felix's blog

16.06. Ringvorlesung: Art and Digital Culture (AdBK, Nürnberg) (online)

Prof. Dr. Felix Stalder: Zur Kultur der Digitalität

https://kunst-transfer-praxis.adbk-nuernberg.de/programm/ss-2020/zur-kul...

Online-Vortrag

10. Juni 2020, 18 Uhr

In der Ringvorlesung werden verschiedene Implikationen von Digitalität in Alltagskulturen wie auch in der zeitgenössischen Kunst thematisiert und ihre kulturgeschichtlichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen diskutiert. Die immer weiter zunehmende Bedeutung digitaler Technologien für die zeitgenössische Kunst wird von Künstler*innen, Kultur- und Medienwissenschaftler*innen, Designer*innen und Kurator*innen im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen zur Sprache gebracht.

Felix Stalder ist Professor für Digitale Kultur und Theorien der Vernetzung an der Zürcher Hochschule der Künste und freier Autor in Wien. Er beschäftigt sich mit dem Wechselverhältnis von Gesellschaft, Kultur und Technologien und forscht u.a. zu Netzkultur, Urheberrecht, Commons, Privatsphäre, Kontrollgesellschaft und Subjektivität. Stalder ist zudem Vorstandsmitglied des World Information Institute in Wien, Mitglied des freien Forschungsprojekts "Technopolitics" und langjähriger Moderator der internationalen Mailingliste .

Ausgehend von seiner gleichnamigen Publikation wird Felix Stalder die zentralen Aspekte seines Verständnisses der "Kultur der Digitalität" (erschienen 2016 im Suhrkamp Verlag) vorstellen.

Tracking People and Modelling Society. COVID-19 and the politics of big data

At the moment, many people are sensing how the tectonic plates under their feet are moving. It is hard to get one’s bearing on such shifting grounds. Beginning with the virus itself, which is assumed to have jumped from animals to humans (“zoonotic spillover”) sometime last fall, there are simply too many actors in the complex dynamic system of a planetary civilization whose paths have been altered in hard-to-understand ways. This makes it impossible to plot the cumulative effects of their interaction.

While a lot of things are fairly chaotic and improvised reactions to fast-changing events, there is a certain structure to it, simply because people and institutions draw on that material, political and cultural resources which they have available. But which resources to draw on, how to mobilize them, and how to create new ones in the process is the key question. While there is path-dependency and continuity, even in the way actors can change paths, there is also a moment of extraordinary openness. It is therefore important not only to be vigilant against the authoritarian forces that are exploiting this crisis, i.e. to defend democracy as it exists, but also to think about ways of strengthening and expanding it right now.

Überwachen und Anstecken (LMD)

Die Welt verändert sich vor unseren Augen in rasendem Tempo. Keine drei Monate nachdem die Behörden von Wuhan erstmals die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über ein neuartiges Coronavirus informiert haben, sind mehr als 3 Milliarden Menschen mit schweren Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit konfrontiert, die mindestens mehrere Wochen dauern sollen.Dieses Regime der erzwungenen Immobilität ist nur der sichtbarste Teil einer tektonischen Verschiebung der politischen Landschaft, in der Maßnahmen durchgesetzt werden, die bis vor Kurzem noch undenkbar waren. Gleichzeitig radikalisieren sich bestehende Entwicklungen.

Bei der Nutzung digitaler Daten im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus kommt beides in problematischer Weise zusammen. Es ist naheliegend, auf „die Daten“ der großen Firmen der Mobilfunk- und Social-Media-Branche zurückzugreifen, um die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen. Seit Jahren betonen diese Firmen gern, wie genau sie uns kennen, wie detailliert sie über unsere Handlungen, Sorgen und Wünsche Bescheid wüssten und dass sie unser künftiges Verhalten aus unserem bisherigen ableiten könnten.Mehr noch, die digitale Netzwerktheorie, etwa Facebooks „social graph“, der die Beziehungen zwischen allen Nutzern der Plattform darstellt, und die Netzwerktheorie der Epidemiologie sind in ihren Grundlagen sehr ähnlich.

