Wir alle sind Bruno! Vom Unbehagen mit der Technologie zur Empathie mit der Natur.

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Es hilft nichts. Der Zug ist abgefahren, der Kipppunkt überschritten. Die Kultur der Digitalität ist die Form unseres Lebens. Nachdem Marshall McLuhan bereits Anfang der 1960er Jahre das Ende der ‹Gutenberg Galaxis› – also jener kulturellen Epoche (des Westens), die vom Buchdruck massgeblich mitgeprägt war – festgestellt hat, ist heute recht deutlich, was denn an ihre Stelle tritt. Eine Kultur, ‹Formen der Erfahrung, der geistigen Anschauungsweise und des Ausdrucks›, die geprägt ist von der Allgegenwart und den damit einhergehenden Möglichkeiten vernetzter Kommunikation und Steuerung. Dabei spielt es keine entscheidende Rolle ob, oder wie man selbst diese Technologien nützt. Sie sind zur Infrastruktur des täglichen Lebens geworden, ähnlich wie andere Netze: Strom, Wasser oder Strassen. Würde eines davon plötzlich ausfallen, unser Leben würde sich schlagartig verändern. Und nicht zum Guten.


Guerilla Girls, 1989

Monkey Selfie, 2011

Im Lichte der Skandale und Schlagzeilen, die im Moment die Diskussion der Digitalität prägen – staatliche und kommerzielle Überwachung (‹surveillance capitalism›), fake news und politische Manipulation, Robotisierung und Algorithmisierung – scheinen die Utopien, die mit der Einführung dieser neuen Infrastruktur verbunden waren, blauäugig und naiv. Das Internet als neue Agora der demokratischen Politik? Abgelöst durch das Bild des dauer-pöbelnden Wutbürgers, der jeden und vor allem jede Andersdenkende mit übelsten, offen sexistischen und rassistischen Beschimpfungen eindeckt. Die online Foren als Bühne der individuellen Selbsterfindung jenseits von ‹Rasse›, Klasse oder Geschlecht, befreit vom Konformitätsdruck physischer Gemeinschaften? Ausgelöscht vom Zwang zum Klarnamen und den dahinterstehenden persönlichen Profilen, um möglichst alle Dimensionen der Existenz für optimale kommerzielle Auswertung zu erfassen und auszuwerten. Der freie Zugang zum Wissen als Anstoss zu einer neuen Aufklärung? Untergegangen in chaotischer Unübersichtlichkeit und ‹cognitiv closure›, jener Tendenz, nur solche Informationen zu berücksichtigen, die ins vorgefasste kognitive Schema passen, um sie so schneller absorbieren zu können. Keine Zeit mehr, die eigene Meinung in Frage zu stellen.

All dies befördert eine gewisse Nostalgie, eine Sehnsucht nach einer Welt wie damals, als sie vermeintlich noch übersichtlich war, die Verhältnisse klar geordnet und die Grenzen fest gezogen waren. ‹We want our country back!›, fordern die Briten, ‹Make America great again!› die Amerikaner, und ‹Frei Bleiben!› die Schweizer. Reaktionäre Utopien haben die progressiven Utopien abgelöst, deren Wiedergänger noch als hohle Marketing Slogans durchs Silicon Valley geistern. Jene, die weder den ‹reactionary turn› noch den kommerziell-verordneten Optimismus mitmachen wollen, stehen etwas ratlos am Rande, verunsichert von der so verwirrend komplex gewordenen Welt und den digitalen Werkzeugen, die diese Komplexität im Alltag repräsentieren.

‹Chaotische Komplexität› scheint mir das entscheidende Stichwort zu sein, um die merkwürdigen Zustand der Gegenwart zu begreifen. Zum einen ist die Welt auf Basis der neuen Infrastrukturen tatsächlich viel komplexer geworden, zum anderen fehlen uns nach wie vor die Institutionen und Mittel, um mit dieser Komplexität umzugehen. Als Folge davon sind die bestehenden Instrumente – von den internationalen Organisationen bis hin zu unseren eigenen kognitiven Mustern – dauernd überlastet. Sie kommen mit den Aufgaben, die an sie gestellt werden, nicht mehr zurecht. Permanent information overload.

