felix's blog

Die Algorithmen, die wir brauchen

Der Vortrag an der Republica 17, hat zwar den selben Titel, die dieser hier, nähert sich jedoch der Frage, welche Algorithmen wir brauchen, auf andere Weise an.

Zusammenfassung in zwei Tweets :)

Mireille Hildebrandt: On the Algorithmic Condition

Fantastic, wide-ranging and free flowing lecture on the Algorithmic Condition by Mireille Hildebrandt. She covers issues such as

  • Agency, Game Theory & Nudging
  • Categorization & Golden Cages
  • Outsourcing Cognition & Freedo
  • Uncertainty & the Burden of Proof
  • Cybernetics, Ambiguity & Objectivity
  • Assumptions, Biases & Watchdogs

This lecture / interview was conducted as part of the Painted by Numbers project of the Word-Information Institute. The lecture is 55 minutes long, and worth every minute. It complements nicely Stefano Harney's lecture / interview on Algorithmic Institutions conducted for the same project.

Grundformen der Digitalität

Der Jahrtausendwechsel erschien vielen Zeitgenossen, auch mir, als großes Nicht-Ereignis. Nicht nur das angekündigte Chaos der Computersysteme wegen des berüchtigten Millenium Bugs blieb weitgehend aus. Auch sonst war der 1.1. 2000 kaum vom 31.12. 1999 zu unterscheiden. Rückblickend kann man jedoch feststellen, dass um das Jahr 2000 tatsächlich ein epochaler Wechsel stattgefunden hat. Nicht von einem Tag auf den anderen, aber in relativ kurzer Zeit in einer Serie von Kippmomenten. Bereits lange andauerende Bewegunbgen haben eine kritische Masse überschritten und sind zur einer neuen kulturelle Umgebung verschmolzen. Am deutlichsten lässt sich dieses Kippen an der rasanten Ausbreitung des Internets nachverfolgen. Das Internet wurde in seinen Grundzügen in den 1970er Jahren entwickelt. Jedoch noch drei Jahre vor der Jahrtausendwende war es, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, ein fast marginales Phänomen. Nur etwa sechs Prozent aller Deutschen nutzen das Internet zumindest gelegentlich. Drei Jahre danach waren es bereits mehr als 53 Prozent. Seitdem ist der Anteil weiter gewachsen. Für die unter 40-Jährigen lag er 2014 bei über 97 Prozent. Parallel dazu stiegen die Datenübertragungsraten deutlich, mit Breitbandanschlüssen fiel das Einwählen per Modem weg, das Internet war nun »hier« und nicht mehr »dort«. Mit der Ausbreitung mobiler Endgeräte ab 2007, dem Jahr der Einführung des ersten iPhone, wurde digitale Kommunikation flächendeckend und kontinuierlich verfügbar. Das Internet ist seither überall.

11.05. Design Resarch Colloquium (Berlin)

Design Research Colloquium SoSe 2017

The Design Research Colloquium features presentations by doctoral students of the Design Research Lab as well as by invited personalities from the international design research landscape. In a bi-weekly rhythm, a scientific essay, a book chapter, a concrete project or a concept will be presented in the lecture and subsequently discussed in the group.

The Design Research Lab takes place on thursdays from 9:30 – 11.00 Uhr at Einsteinufer 43-53 (Raum 203). This semester it will start again on Thursday 27.04! These are the dates:

27.04. Florian Sametinger
Introduction to Design Methods

04.05. Anne Wohlauf & Marie Rosa Beuthel
Participatory design challenges in Japan

11.05. Felix Stalder
Kultur der Digitalität

18.05. Valentin Janda
Wort, Bild, Objekt – pragmatische Trennungen und Rekombinationen im Design

01.06. Prof. Dr. Uta Brandes & Prof. Dr. Michael Erlhoff
On the Quality of the Superficies/Supertficiality
– Zur Qualität der Oberfläche in Designtheorie und -praxis

