felix's blog

23.05. Digitalität und Öffentlichkeit (Zürich)

Felix Stalder, vfg lecture 08

Mai 23 @ 19:00 - 21:30

Digitalität und Öffentlichkeit

Im 20. Jahrhundert verlagerte sich Öffentlichkeit immer mehr in die Massenmedien, Redaktionen und andere professionelle Akteure bestimmten die Grenze zwischen privat und öffentlich. Heute ist diese Grenze stark erodiert und eine grosse Zahl von Menschen und Maschinen beeinflusst, wie Öffentlichkeit zu Stande kommt. Der Vortrag wird einige Strukturen der gegenwärtigen Form von Öffentlichkeit zur Diskussion stellen.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 23. Mai 2018, um 19 Uhr in der Buchhandlung Never Stop Reading an der Spiegelgasse 18, 8001 Zürich, statt.

10.05. Hypernormal Hybrids (Vienna)

World-Information Institute in cooperation with Volkstheater Wien:

Thursday 10.05. 2018, 19:30h Rote Bar, Arthur-Schnitzler-Platz 1, A-1070

Lydia H. Liu with Thomas Macho on Freudian Robots

Marc Elsberg with Felix Stalder on Fiction and Models

Algolounge Algorithmic Soundperformance: burn_those_idle_cycles

http://www.volkstheater.at/stueck/hypernormal-hybrids/

https://world-information.net/hybrid/

Die Kultur der Digitalität und die Kulturpolitik

Martin Lätzel: Welchen Stellenwert messen Sie der Digitalisierung in unserem Zeitalter bei?

Felix Stalder: Durch die Digitalisierung ist eine neue Infrastruktur der Wahrnehmung, der Kommunikation und der Koordination entstanden. Weil diese Tätigkeit so grundlegend für fast alle individuellen und kollektiven Tätigkeiten sind, bleibt kaum ein Aspekt unserer Existenz davon unberührt. Das reicht von der Veränderung der Art- und Weise, wie jedeR Einzelne sich selbst erfährt, bis hin zu Fragen, wie wir unsere Demokratie und das Verhältnis zu Natur neu gestalten wollen.

ML: Welchen Kulturbegriff legen Sie Ihren Thesen zugrunde?

Kultur hat für mich eine „soziale Bedeutung“, sie ist ein partieller und fragiler Konsens über Wertefragen. Überall da, wo wir uns entscheiden können und müssen, da kommen kulturelle Fragen auf. Was ist die richtige Ernährungsweise? Welche Eingriffe sollen der pränatalen Medizin erlaubt werden? In Summe stellt und versucht Kultur die Frage zu beantworten: Wie sollen wir leben? Solche Fragen sind immer umstritten, deshalb ist Kultur ein Prozess, der sich in dauernder Veränderung befindet. Das Besondere an Kultur unter den Bedingungen der Digitalität ist, dass sich mehr Menschen, auf mehr Feldern denn je in diese Auseinandersetzungen einmischen. Damit das funktionieren kann, brauchen sie immer komplexere Technologien, die es möglich machen, die enormen Informationsmengen, die dabei entstehen, zu verarbeiten.

ML: Immer öfter hört man den Begriff der „disruptiven“ Entwicklung der Digitalisierung. Ist das aus Ihrer Sicht Alarmismus, oder wie müssen wir diese Disruption verstehen?

25.04. Internet und seelische Gesundheit (Berlin)

22. Berliner Kolloquium

25. April 2018
Karl Storz Besucher- und Schulungszentrum
Scharnhorststraße 3, 10115 Berlin

Programm

Website

Bahnbrechende technische Entwicklungen haben nicht nur unsere Alltagsabläufe und Gewohnheiten verändert, sondern auch unsere Wahrnehmungen und Gefühle – und in der Konsequenz die menschliche Existenz selbst. Nie wurde jedoch so lange und intensiv über die Auswirkungen einer technologischen Entwicklung auf die seelische Gesundheit diskutiert, wie nach der Einführung des Internets. Diese Diskussion zieht sich durch alle Teile der Gesellschaft, von den großen Feuilletons zu den neuen Medien bis an die Küchentische der Familien.

Die psychiatrische Forschung hing dieser Entwicklung lange hinterher. Mit den üblichen quantitativen Methoden lassen sich die Auswirkungen so tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungsprozesse in ihrer Komplexität nur schwer erfassen. Viele unterschiedliche Faktoren spielen bei den Auswirkungen der Technologien rund um die neuen Medien auf die menschliche Psyche eine Rolle: die Persönlichkeit des Nutzers, die Art der Nutzung und damit auch der jeweilige Stand der technischen Entwicklung.

