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Kulturelle Produktion und Mediennutzung im Alltag (Interview, Futurezone.at)

Interview mit der Futurezone zur kultureller Produktion und Mediennutzung im Alltag, was Thema der kürzlich veröffentlichen Studie für die Arbeiterkammer Wien war.

Mediennutzung, die über reinen Konsum hinausgeht, finde heute vielfach in einer rechtlichen Grauzone oder in der Illegalität statt, sagt der Medientheoretiker Felix Stalder. "Viele Handlungen, die gesellschaftlich wünschenswert wären, unterbleiben deshalb", meint Stalder im Gespräch mit der futurezone.at: "Es geht viel Potenzial verloren."

Ganzes Interview hier lesen

Kulturelle Produktion und Mediennutzung im Alltag

Jetzt erschienen: unsere Studie "Kulturelle Produktion und Mediennutzung im Alltag: urheberrechtliche Problemfelder und politische Lösungsperspektiven", die wir für die Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, verfasst haben.

Die Studie fokussiert auf kreative Handlungen in verschiedenen Feldern des Alltags – etwa im Bereich der Bildung, der Freizeit oder des zivilgesellschaftlichen Lebens – und daraus entstehende Risiken, die viele der wünschenswerten Potentiale der Digitalisierung im Alltag behindern oder ganz blockieren.Um diese Blockade zu lösen, eicht es nicht, an der bestehenden Konstruktion des Urheberrechts einige Details anzupassen. Vielmehr stehen wir vor einer grundsätzlichen Frage: Wollen wir die Kreativität und Kommunikationsfähigkeit breiter Bevölkerungsschichten befördern?

Sollte die Antwort mit JA ausfallen – und wir sind überzeugt, dass wir als Gesellschaft dieses Potential fördern müssen – dann stehen größere Reformen am Urheberrecht an. Die Notwendigkeit dafür ins Blickfeld zu rücken und politische Perspektiven für die Diskussion zu entwickeln ist das Ziel der Studie.

Die ganze Studie kann hier online eingesehen werden (pdf, 102 kb)

"Was ich nicht finde, fehlt mir nicht" (interview taz.de)

Jeder Nutzer bekommt bei Google personalisierte Treffer angezeigt. Der Medientheoretiker Felix Stalder fragt sich, woher das Unternehmen weiß, was das Beste für einen ist. (Interview: Svenja Bergt, 15.2.2013)

Neun Thesen zum Remix (Interview)

Interview mit dem Bayrischen Rundfunk (Autor: Matthias Leitner. 11.02.2013, 11 Min.)
Digitale Kultur, Netzpolitik und Remix-Kultur sind Steckenpferde von Felix Stalder. 2009 hat er "Neun Thesen zur Remix-Kultur" veröffentlicht. Eine davon: "Der Remix senkt die Hürde der Produktion und erweitert den Kreis der Produzenten". Wir sprechen mit ihm über den kulturellen Einfluss der Filesharingplattform "The Pirate Bay", über aktuelle Entwicklungen und wie aus Kultur-Recycling Neues entsteht.

Jahrbuch Netzpolitik 2012 – Von A wie ACTA bis Z wie Zensur

Eben ist das "Jahrbuch Netzpolitik 2012 – Von A wie ACTA bis Z wie Zensur“ erschienen.

Das Buch ist der Rückblick auf 2012 der Plattform netzpolitik.org. Es enthält nebst vielen anderen Beiträgen auch meinen Text zur Digitalen Solidarität (S.231-240).

Aus der Selbstbeschreibung:
Netzpolitik betrifft alle, jede und jeden. Was im Jahr 2012 wichtig war, was vielleicht auch zu kurz kam, darauf blickt dieses Jahrbuch zurück. Die Autorinnen und Autoren waren Beobachter und Akteur zugleich. Ihre Berichte in diesem Buch fassen die wichtigsten Themen des Jahres zusammen, ordnen ein und reflektieren. Von A wie ACTA und Anonymous über Open-Data und Überwachung bis zu Urheberrecht und Z wie Zensur: komprimiert, informiert und frei lizenziert.

270 Seiten! Mit Beiträgen von: Jan-Phillip Albrecht, Markus Beckedahl, Annegret Bendiek, Mirko Boehm, Jörg Braun, Ulf Buermeyer, Gabriella Coleman, Leonhard Dobusch, Kirsten Fiedler, Karina Fissguss, Kilian Froitzhuber, Volker Grassmuck, Johnny Haeusler, Christian Heise, Jeanette Hofmann, Jōichi ‘Joi’ Itō, Andrea Jonjic, Matthias Kirschner, Julia Kloiber, Constanze Kurz, Lawrence Lessig, Falk Lüke, Lorenz Matzat, Tim Maurer, Joe McNamee, Andre Meister, Matthias Monroy, John F. Nebel, Frank Rieger, Alexander Sander, Ben Scott, Felix Stalder, Moritz Tremmel, Ben Wagner, Stefan Wehrmeyer und Jillian C. York.

ISBN: 9783844242522

Alle weitere Information ist hier.

EIN ANDERES ODER KEINES: Das Urheberrecht im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen

Dies ist mein Beitrag zum Schwerpunkt "Urheberrecht" der Zeitschrift Gazzetta (12/2012), die von ProLitteris (Schweizerische Urheberrechtsgesellschaft für Literatur und bildende Kunst) herausgegeben wird. Dass diese sich nun für einen Dialog zu öffnen beginnt, stimmt mich hoffnungsvoll. Der von Matthias Matussek in der gleichen Ausgabe bemühte Vergleich der "Netzaktivisten" (wer genau ist das eigentlich?) mit der Hitlerjugend zeigt aber, wie tief sich einige eingebunkert haben. Und dass die Zeitschrift so analog ist, dass auf der eigenen Website nicht einmal ein Hinweis auf die Ausgabe zu finden, lässt erahnen, wie lange der Weg noch sein wird.

