felix's blog

BUCHPRÄSENTATION UND DISKUSSION

World-Information Institute
http://world-information.org/wii
BUCHPRÄSENTATION UND DISKUSSION
Vergessene Zukunft: Radikale Netzkulturen in Europa

Mi., 28. März 2012, 19.30 Uhr
Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Universität Wien
Hofburg, Batthyanystiege, Schreyvogelsaal
1010 Wien

Vergessene Zukunft: Radikale Netzkulturen in Europa

So eben erschienen, ein neues Buch zur Aktualität der ersten Generation der Netzkulturen. Herausgeben von Clemens Apprich und mir.

Mitte der 1990er Jahre ist in Europa eine vielfältige Netzkultur entstanden. Während die US-amerikanische Szene den Cyberspace als Raum jenseits der Politik imaginierte, waren die europäischen Netzpioniere darauf bedacht, die Möglichkeiten des Internet für neue politische und kulturelle Initiativen in der realen Gesellschaft zu nutzen.
Anhand von Zeitdokumenten, aktuellen Textbeiträgen und Interviews geht dieser Band erstmals auf die kritische Haltung europäischer Netzkulturen ein. Die Beiträge liefern so wichtige Referenzpunkte zur Gestaltung unserer techno-kulturellen Gegenwart jenseits von Facebook und Google.

Inhaltsverzeichnis und Einleitung "Von Knoten zu Knoten"(pdf, 1.5mb)

Update: Eine Besprechung des Buchs durch Leonhard Dobusch gibt's auf netzpolitik.org (12.04.2012)

update II Buchbesprechung von Verena Pizzini in den Kulturrissen.

Jenseits des Urheberrechts. Der Niedergang der fordistischen Kulturindustrien

Soeben erschienen bei: european institute for progressive cultural policies

Die Krise des Urheberrechts, die wir in unzähligen Episoden tagtäglich erleben, ist im Grunde nichts Anderes als die Krise des fordistischen Produktionsmodells in den Kulturindustrien. Diese Krise ist aber dramatischer als in anderen Sektoren, denn nirgendwo sonst war dieses Modell so prägend für die Identität der bürgerlichen Gesellschaft, ist es so tief verankert in ihren gesellschaftlichen Institutionen oder reicht es so weit zurück. Nämlich bis 1452. Die Druckerpresse war eine fordistische Maschine avant la lettre in dem Sinn, dass sie es erlaubte, Produkte in kapital- und technologieintensiven, arbeitsteiligen Prozessen in grossen Stückzahlen für überregionale Märkte zu produzieren.

Das Fordistische Modell entsteht

Für die AutorInnen bedeutete das neue Modell, dass sie sich aus der feudalen Abhängigkeit von adeligen oder kirchlichen Würdenträgern lösen konnten. Sie mussten ihre Werke nicht mehr dem Ruhm und der Ehre ihres Gönners widmen. Stattdessen konnten sie für expandierende Märkte in Literatur und Wissenschaft produzieren, die von den VerlegerInnen organisiert wurden.

ACTA Proteste und die Perspektiven der Netzpolitik jenseits des Netzes

Die Schweizer Wochenzeitung bringt heute ein ausführliches Interview zu den ACTA Protesten und deren Potential jenseits der engen Grenzen der Netzpolitik.

«Linke Parteien verschlafen eine Chance»
Um die Vorherrschaft über die digitale Kultur wird heftig gestritten. Mit den Acta-Protesten ist der Kampf in der breiten Öffentlichkeit angekomm­en. Für den Schweizer Medientheoretiker Felix Stalder weist dieser weit über das Internet hinaus. Und er bietet Möglichkeiten für eine soziale und solidarische Politik.

Die Tücken von Suchmaschinen wie Google und Bing

TV Interviews haben auch so ihre Tücken.... Naja, here we go....

TV Deutsche Welle: 27.02.2012 | 04:04 Min.
Die Tücken von Suchmaschinen wie Google und Bing

Viele Internetnutzer gehen davon aus, dass Suchmaschinen neutral arbeiten - ein Irrtum. Jeder User bekommt individuelle Ergebnislisten. Die Suche wird auf den User zugeschnitten - und das hat nicht nur Vorteile.

Das Video ist hier (autostart lässt sich nicht blockieren, deshalb hier nicht eingefügt)

Enter the Swarm: Anonymous and the global protest movements

This text was written for LeMondeDiplomatique, were it appeared their February 2012 issue. Below is the manuscript as I submitted it. Here's the published version in English, Deutsch, francais, Espangol, Brasilian Portuguese, Norwegian, Slovak, etc

In the course of just one year, using the identity “Anonymous” highly efficient digital attacks have been carried out against global corporations and national governments. All in the name of freedom of speech and social justice. The media coverage has done little to clarify the events, rather, contradictory characterizations of Anonymous have been espoused, ranging from an elite hacker conspiracy, to a loose network of ignorant teenagers, from a major cyber-terrorist threat to a mere nuisance driven by sophomoric humor. None of these characterizations is entirely incorrect, because each captures some fragments of the phenomenon, but they all miss the central element of Anonymous, namely that it is not one, but many, and that it is not a group or a network, but a swarm, or to be correct, multiple swarms that feed off each other.