21.04. Crises, Cracks and Openings. Technopolitics of COVID-19 (online)

Tuesday, April 21. 20:00

(CEST, Central European Summer Time), Via ZOOM

Join Zoom Meeting: https://zoom.us/j/94058587129
Meeting ID: 940 5858 7129

Crises, Cracks and Openings. Technopolitics of COVID-19

The virus, officially named SARS-CoV-2, is often portrayed as something coming from the outside, be it nature or a foreign country. However, its spread is neither a natural disaster nor a strategic ploy, but a deeply techno-political event. As the disease turns into a pandemic it reveals many of the hidden structures and contradictions of the highly integrated, yet locally differentiated contemporary word.

The societal reactions to the spread and the measures which are currently put into place are transformative and might turn revolutionary.

To address an event as distributed and complex as COVID-19, no single point-of-view can suffice. Thus, we have invited artists and theoreticians from four places – Sao Paulo, Chicago, Tel Aviv, and Vienna – to speak about their particular experiences, the techno-political dynamics created by the virus, agency for cultural producers and speculate about what will remain.

SPEAKERS
David Sperling Architect, Institute of Architecture and Urbanism (IAU), University of São Paulo
Lucas Bambozzi Artist, Filmmaker and Activist, São Paulo
Brian Holmes Researcher, Writer, Activist, Chicago
Udi Edelman Isreal Digital Art Center, Tel Aviv
Tsilla Hassine Artist and Art-up Founder, Tel Aviv
Technopolitics Working Group Vienna

02.04. Netzpolitischer Abend Wien (online)

Derzeit ist alles ein wenig anders als sonst. Um einer weiteren Verbreitung von SARS-CoV-2, bekannt als Corona-Virus, entgegenzuwirken und den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, findet der Netzpolitische Abend am 2. April 2020 um 19.30 Uhr online statt. Wir haben anlassbezogen auch das Format etwas geändert. Anstelle von drei Vorträgen gibt es eine Diskussionsrunde sowie Impuls-Statements zu einem Thema, das derzeit in aller Munde ist: COVID-19, Big Data und Freiheitsrechte – wo geht die Reise hin?

In den vergangenen Wochen sind Dinge passiert, die wir davor regelrecht für eine Dystopie gehalten haben. Darüber und über die Verhältnismäßigkeit und den Nutzen der Maßnahmen wollen wir mit folgenden Personen online diskutieren:

  • Thomas Lohninger (Geschäftsführer epicenter.works)
  • Katja Mayer (Soziologin am Institut für Wissenschafts- und technikforschung)
  • Max Schrems (Datenschutzaktivist, Gründer von NOYB.eu)
  • Felix Stalder (Professor für digitale Kultur an der Züricher Hochschule der Künste)
  • Barbara Wimmer (Netzpolitik-Journalistin und Autorin)

    Unter der fachkundigen Moderation von Herbert Gnauer (Cyberspacebewohner seit 1993 und Radiomacher für Freie Radios) werden Fragen rund um Handy-Tracking, Big Data, freiwillige und verpflichtende Apps wie die Corona-App des Roten Kreuzes, Contact Tracing von Erkankten und deren Kontaktpersonen, sowie weitere dringende Fragen, die COVID-19 und unsere digitalen Freiheitsrechte betreffen, erörtert.

    Ab 19.15 Uhr könnt ihr euch unter diesem Link (Zoom) in die Diskussion einklinken und per Chat eure Fragen stellen. Los geht es ab 19.30 Uhr. Ihr könnt auch ganz passiv ohne aktiviertes Audio- und Video an der Diskussion als stumme Teilnehmer zuhören. Wir freuen uns auf euch! Die Veranstaltung wird auch auf Okto.TV übertragen.