Doch der Weg zurück ist versperrt. Vor allem weil wir auf immer mehr Feldern mit eskalierenden Problemen konfrontiert sind, die eine direkte Folge unseres Handeln auf Basis etablierter, jedoch unter-komplexer Modelle sind. Nirgends ist das dramatischer als auf dem Gebiet der Ökologie. Seit dem Beginn der Industrialisierung in England des frühen 19. Jahrhunderts wurde die Natur als externer Ausgangs- und Endpunkt strikt linearer Abläufe konzipiert. Rohmaterialien wurden mit der Energie fossiler Brennstoffe in Fabriken bearbeitet und als Produkte auf immer grössere Märkte geworfen. Die dabei entstehenden Abgase wurden in die Atmosphäre geblasen und die Produkte nach Gebrauch weggeworfen. Woher die Rohstoffe kamen, und wohin die Abgase bzw. Abfälle gingen, war nicht sonderlich interessant, denn sowohl der Beginn, wie auch das Ende dieser Linie wurden als unerschöpflich konzipiert. Aus dem Blickwinkel kapitalistischer Buchhaltung wurde die Natur als ‹Externalität› konzipiert, also als etwas, das man nicht in die eigene Kostenrechnung aufnehmen musste. Was in der Praxis bedeutete, dass man sich um Kreisläufe dieser Art keine Gedanken machen musste und entsprechend mit einfachen Modellen operieren konnte. Die Urbanisierung und die Industrialisierung der Landwirtschaft hat die Natur noch weiter aus dem Blickwinkel der Menschen geschoben, bzw. sie durch romantische Substitute (Haustiere, Zoos, Naturschutzgebiete etc.) ersetzt.

Seit den 1970er Jahren ist jedoch klar, dass diese Art zu denken und zu handeln, in der Grössenordnung in der sie die industriellen Länder angewandt haben, auf Dauer nicht funktioniert. ‹Grenzen des Wachstums›, so der Titel der 1972 am einen Symposium in St. Gallen vorgestellten Studie des Club of Rome, wurden sichtbar. Ungefähr zur selben Zeit stellten die Mikrobiologin Lynn Margulis und der Biophysiker James Lovelock ihre ‹Gaia Hypothese› vor, nach der die Erde als Ganzes als ein integrierter Organismus zu betrachten sei in der es keine Externalitäten gäbe. Seit dem ersten Bericht des ‹Intergovernmental Panel on Climate Change› (IPCC), 1990, ist ebenfalls deutlich, dass dieser ‹Hyperorganismus› sich durch menschliche Einflüsse dramatisch ändert, was vor allem für die menschliche Zivilisation katastrophale Auswirkungen haben könnte. Diese Vermutung wurde in den nachfolgenden Berichten (1995, 2001, 2007 und 2014) aufs Beunruhigendste bestätigt. Seit dem Jahr 2000 wird intensiv darüber diskutiert, ob die Summe all dieser Eingriffe die Ausrufung eines neuen geologischen Zeitalters – das Anthropozän der Menschen als geologische und ökologische Kraft – rechtfertigt. Die Frage ist noch offen, aber der wissenschaftliche Konsens bewegt sich in diese Richtung.

Es ist also mehr aus deutlich, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann, und dass wie neue Ansätze brauchen, um das nachhaltige Überleben von acht Milliarden Menschen (und den dazu notwendigen hunderten von Milliarden von Pflanzen und Tieren) auf der Erde sichern zu können. Und dafür brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Technologie. Wir benötigen avancierte Hilfsmittel, um nicht nur bisher verborgene Dimensionen der Welt wahrzunehmen, sondern auch komplexere Weltmodelle und Handlungsstrategien zu entwickeln.

