felix's blog

Bias in Algorithms

Talk at A1, Vienna. 26.06.2018. Organized by Frauennetzwerk, A1.

Was neu ist, nervt, von Katrin Passig und Felix Stalder

09.06.2018 | 55 Min. | Quelle: Deutschlandfunk Nova

Neue App, neue Smartwatch, neuer Sprachassistent - manche von uns begeistern sich für jede technische Entwicklung. Aber dann gibt es auch die anderen, die Veränderungen sehr skeptisch gegenüberstehen.

Zwei Präsentationen im Rahmen der Veranstaltung "Internet und seelische Gesundheit" (10.05.2018)

12&13.06. 10 Years of ‘Profiling the European Citizen’: Slow Science Seminar (Brussels)

Organised by: Emre Bayamlioglu, Irina Baraliuc, Liisa Janssens, Mireille Hildebrandt

2018 marks the 10th anniversary of ‘Profiling the European Citizen’ (ed. Mireille Hildebrandt and Serge Gutwirth), which brought together lawyers, computer scientists and philosophers around emerging practices of data mining, knowledge discovery in data bases (KDD) and their application in a variety of domains.

The title of the book turns out to have been prophetic, touching upon a series of implications of what has now been coined as the micro targeting of individuals as consumers and citizens, based on machine learning and AB testing.

To celebrate – or even to mourn – the relevance of the volume, LSTS is organizing a seminar to reflect on current affairs and further implications. In two days we will engage with 24 provocations by an awe-inspiring line-up of lawyers, computer scientists, philosophers and social scientists. Focus is on 6 themes that will hopefully induce both deep thinking and a challenging cross-disciplinary conversation:

1. Theories of normativity between law and machine learning
Sylvie Delacroix, Patrick Allo, Seda Guerses, Emre Bayamlioglu

2. Transparency theory for data driven decision making
Karen Yeung, Anton Vedder, Jaap-Henk Hoepman, Gloria Gonzalez Fuster

3. Presumption of innocence in data driven government
Lucia Sommerer, Linnet Taylor, Tobias Blanke, Sabine Gless

4. Legal and political theory in data driven environments
Orla Lynskey, Ben Wagner, Arjen de Vries, Irina Baraliuc

5. Saving machine learning from p-hacking
Antoinette Rouvroy, Felix Stalder, Clare Gollnick, Mireille Hildebrandt

6. The legal and ML status of micro targeting
Bart Custers, Serge Gutwirth, Reuben Binns, Niels van Dijk

https://vublsts.wordpress.com/2018/05/13/10-years-of-profiling-the-europ...

Herausforderungen der Digitalität jenseits der Technologie

Diesen Text als schön gestaltetes PDF drucken / lesen.

Der Leitartikel der Ausgabe aus dem Themenfeld Demokratie fasst die Herausforderungen zusammen, die die Digitalisierung an die Gesellschaft und vor allem auch an die Hochschulen stellen – abgesehen von Ausstattung und Technologie.

Im Zuge der Digitalisierung – die Ausweitung des Einsatzes digitaler Technologien – ist eine neue Infrastruktur der Wahrnehmung, der Kommunikation und der Koordination entstanden. Weil dies grundlegende Dimensionen fast aller individuellen und kollektiven Tätigkeiten sind, lösen die neuen Strukturbedingungen des Handelns – die Digitalität – weitreichende Veränderungen aus. Alte Muster des Denkens und Handelns kommen in die Krise, neue Muster entstehen. Sei es in Bezug darauf, wie jeder Einzelne sich selbst und die Welt erlebt, wie die Demokratie weiterentwickelt werden kann, oder wie sich das Verhältnis zu Natur gestalten lässt. Das ist sowohl eine Chance, weil es die Möglichkeit enthält, überkommene und den gegenwärtigen Herausforderungen nicht mehr gerecht werdenden Muster und Verfahren zu verbessern, als auch eine Gefahr, weil dieser notwendige Wandel tiefe Momente der Desorientierung enthält, was Gegenreaktionen auslöst, die umso heftiger werden, je mehr diese strukturellen Veränderungen eingebettet sind in politische Bestrebungen, solidarische Elemente in der Gesellschaft aufzulösen. Davon direkt betroffen sind auch die Methoden und Verfahren, wie wir gesichertes Wissen über die Welt generieren und wie dieses in die Gesellschaft gelangt - eine der zentralen Aufgaben der Universitäten.

<nettime> and the GDPR, sort of

To: nettime-l {AT} kein.org
Subject: and the GDPR, sort of
From: nettime mod squad
Date: Fri, 25 May 2018 19:51:41 +0200

Dear Nettimers,

Most of us have been drowning in emails asking us to confirm or simply continue to consent to being part of this or that mailing list, newsletter, etc.

Now that the deadline has passed and the laws are in place, it's as good a time as any to remind everyone that isn't a legal entity. It can't have (let alone enforce) a meaningful data-use or data-protection policy beyond what's stated in the footer of every nettime post, including this one. Since February of 1996, that footer has said -- 22 years ahead of the GDPR -- "no commercial use without permission."

Agency. Digitalität und Handlungsfähigkeit.