  • Von der repräsentativen zur vernetzten Demokratie

    Die alten Formen der Demokratie, die etablierten Wege, wie die Öffentlichkeit aufgebaut wurde, befinden sich in einer tiefen Krise, und Appelle an eine idealisierte Vergangenheit werden sie nicht retten. Sie sind eindeutig nicht mehr der Aufgabe gewachsen, eine immer komplexere Gesellschaft zu organisieren. Gegen die Wende des erneuerten Autoritarismus sollten wir darüber nachdenken, wie wir uns mit der Kapazität des Digitalen verbinden können, mit der Fähigkeit, neue Wege des Wissens und des Zusammenseins mit der Erfahrung des physischen Raums zu bieten, um der gegenwärtigen Tendenz zur Fragmentierung in immer kleinere Gemeinschaften und der daraus resultierenden Unverständlichkeit der Welt zu begegnen.

    Die parlamentarische, repräsentative Demokratie mit ihrem System der Gewaltenteilung, die noch in den 1990er Jahren den Siegeszug um die Welt anzutreten schien, ist unübersehbar in der Krise. In den vereinigten Staaten mit Trump, in Ungarn mit Orban, in den Philippinen mit Duderte, in der Türkei mit Erdogan und an vielen weiteren Orten hat ein neuer Typus von Politikern (aktuell nur Männer) die Macht erobert, der sich ganz offen gegen demokratische Regeln stellt und neue autokratische Strukturen implementiert. Von ehemaligen Volksparteien, die die Nachkriegsordnung geprägt und deren Verankerung in der Bevölkerung Demokratie legitimiert haben, ist, etwa in Frankreich, kaum mehr etwas übrig, und wo sie noch stärker sind, sind sie zum Verwalter des Status Quo geworden, die außer ein müdes “Weiter so!” programmatisch wenig zu bieten scheinen. Die Demokratie wird von außen angegriffen und ist von innen her ausgehöhlt.

    Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig. Im Folgenden möchte ich auf einen, aber meines Erachtens sehr wesentlichen, Grund fokussieren: die Veränderungen in der Struktur der Öffentlichkeit, in der demokratische Fragen verhandelt und Entscheide legitimiert werden.

    Die enttäuschten Hoffnungen des Internets

    Michael Taussig, The Revenge of the Sirens

    Update: Over at world-information.net is the full video documentation of the event. Well worth the time.

    Taussig, IITaussig, II

    The Revenge of the Sirens – Michael Taussig
    Postscript on Nervous Digital Systems 12. February 2020 19:30

    A Tale of Meltdown & the Metamorphic Sublime in four acts, the stage being a shadow on the wall, the shadow of the past meeting the future as dialectical image. Performance by Michael Taussig. Presented by World-Information Institute at rhiz – http://rhiz.wien

    13 & 14.02 THE WHITE WEST III, Automating Apartheid. Conference (Vienna)

    https://kunsthallewien.at/en/event/the-white-west-iii-automating-apartheid/

    KASINO AM SCHWARZENBERGPLATZ

    Conceptualized by Kader Attia and Ana Teixeira Pinto
    Organized by Kunsthalle Wien in cooperation with Burgtheater

    In his famous essay Discourse on Colonialism, the poet Aimé Césaire argued that what in Europe is called ‘fascism’ is just colonial violence finding its way back home. But his warnings went unheeded. More widely read was The Authoritarian Personality by Theodor Adorno et al. Published in 1950, the same year as Discourse on Colonialism, it developed the F scale (F for fascist) in order to gauge the psychological predisposition for fascism among the democratic citizenry, leaving the post-war consensus to settle on the notion that fascism was a personality trait, resulting from the devolution of the individuated liberal subject. Still dominant today, this tendency to psychologize fascism fails to incorporate the colonial dimension, obscuring the continuities between fascism and the biopolitics of empire, and ultimately depoliticizes both.

    Seventy-five years later, while the West indulges in fantasies of reverse colonization involving the subjugation of white people, the process of recolonization has been renewed with increased ferocity. Recent events in Bolivia, driven by the hunger for lithium, commonly used for mobile devices or electric vehicles, make apparent the structuring force of race in geopolitics, as well as the role of the digital economy in the production and reproduction of a new settler frontier.

    12.02. The Revenge of the Sirens – Michael Taussig (Vienna)

    The Revenge of the Sirens – Michael Taussig
    Postscript on Nervous Digital Systems 12. February 2020 19:30 @rhiz

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