Aber Technologie alleine wird nicht reichen. Es braucht auch einen kulturellen Wandel. Ein Weg dahin könnte sein, die komplexen Kosmologien traditioneller, nicht-westlicher Kulturen, die etwa auch der Natur eigene Handlungsmöglichkeiten und Persönlichkeiten zu ordnen, neu zu interpretieren. Sie besassen konkretes Wissen über die komplexe menschliche und nicht-menschliche Ko-Evolution. Jedoch konnte dieses Wissen, aufgrund der relativ eingeschränkten Möglichkeiten der Informationssverarbeitung dieser Kulturen, ihr intimes Wissen sich geographisch nur begrenzt ausbreiten. In anderen Worten: diese Ansätze sind schwer übertragbar. Aber heute müssen wir auf einer globalen Stufe nachdenken und handeln. Neue Technologien und Datenverarbeitungskapazitäten könnten uns ermöglichen, intimes, konkretes (statt generalisiertes und abstraktes) Wissen über den Globus als Ganzes zu sammeln und zu speichern..Das könnte helfen, ihre Erfahrung, ökologisch nachhaltig zu denken und handeln auf die heute erforderliche globale Dimension umlegen.

Wir brauchen also die wissenschaftlich-technische Fähigkeit und den kollektiven Willen, das rasante Ansteigen der Komplexität, das wir gerade erleben, als Chance zu begreifen und sie in die richtige Richtung zu steuern. Und, das ist die gute Nachricht, in der Kultur der Digitalität steckt Potential, genau dies zu bewerkstelligen. Ich habe diese Kultur an anderer Stelle ausführlich beschrieben, deshalb hier nur in aller Kürze.[1] Sie ist entstanden als Folge tiefer, langfristiger gesellschaftlicher Veränderungen, die zur Folge hatten, dass sich immer mehr Menschen auf immer mehr Feldern mit Hilfe immer komplexerer Technologien, einmischen in die kollektive Verhandlung dessen, was wichtig und unwichtig, richtig und falsch, anstrebenswert oder zu vermeiden ist, also in irgendeiner Form teilzunehmen an der Bestimmung der Frage: Wie wollen wir leben?

Dass das ein konfliktreicher und oftmals schmerzlicher Prozess ist, steht ausser Frage. Aber aus dem Blinkwinkel westlicher Kultureliten (also aus unserem eigenen) besteht die Gefahr, dies auf die Erfahrung des Kontrollverlust und der Qualitätseinbusse zu reduzieren. Nicht ganz unähnlich, so könnte man etwas überspitzt behaupten, dem oft lamentierten Qualitätsverlust, den der Buchdruck gegenüber den illustrierten Manuskripten des Mittelalters in den Augen der Skriptoren brachte. Aus dem Blickwinkel der alten ist das neue kulturelle Verfahren fast immer schlechter, weil es die Aspekte, auf die die alten Verfahren optimiert waren, abschaffen (etwa die Meditation über den Text beim Abschreiben) und neue Elemente einführen, die nach den alten Massgaben problematisch sind (etwas das Lesen der Bibel durch Laien). Aber auf lange Sicht stellen genau diese Aspekte die Elemente eines Komplexitäts- und damit das Potential für einen Zivilisationsschub dar.

Es dabei geht keineswegs darum, die aktuellen Probleme zu leugnen, sondern darauf hinzuweisen, dass diese Probleme nicht von dem durch die Technologie ermöglichten Komplexitätsschub verursacht wurden, sondern eine Folge sind bestimmter wirtschaftlicher und politischer Entscheide wie und in wessen Interesse dieses Potential genutzt werden soll. Die meines Erachtens vielversprechendste Perspektive in dieser Situation liegt nicht darin, sich wieder ein eine ‹einfache Welt› zurück zu wünschen. Damit werden die Probleme, die diese ‹einfache Welt› hervorgebracht hat, nur noch schlimmer und man lässt dann denjenigen bei der Gestaltung der Zukunft freie Hand, deren wirtschaftliche und politische Machtfülle bereits jetzt die Demokratie bedroht.