08.06. Prof. Dr. Gesche Joost (t.b.c.)
Designing Politics

15.06. Prof. Dr. Heide Schelhowe (t.b.c)
Zum Schein der Digitalen Medien und zum Geschlecht der Informatik

29.06. Prof. D. Christof Windgätter
Selbstbewirtschaftung. Zur fortgesetzten Anthropometrie des Ich.

13.07. Prof. Boris Müller
Design Research at the Urban Complexity Lab

Das Design Research Kolloquium wird im Wechsel von Doktorandinnen und Doktoranden des Design Research Labs bzw. von eingeladenen Persönlichkeiten der internationalen Designforschungslandschaft gestaltet. Im zweiwöchentlichen Turnus wird je ein wissenschaftlicher Aufsatz, ein Buchkapitel, ein konkretes Projekt oder ein Begriff im Vortrag erörtert und anschließend in der Gruppe diskutier

10.05. Demokratisierung und Pluralisierung von Wissen (Leipzig)

Die AG #digitalegegenwart lädt ein zum zweiten Salon Digital: „Demokratisierung und Pluralisierung von Wissen“
am 10. Mai 2017 ab 15.00 Uhr, in der Schillerstraße 6, Raum S102

mit Felix Stalder, Patrick Franke, Sebastian Herrmann und Henriette Rösch
Moderation: Verena Klemm, Martin Roth

Die zweite Ausgabe des Salon Digital widmet sich in zwei Vorträgen und einem anschließenden Podiumsgespräch dem Thema „Demokratisierung und Pluralisierung von Wissen“. Wissenskulturen sind ständigen Veränderungen unterworfen, die nicht zuletzt abhängen von den zur Verfügung stehenden Technologien. So leitete der Druck mit beweglichen Lettern im 15. Jahrhundert das Zeitalter der Printmedien ein, wohingegen der digitale Wandel heute das gedruckte Wort mehr und mehr zurückdrängt. Dass sich bei solchen Medienrevolutionen immer schon die Befürworter und Gegner der neuen Technologien erbittert bekämpft haben, ist eine Konstante kultureller Entwicklungen. Doch in welchem Verhältnis stehen Strukturen und Formate der Wissensorganisation in Geschichte und Gegenwart, wie beispielsweise Enzyklopädie und Wikipedia, wenn es um die Sammlung, Kategorisierung, Selektion und Sichtbarmachung von Wissen geht? Wem wird Zugang zu diesem Wissen gewährt, wem bleibt er verwehrt? Sind Mechanismen der Macht als Kontrolle über Wissen heute mit denen zu anderen Zeiten und an anderen Orten vergleichbar? Und was ist letzten Endes aus dem Versprechen der Demokratisierung und Pluralisierung von Wissen in der digitalen Gegenwart geworden?

Programmablauf:
15:15-16:15 Uhr Felix Stalder: „Kultur der Digitalität“
16:15-16:30 Uhr Pause
16:30-17:30 Uhr Patrick Franke: „Wissenschaft, eingebettet in die Schwarmintelligenz: das Modell der Bamberger Islam-Enzyklopädie“
17:30-17:45 Uhr Pause

08.05. Algorithmen die wir brauchen. re:publica (Berlin)

Mein Vortrag an der re:publica17

Short thesis:

Intelligente Infrastrukturen und (teil)automatisierte Entscheidungsprozesse sind notwendig, um viele der anstehenden Herausforderungen anzugehen. Sie können aber auch eine große Gefahr für persönliche Autonomie, Chancengleichheit und demokratische Teilhabe darstellen. Darum ist es entscheidend zu unterscheiden, zwischen jenen Algorithmen, die wir wollen und jenen, die wir verhindern müssen.

Description:

Der Vortrag macht einen Vorschlag, wie wir diese Unterscheidung treffen können. So viel schon vorne weg: einen "Algorithmen-TÜV" brauchen wir nicht.

Stage 5
Monday, May 8, 2017
16:30 to 17:00

03.05. Kultur der Digitalität, IPMZ (Zürich)

Vorlesung FS 2017

Facetten des Medienwandels
Ort: BIN-1-B.01, Binzmühlestrasse 14, 8050 Zürich
Zeit: Mi 14:00 bis 15:45 Uhr
Abteilung Medienwandel & Innovation
www.mediachange.ch

03.05.2017

Kultur der Digitalität
Gastreferent: Felix Stalder (ZHdK)
Literatur:
− Stalder, F. (2006). Kultur der Digitalität. Berlin: Suhrkamp Verlag, S. 95-202.