Der untenstehende Text ist meine Rohversion, die noch Tippfehler enthalten kann. Die redigierte und gelayoutete Fassung als eingescanntes PDF. (3.5mb)

Wir versuchen mit einem rechtlichen Instrumentarium, das die Kultur des 19. Jahrhunderts spiegelt, kulturelle Praktiken des 21. Jahrhunderts zu regeln. Das kann nicht gut gehen. Das Urheberrecht muss tiefgreifend umgestaltet werden, sonst droht es sich so weit von der Lebenswirklichkeit und den Erfahrungen der Menschen zu entfernen, dass es als ein Mittel des Zwangs der Verwerterinnen und Verwerter und nicht als ein Mittel des Schutzes der Autorinnen und Autoren erlebt wird.

Das Recht steht immer in einem komplexen Wechselverhältnis zur sozialen Wirklichkeit. Es bringt sie hervor und es nimmt sie auf. Es schafft Wirklichkeit in dem Sinne, dass es verbindliche, durchsetzungsstarke Regeln definiert, deren Wirkungsmacht auf dem staatlichen Gewaltmonopol beruhen. Das Recht ist aber selbst ein Produkt sozialer Prozesse in dem Sinne, als dass es durch die Normen, Kulturen und Machtverhältnisse des spezifischen historischen Moments seiner Formulierung geprägt wird. Die Distanz zwischen der Welt, die das Recht verkörpert und den aktuell bestehenden Normen, Kulturen und Machtverhältnissen, die es regelt, beeinflusst die soziale Legitimität eines Gesetzes. Im Normalfall eines freiheitlichen Rechtsstaats sorgt die periodische Revision des Rechtes dafür, dass diese Distanz nicht zu gross wird und die Legitimität eines Gesetzes nicht durch den steten gesellschaftlichen Wandel ausgehöhlt wird. Revisionen sind dabei immer konfliktreiche Prozesse in dem etablierte und aufsteigende Akteure darum ringen, ihre eigene Position im Gesetz zu verankern, um sich damit gegen andere besser durchsetzen zu können.

Digitale Demenz: Jetzt entspannt euch mal!

Ein Beitrag der Sendung Kulturplatz, Schweizer Fernsehen DRS, zum Thema "Digitale Demenz". Manfred Spitzer deutet das Navi als Zeichen des mentalen Niedergangs, ich seinen Kulturpessimismus als gutes Marketing in Zeiten der Krise.

kulturplatz vom 24.10.2012

Kulturplatz vom 24.10.2012

The Social Media Reader (2012) is now online

The New Media Reader (NYU Press) is now available online in full (pdf, epub etc), under a CC license. Consequently, it also includes my contribution "Between democracy and spectacle. The front and the back of the social web", which has been online since here on this blog since May. But more importantly, it also contains all others. A great collection of texts! Grab it.

With the rise of web 2.0 and social media platforms taking over vast tracts of territory on the internet, the media landscape has shifted drastically in the past 20 years, transforming previously stable relationships between media creators and consumers. The Social Media Reader is the first collection to address the collective transformation with pieces on social media, peer production, copyright politics, and other aspects of contemporary internet culture from all the major thinkers in the field.

Surveillance Chess (Springerin 4/12)

London. Kurz vor Olympia. Die U-Bahn-Haltestellen sind zu den wohl meist-überwachten öffentlichen Räumen der Welt geworden. Hier setzt sich ein Mitglied der Zürcher !Mediengruppe Bitnik auf den Boden, im Blickfeld einer Überwachungskamera. Sie öffnet einen gelben Koffer und betätigt einen Schalter. Das Bild der Überwachungskamera fällt aus, auf dem Bildschirm im Kontrollraum erscheint ein Schachbrett und aus den Boxen ertönt eine Stimme: «Ich kontrolliere jetzt ihre Überwachungskamera. Ich bin die mit dem gelben Koffer.» Das Bild springt zurück auf die Frau in der U-Bahn-Station. Und wieder schaltet das Bild um auf das Schachbrett: «Wir wäre es mit einer Partie?», fragt die Stimme. «Du bist Weiß. Ich bin Schwarz. Ruf mich an oder schreib eine SMS, um deinen Zug mitzuteilen. Das ist meine Nummer: 07582460851.»

Commons, State and Markets: Response to David Bollier

Here's my response to David Bollier's talk "The Great Value Shift - And What It Means for "Memory Institutions" at the "Economies of the Commons" conference today (11.10.) in Amsterdam. My main concern here is to rethink the relationship between markets, public institutions and the commons, in a way that public archives and commons can thrive and there is still opportunities for real entrepreneurs to innovate.

Thank you, David, for this very inspiring talk, and I think I could agree with everything you said. But I tripped over a seemingly innocuous formulation, one that have used myself repeatedly: the commons are beyond markets and states.

I think we need to be more precise here. We need to ask how the commons relate to the market and to the state, that is is, to public institutions. And, in relation to archives and libraries, we need to ask what is their relation, as public institutions, to the commons.

Let me first make a theoretical point, and then, don't worry, I will return to archives.

The commons is not beyond the market and the state, rather, it is complementary to both.