enough. Technology alone will not save us, We can easily imagine all of this realized through newly authoritarian regimes based on surveillance, manipulation and new ecological racism. Thus, we need to think about the social institutions through which we want to realize these technological potentials.

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Openness – Offenheit, die Fähigkeit, Information zu nutzen, zu teilen und zu bearbeiten – ist ein Schlüsselkonzept für soziale Innovation und bietet den Ausweg aus den gegenwärtigen Krisen. Wir brauchen erstens neue Arten und Weisen der Zusammenarbeit und der Integration der intellektuellen Fähigkeiten einer breiteren Auswahl von Menschen. Zweitens müssen wir staatliches Handeln grundlegend transformieren und drittens brauchen wir ein neues Verhältnis zur Natur. Alle drei Veränderungsprozesse sind technologisch anspruchsvoll und datenintensiv. Deshalb müssen wir gegen urheberrechtliche Einschränkungen, die Kontrolle und Einschließung proprietärer Daten und die überholte Trennung von Natur und Kultur kämpfen.

01.03. Bits and Bites - Was macht ein Remix in der Kunst? HEK Basel

18:30 01.03.2016, Haus der Elektronischen Künste, Basel

Ausstellungsrundgang im Gespräch mit Felix Stalder, Dozent und Forscher zu Medienkulturen an der Zürcher Hochschule der Künste, anschliessend gemeinsamer Imbiss.

In dem Ausstellungsgespräch wird die Vielfalt des "Remix" als Methode im Zentrum stehen und dem darin zum Ausdruck kommenden Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen dem Übernommenen und dem Neuen. Wir werden uns mit den unterschiedlichen Strategien beschäftigen, die in den Arbeiten angewandt wurden, und aber auch diskutieren, warum diese längst nicht mehr nur für die Netzkunst relevant sind.

19-21.02. Custodians.online – The Struggle over the Future of »Pirate« Libraries (Stuttgart)

19. February 2016 19:00

In the framework of the Authorship project, Akademie Schloss Solitude together with former and current fellows initiates a debate on the status of the author in the 21st century as well as closely related questions on the copyright system. The event »Custodians.online – The Struggle over the Future of ›Pirate‹ Libraries and Universal Access to Knowledge« is part of the debate by which the Akademie offers its fellows to articulate diverse and already long existing positions regarding this topic.

The potential to achieve universal access to knowledge and culture has expanded immensely through digital networks, making it possible for much of the world’s population to retrieve the most recent scientific output. However, the copyright regulation has largely continued to operate on the grounds of exclusion, thus allowing industries to harness digital technologies to bar access and to extract vast profits. Nowhere is that more evident than in academic publishing, a 10 billion dollar global industry, with the result that whoever has no access to wealthy academic institutional libraries has no other option but to seek access in disregard of the law.

22.01. Screening the Algorithmic Imagination (Wien)

Algo_Konf_logo_smallMit Jana Herwig (AT) und Katja Mayer (AT)

Ein audiovisueller Abend über die Macht von Algorithmen, ein Remix von Ausschnitten aus Filmen und Dokumentationen, die sich auf automatisierte Regelsysteme beziehen. Kurze Videoclips zeigen Formeln des kybernetischen Selbst von naturwissenschaftlicher Ingenieurskunst bis zu irrlichternden Gespinsten der Vorstellungskraft. Ein Media-mesh-up von der Geschichte des Kalten Kriegs, wo sich das Rationale und Irrationale zur Mutually Assured Destruction treffen, bis zur Kolonisierung der Zukunft durch algorithmische Vorhersagen heute.

Konrad Becker, Felix Stalder, World-Information Institute in Zusammenarbeit mit Top Kino.

Freitag, 22. Jänner, 2016
19.00 Uhr
Top Kino, Rahlgasse 1, A-1060 Wien

Nachtrag: 26.1.2016 Die Playlist ist nun verfügbar.

19.11. "Tracing Information Society -- A Technopolitics Timeline" Panel (Wien)

19 11 2015 19.00H - 21.00H

Kunstraum Niederösterreich, Wien


Technopolitics, Tracing Information Society – A Technopolitics Timeline, 2015, Ausstellungsansicht, Foto: © eSeL.at

Zum Verständnis der Veränderungen, die im Mittelpunkt der Ausstellung SOCIAL GLITCH. Radikale Ästhetik und die Konsequenzen extremer Ereignisse stehen, kann die Untersuchung der Entwicklung der Informationsgesellschaft wichtige Beiträge leisten. Die Forschungsgruppe technopolitics diskutiert mit geladenen Expert_nnen über die Komplexität und Struktur des gegenwärtigen Zeitenwandels anhand ihres transdisziplinären "Timeline"-Projekts, das die vielfältigen Wechselwirkungen auf politischer und kultureller Ebene sichtbar macht.

technopolitics beschäftigt sich mit Paradigmenwechseln in Kunst, Technologie und Gesellschaft.

Tracing Information Society ist ein Projekt von Fatih Aydogdu, Sylvia Eckermann, Armin Medosch, Gerald Nestler, Felix Stalder, Axel Stockburger und Ina Zwerger.

www.thenextlayer.org/technopolitics

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