Dem entgegengesetzt stehen wir vor der Aufgabe, die demokratische Steuerung dieser Komplexität ausbauen. Dazu müssen wir den Kreis deren, die sich zu Wort melden können, erweitern. Viel ist hier bereits geschehen, denn die Kultur der Digitalität ist ja genau jene kulturelle Form, die entstanden ist, weil sich immer mehr Menschen zu Wort melden. Dabei entstehen riesige Mengen an Informationen, die die etablierten Strukturen der kulturellen Ordnung, etwa Zeitungsredaktionen oder Museen, die auf kleine Informationsmengen hin optimiert waren, überfordern und deren Legitimität in Frage stellen. Jedem und jeder, der/die heute Zeitung liest, fällt auf, worüber die die Zeitungen alles nicht berichten, und zwar meistens gerade über das nicht, was einem selbst am meisten interessiert und das den persönlichen news-feed dominiert. Die Guerilla Girls haben seit Mitte der 1980er Jahren die Auswahl in führenden Museen und Ausstellungshäusern einer intensiven feministischen Kritik unterzogen. Allzu viel verändert hat sich nicht, ausser dass nun immer im Raum steht, dass die Auswahl des Gezeigten in problematischer Weise einseitig sei.

Die Kultur der Digitalität trat ja ihren Siegeszug genau deshalb an, weil sie neue Verfahren gefunden hat, diese Mengen zu ordnen, mit Hilfe neu einstehender sozialer Gemeinschaften, aber auch durch die Arbeit von Algorithmen, die uns diese chaotische, unüberblickbare Vielfalt dynamisch in ein menschlich-wahrnehmbares Format bringen. Dank Suchmaschinen sind wir nicht mehr auf die starre Ordnung des Zettelkastens angewiesen. Mit der Ausweitung der Sprechenden weiten wir auch die Perspektiven auf die Welt aus, die wir wahrnehmen können, und die wir in neue Modelle mit einbeziehen können.

Besonders im Hinblick auf eine neue Ökologie wird es aber nicht reichen, diese Fähigkeit der Wahrnehmung und des Sprechens nur auf Menschen zu beschränken. Wir müssen diese auch auf Pflanzen, Tiere und ganze Systeme ausweiten. Und das geschieht im Moment gerade. Überall werden Sensoren angebracht, die die Welt aus dem Blickwinkel ihres Trägers erfassen, sei das ein Baum, ein Vogel auf Wanderung oder Gletscher in den Alpen. Diese Daten werden gesammelt, ausgewertet und in die Gesellschaft zurück gespielt, teilweise in Formen, die in Alltag integriert sind, etwa per App mit der sich die Wanderungen eines ‹adoptierten› Storch auf dem Mobiltelefon verfolgen lassen. So verändert sich das Bild der Natur, der Storch ist nicht mehr ein anonymes Gattungswesen, das im Frühling plötzlich auftaucht, sondern er wird zur Persönlichkeit, wie einst Adebar im Märchen, mit einem eigenen Charakter, einer eigenen Geschichte und wird somit zu einem potentiellen Objekt der Empathie. Und was diese auslösen kann, konnte man beobachten, als die Bayrische Forstverwaltung im Juni 2006 den Bären Bruno, dessen Wanderungen vielen Menschen in Echtzeit mitverfolgt hatten, zum Abschuss freigab. Ein Sturm der Entrüstung brach aus. Dies nutzen AktivistInnen der Tierrechts- und Anti-Jagd-Bewegung um Menschen auf die Strasse zu bringen. Auf Demonstrationen trugen einige Bärenkostüm und Schilder wie ‹Wir alle sind Bruno›. Ja, es gingen gar Morddrohungen bei der Behörde ein!

Noch wissen wir nicht so richtig, was wir mit all dem Anfangen sollten. Die Forstverwaltung hat jedenfalls zunächst entschieden, das aus ihrer Sicht Übermass an Empathie zu unterbinden, in dem sie dazu überging, den Bären und anderen Wildtieren nur noch Nummern und nicht mehr Namen zu verleihen, um so die Identifikation – die Grundlage für die Empathie – zu erschweren. Aber dennoch, die Zahl der Wildtiere mit Namen, weil adoptiert und besendert, nimmt zu. Für $2500 kann man einem Hais einen Namen geben, und ihn in quasi-Echtzeit online verfolgen. Damit nähern sich Wildtiere – sogar Haie! – den Haustieren (deren Geschichte und Persönlichkeit wir auch kennen) an, ohne dass sie deswegen domestiziert würden. Was wir hier erahnen können ist ein sich veränderndes Verhältnis zwischen Kultur und Natur, weg von der klaren Trennung hin zu einer komplexen Verschränkung.