Die Macht der Algorithmen? Radio Diskussion DRS, 27.1.2012

Schränkt das Internet unseren Horizont ein? (Reuters)

Geben zwei Benutzer bei Google dasselbe Stichwort ein, erhalten sie oft unterschiedliche Antworten. Die Suchmaschine richtet ihre Vorschläge zunehmend nach den vermeintlichen Bedürfnissen des jeweiligen Users aus. Im deutschsprachigen Feuilleton ist darüber eine heftige Kontroverse entbrannt.

Der Zufall sei in Gefahr, unsere Privatheit sowieso und vielleicht sogar die Demokratie. Was ist dran an solchen Befürchtungen?

Darüber diskutieren die Berliner Bloggerin und Journalistin Kathrin Passig und der Internet-Theoretiker Felix Stalder von der Zürcher Hochschule der Künste.

Hören (27:09 Min)
Download (mp3, 13 mb)

Diskussion zu "Kunst hat Recht", oe1 Kulturjournal 26.01.2012

Als Folge unserer Replik (Standard.at 25.01) auf die naïve und fehlgeleitete Initiative "Kunst hat Recht" wurde ich zu einer Studiodiskussion (oe1 Kulturjournal, 26.01.2012) mit Gerhard Ruiss, einem der Initiatoren der Kampagne, eingeladen. Wem "naïv" und "fehlgeleitet" zu polemisch erscheinen, der ist eingeladen, das Interview anzuhören. Da spricht sich Ruiss etwa für ACTA und ähnliche Massnahmen aus (fehlgeleitet), aber betont gleichzeitig, dass er gegen Netzsperren etc sei (naïv). Das gehört zur Kategorie "Schwimmen ohne nass zu werden."

Tina Leisch hat heute einen sehr guten Kommentar auf Standard.at zur Diskussion veröffentlicht. Ihr Fazit:

Ja, und eine Bitte an alle die KünstlerInnen, die die Kampagne "Kunst hat Recht" unterschrieben haben, aber noch ein Che-Guevara-Leiberl im Kasten liegen haben: Bitte ganz schnell entsorgen, ohne dass es wer sieht. Sonst sind Sie völlig unglaubwürdig! Oder zumindest sofort Lizenzgebühren an die Österreichisch-Kubanische Gesellschaft überweisen (Erste Bank, BLZ 20111, Kto-Nr. 297 238 701 00).

Update 05.02.2012. Unser Kommentar im Standard hat eine sehr heftige Antwort der Initiatoren ausgelöst. In einem öffentlichen Brief haben sie unseren Beitrag als "sonders perfide" bezeichnet und eine der AutorInnen direkt angegriffen. Hier der offene Brief und die Replik darauf.

Mehr Rechte gegen die Kunst

Heute ist unsere Kommentar gegen die eben gestartete Initiative kunsthatrecht.at im Standard erschienen. Titel: Mehr Rechte gegen die Kunst. Untertitel: Die Kulturkämpfer für eine Verschärfung des Urheberrechts schneiden sich ins eigene Fleisch.

Being plagiarized

The academic pressure to increase the quantitative output of peer-"reviewed" publications is ever increasing, despite all the talk that one cannot measure cognitive work in the same way as industrial production (i.e. in terms of out-put numbers). The effect is an increased rate of crappy papers and plagiarism, not just by students, but also staff. Now, stuff of mine has been plagiarized!

The offending paper is:

Actor Network Theory and Social Science: possibilities and implications and was published in Journal of Public Administration and Governance, Vol 1, No 2 (2011) pp. 158-164

It contains extensive, verbatim excerpts of a paper of mine:

Actor-Network-Theory and Communication Networks: Toward Convergence, 1997

This was written as a grad student, 14 years ago, but currently ranked as # 6 on Google when you search for the term "actor network theory". So not hard to find (if my bubble is any measure).

Normally, I don't really mind people re-using my stuff and I don't keep track of it. But within academia, where the norms of re-use are not onerous, and citations are central to its particular mode of knowledge production, the case is different.

The new paper just reeks of someone whipping up something uninteresting to add another line to his CV, and this by someone who sits on the board of the journal. Ts, ts, ts,

Update 30.01.2012 I notified the editor of the journal, Saleh Ahmed, who replied immediately saying that they would investigate the issue. So far, nothing happened and my email inquiring about the state of the inquiry was not replied to. I wonder if I have to escalate the thing.

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