Felix Stalder

Der englischsprachige Begriff agency hat keine direkte deutschsprachige Entsprechung. Er wird meist mit Handlungsfähigkeit, Handlungsvermögen oder auch Handlungsmacht übersetzt. Gemeint ist damit die Fähigkeit eines Akteurs, innerhalb einer gegeben Situation nicht nur determiniert zu reagieren, sondern mit einer gewissen Offenheit auf sich selbst und andere Einfluss zu nehmen. Warum taucht dieser Begriff nun in einem Band zu Kulturöffentlichkeit und Digitalisierung auf? Wir gehen davon aus, dass durch den zentralen Stellenwert, den komplexe, dynamische Technologien der Kommunikation in der Konstitution von Öffentlichkeit(en) spielen, neue Formen von Handlungsfähigkeit entstehen. Die Digitalisierung verändert also die Akteure und damit die Dynamiken, wie Kultur wahrgenommen und reflektiert wird, tiefgreifend. Um diese besser zu fassen, ist eine Klärung des Begriffs für diesen Kontext sinnvoll.

Agency and the digital condition

The term agency is particular to the English language. It has, for example, no direct German equivalent. It is usually rendered by the German words Handlungsfähigkeit (ability to act), Handlungsvermögen (faculty for acting), and even Handlungsmacht (power to act). What is meant is the ability of an agent within a given situation to react not only in a predetermined way but also to influence oneself and others with a certain degree of freedom. Why, then, does this term appear in a book about the cultural public sphere and digitalization? We start from the assumption that as complex, dynamic technologies of communication play in central tole in constituting the public sphere(s), new forms of agency emerge. The digital condition thus profoundly affects the agents and dynamics in which culture is perceived and reflected. To better understand this, it makes sense to clarify the concept of agency in this context.

23.05. Digitalität und Öffentlichkeit (Zürich)

Felix Stalder, vfg lecture 08

Mai 23 @ 19:00 - 21:30

Digitalität und Öffentlichkeit

Im 20. Jahrhundert verlagerte sich Öffentlichkeit immer mehr in die Massenmedien, Redaktionen und andere professionelle Akteure bestimmten die Grenze zwischen privat und öffentlich. Heute ist diese Grenze stark erodiert und eine grosse Zahl von Menschen und Maschinen beeinflusst, wie Öffentlichkeit zu Stande kommt. Der Vortrag wird einige Strukturen der gegenwärtigen Form von Öffentlichkeit zur Diskussion stellen.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 23. Mai 2018, um 19 Uhr in der Buchhandlung Never Stop Reading an der Spiegelgasse 18, 8001 Zürich, statt.

10.05. Hypernormal Hybrids (Vienna)

World-Information Institute in cooperation with Volkstheater Wien:

Thursday 10.05. 2018, 19:30h Rote Bar, Arthur-Schnitzler-Platz 1, A-1070

Lydia H. Liu with Thomas Macho on Freudian Robots

Marc Elsberg with Felix Stalder on Fiction and Models

Algolounge Algorithmic Soundperformance: burn_those_idle_cycles

http://www.volkstheater.at/stueck/hypernormal-hybrids/

https://world-information.net/hybrid/

Die Kultur der Digitalität und die Kulturpolitik

Martin Lätzel: Welchen Stellenwert messen Sie der Digitalisierung in unserem Zeitalter bei?

Felix Stalder: Durch die Digitalisierung ist eine neue Infrastruktur der Wahrnehmung, der Kommunikation und der Koordination entstanden. Weil diese Tätigkeit so grundlegend für fast alle individuellen und kollektiven Tätigkeiten sind, bleibt kaum ein Aspekt unserer Existenz davon unberührt. Das reicht von der Veränderung der Art- und Weise, wie jedeR Einzelne sich selbst erfährt, bis hin zu Fragen, wie wir unsere Demokratie und das Verhältnis zu Natur neu gestalten wollen.

ML: Welchen Kulturbegriff legen Sie Ihren Thesen zugrunde?

Kultur hat für mich eine „soziale Bedeutung“, sie ist ein partieller und fragiler Konsens über Wertefragen. Überall da, wo wir uns entscheiden können und müssen, da kommen kulturelle Fragen auf. Was ist die richtige Ernährungsweise? Welche Eingriffe sollen der pränatalen Medizin erlaubt werden? In Summe stellt und versucht Kultur die Frage zu beantworten: Wie sollen wir leben? Solche Fragen sind immer umstritten, deshalb ist Kultur ein Prozess, der sich in dauernder Veränderung befindet. Das Besondere an Kultur unter den Bedingungen der Digitalität ist, dass sich mehr Menschen, auf mehr Feldern denn je in diese Auseinandersetzungen einmischen. Damit das funktionieren kann, brauchen sie immer komplexere Technologien, die es möglich machen, die enormen Informationsmengen, die dabei entstehen, zu verarbeiten.

ML: Immer öfter hört man den Begriff der „disruptiven“ Entwicklung der Digitalisierung. Ist das aus Ihrer Sicht Alarmismus, oder wie müssen wir diese Disruption verstehen?

Syndicate content