20.04. Creating commons-based exhibition formats (Zurich)

16:00ZHdK, Toni Areal, room ZT 6.K04

Presentation of the research project and discussion with students of the curatorial studies programme about commons-based exhibition formats.

Felix Stalder & Cornelia Sollfrank

http://www.curating.org/

27.2. Solidarität und kulturelle Aneignung (Linz)

Ich bin zu Gast bei Martin Wassermair's Diskursreihe!

Einspruch. Widerrede.
Globalisierung und kulturpolitische Kritik
Diskursreihe #3

Solidarität und kulturelle Aneignung

Das globale Finanz- und Wirtschaftssystem steckt seit Jahren in einer tiefen Krise. Doch mit ihr eröffnen sich auch bislang unbekannte Möglichkeiten solidarischen Handelns.

Zunächst aber kennzeichnet ein Widerspruch die Entwicklung: Soziale Interaktionen und vernetztes Wissen gewinnen an Bedeutung, während die Privatisierung kultureller Inhalte immer aggressiver um sich greift. Was sind also tatsächlich notwendige Voraussetzungen für neue Produktionsweisen?
Und wie trägt die Kultur des Digitalen zu einer gerechten Gesellschaft bei?

Felix Stalder ist Medientheoretiker, Kulturwissenschafter und
Publizist und lehrt an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

27. Februar 2018 - 19:30
Pfarrplatz 18 - Linz
Eintritt frei

http://www.raum-schiff.at

http://www.hashtag-publik.at

15.2. The Digital Condition: Book Launch & Discussion (London)

Thursday February 15th,
17.30-19.00
Room: RHB 142
Richard Hoggart Building,
Goldsmiths University
London
RHB 142 is fully accessible.

Free, All Welcome

In his new book new book “The Digital Condition” (Polity Press, Feb. 2018) Felix Stalder argues that Referentiality, communality, and algorithmicity have become the characteristic cultural forms of the digital condition because more and more people – in more and more segments of life and by means of increasingly complex technologies – are actively (voluntarily and/or compulsorily) participating in the negotiation of social meaning. They are thus reacting to the demands of a chaotic, overwhelming sphere of information and thereby contributing to its greater expansion. It is the ubiquity of these cultural forms that makes it possible to speak of the digital condition in the singular.

The goals pursued in these cultural forms, however, are as diverse, contradictory, and conflicted as society itself. It would therefore be equally false to assume uniformity or an absence of alternatives in the unfolding of social and political developments. On the contrary, the idea of a lack of alternatives is an ideological assertion that is itself part of a specific political agenda. Indeed, advanced democracies are faced with a profound choice, to continue their long slide towards post-democratic authoritarianism or reinvent democracy for the digital condition.

Kunstforum International: Kurz Nachgefragt

ROLAND SCHAPPERT: Ihr Buch „Kultur der Digitalität“ von 2016 bietet eine sehr gute Grundlage zum Verständnis der digitalen Transformation in unseren westlichen Gesellschaften und den Auswirkungen auf die künstlerische Produktion und kulturelle Vielfalt. Was hat Sie veranlasst, dieses Buch zu schreiben?

FELIX STALDER: Ich wollte zeigen, dass wir uns in einer umfassenden kulturellen Transformation befinden, also in einer strukturellen Veränderung, wie Menschen sich in der Welt orientieren und dass wir den Kipppunkt schon überschritten haben. Die neuen kulturellen Muster dominieren heute. Dabei war mit wichtig, zu zeigen, dass diese Veränderungen nicht durch die Technologien ausgelöst wurden, sondern dass die Technologien selbst Teil dieses Wandels sind, den sie wiederum vorantreiben. Seit den 1970er Jahren haben wir es mit sich gegenseitig verstärkenden Prozessen zu tun, die diese Veränderungen unumkehrbar machten. Dennoch, das bedeutet nicht, dass es keine politischen, gesellschaftlichen oder kulturellen Alternativen mehr gibt. Die gibt es sehr wohl, nur müssen sie unter den neuen Bedingungen gedacht werden.

We Are All Bruno! From Unease with Technology to Empathy with Nature


Guerilla Girls, 1989

Monkey Selfie, 2011

It’s no good. The horse has bolted. The tipping point has been reached. The digital condition now shapes our lives. In the early 1960s Marshall McLuhan noted the demise of the ‘Gutenberg Galaxy’, which is to say, that epoch of (Western) culture decisively shaped by the printed word; and there is no mistaking, now, what has taken its place: a new condition – i.e. ‘forms of experience, philosophical viewpoint, and expression’– defined by the ubiquitous presence and inherent potential of networked communications and control. It is thereby incidental whether, or how, one uses these technologies oneself, for they have become part and parcel of everyday infrastructure, in similarity to other networks, such as power and water supply, or transport systems. Were any one of these to suddenly break down, our lives would change in a flash – and not for the better.

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