Es fehlen uns aber die passenden Konzepte und Institutionen, um dieses sich verändernde Verhältnis auch richtig gestalten zu können. Wohl in eine Sackgasse führt der Rechtsstreit, den die Tierrechtsorganisation PETA im Namen der Makaken Naruto, dessen ‹monkey selfie› globale Aufmerksamkeit erlangte, seit 2014 führt. PETA, mit Hilfe angesehener Primatenforscher, führt ins Feld, dass Naruto ein Wesen mit Wille und Individualität sei und deshalb Anspruch darauf habe, als Autor im Sinne des Urheberrechts zu gelten have (mit Hilfe von PETA, die als seine Vertreter agieren).[2] Es zu vermuten, dass noch vor 10 Jahren ein solcher Fall gar nicht vor Gericht zugelassen worden wäre, nun liegt der vor dem Ninth Circuit Court of Appeals in San Francisco zur Begutachtung.

Richtungsweisender ist da ein Fall aus Neuseeland. Im März 2017 wurde der Whanganui, der drittlängste Fluss des Landes, zu einer juristischen Person erklärt, mit allen Rechten, Aufgaben und Verpflichtungen einer juristischen Person. Damit kam eine mehr als 130 Jahre lange Auseinandersetzung zwischen den an diesem Fluss lebenden Maori Gemeinschaften und dem Staat Neuseeland zum Abschluss. Es wurde ein neues Gremium gebildet – bestehend aus je einer Vertretung der Maori Gemeinschaften und der staatlichen Verwaltung – dessen Aufgabe es ist, stellvertretend für den Fluss zu agieren. Hier wurde zum ersten Mal einem ökologischen System ein rechtsverbindlicher Status verliehen, so dass es seinen VertreterInnen erlaubt, die Interessen gleichberechtigt mit den Interessen der am Fluss lebenden anderen natürlichen und juristischen Personen zu einzubringen und so die wechselseitige Konstituierung neu zu verhandeln. In diesem Fall spielen zwar die digitalen Technologien keine direkte Rolle, aber es scheint mir kein Zufall zu sein, dass dieser Konflikt nach 130 Jahren endlich gelöst werden konnte. Er ist vielmehr symptomatisch für eine Veränderung auch und gerade des westlich-modernen Denkens und Handelns auf Basis der in der Kultur der Digitalität enthaltenen Möglichkeiten, neue Verknüpfungen zwischen Menschen, Maschinen und Natur zu konzipieren und sich damit an gewissen Stellen indigenen Kosmologien anzunähern.

Störche, Bären und Haie mit Namen oder Flüsse mit Rechtspersönlichkeit sind zarte Ansätze, deren Bedeutung vor dem Hintergrund der sich auftürmenden Probleme insignifikant zu sein scheint. Besonders wenn sie vereinzelt und isoliert bleiben. Aber es sind Beispiele, dass wir den Komplexitätsschub, der durch digitale Infrastrukturen mit verursacht wurde und der uns aktuell so viel Unbehagen bereitet, durchaus in neue, vielversprechende Realitäten gestalten können.

[1] Felix Stalder: Kultur der Digitalität. Berlin 2016.
[2] Warum die Ausweitung des Urheberrechts keine gute Idee ist, siehe Felix Stalder: Der Autor am Ende der Gutenberg Galaxis. Zürich 2014.

[Publiziert in: Dörig, Raffael u. a. (Hrsg.) (2017): Raus aus dem digitalen Unbehagen : Escaping the Digital Unease Katalog des Kunsthaus Langenthal, Basel: Merian, Christoph. (s.54-61)]