25.03. Die Jetztzeit der Monster. What Comes After Nations? (Berlin)

As part of the Now is the Time of Monsters. What Comes After Nations? I will be giving a talk.

Central to the practice of neo-liberal power is the notion of the protocol, that is, the rules of engagement of independent actors who are not per se bound to a hierarchical relationship of command and obedience. The rules of these protocols, however, are binding in as much as their acceptance is a precondition for entering into the space of agency. Over the last 30 years, neo-liberal elites have created dense sets of protocols, power structures where rules are enforced but never justified. Today, under the perception of a general crisis, and in opposition to an experience of ubiquitous, unaccountable power, a new desire for embodied power has emerged. A progressive answer to this crisis – as media scientist Felix Stalder suggests – could be to change the character of the rules themselves rather than returning to the idea of the nation-state and hierarchy.

This will take place inside the stream: "State Technologies. A Portrait of Contemporary Power" Saturday, Mar 25, 5- 8:30 PM, at Haus der Kulturen der Welt.

09.03. Ringveranstaltung: OPEN DATA (Wien)

Update: Dokumentation der Veranstaltung

März 9 | 18:30 - 20:30

http://www.wtz-ost.at/veranstaltungen/open-data

Ringveranstaltung Teil 3: OPEN DATA

Von Daten und Werken. Dynamiken des freien Zugangs
Felix Stalder, ZHdK

„Open Data“ steht gemeinsam mit „Open Access“ und „Freien Lizenzen“ für den umfassenden Wandel des Zugangs zu und des Umgangs mit Informationen. Nutzer_innen werden nicht nur als Konsument_innen entworfen, sondern auch als Produzent_innen. Solange es sich bei den Informationen um Daten handelt, ist dieser Prozess vergleichsweise unkontrovers. Wenn diese Informationen aber kulturelle und künstlerische Werke sind, dann kommen komplexe kulturelle Fragen nach „Werkintegrität“ und „Autorschaft“ mit ins Spiel. Diese sollten aktiv mitreflektiert werden, denn sie sind – wie „Open Data“ – Teil der Veränderung der kulturellen Landschaft unter den Bedingungen der Digitalität.

Open Data im Kontext aktueller Politiken und Diskurse
Michela Vignoli, AIT

Michela Vignoli präsentiert aktuelle Entwicklungen und Initiativen im Bereich von Open Data auf nationaler und europäischer Ebene. Ihr Beitrag reflektiert diese im Zusammenhang mit aktuellen Diskursen um Open Innovation und Open Science im Kontext der Geistes-, Sozial-, Kunst- und Kulturwissenschaften.

Moderation: Peter Tschmuck, Institut für Kulturmanagment und Gender Studies (IKM)

Prof. Dr. Felix Stalder ist Professor für Digitale Kultur und Theorien der Vernetzung in Zürich, Vorstandsmitglied des World Information Institute in Wien und langjähriger Moderator der internationalen Mailingliste . Er beschäftigt sich mit dem Wechselverhältnis von Gesellschaft, Kultur und Technologien, und forscht u.a. zu Netzkultur, Urheberrecht, Commons, Privatsphäre, Kontrollgesellschaft und Subjektivität.

Armin Medosch (1962-2017)

[This was initially written for nettime, where many others joined in to complete the picture of a life well lived.] [Update, early March: We turned the many memories and remembrances into a small publication.]

Armin Medosch died yesterday, on the day two months after being diagnosed with cancer. I'm sure many people on nettime knew him very well. He was a true pioneer of the media arts and network culture scene in Europe. Indeed for much longer than even nettime exists.

I first learned of Armin not as a person, but a legend. In the early 1990s, he was one of a band of artists of an unqualifiable streak who roamed the Baltic sea on the Kunst-Raum-Schiff, MS Stubnitz. An 80m former freeze & transport vessel of the GDR high seas fishing fleet, they had re-purposed as a moving center for experimental electronic culture. He curated and organised exhibitions and symposia in Rostock, Hamburg, Malmö and St.Petersburg. The project was incredibly evocative, even for someone like me who had never seen the ship, because it fused many of the ideas that would come to define network culture, namely nomadism, a total disregard for established culture institutions, DIY and an exploration of the wild wastelands opened by the breakdown of the Soviet system, after 1989.

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