felix's blog

Neues Buch: Kultur der Digitalität

Es ist so weit. Mein neues Buch ist draussen. Fast drei Jahre Arbeit für mich, kaum ein Tag lesen für euch. Hoffentlich ein fairer Deal.

Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität sind die charakteristischen Formen der Kultur der Digitalität, in der sich immer mehr Menschen, auf immer mehr Feldern und mithilfe immer komplexerer Technologien an der Verhandlung von sozialer Bedeutung beteiligen (müssen). Sie reagieren so auf die Herausforderungen einer chaotischen, überbordenden Informationssphäre und tragen zu deren weiterer Ausbreitung bei. Dies bringt alte kulturelle Ordnungen zum Einsturz und Neue sind bereits deutlich auszumachen. Felix Stalder beleuchtet die historischen Wurzeln wie auch die politischen Konsequenzen dieser Entwicklung. Die Zukunft, so sein Fazit, ist offen. Unser Handeln bestimmt, ob wir in einer postdemokratischen Welt der Überwachung und der Wissensmonopole oder in einer Kultur der Commons und der Partizipation leben werden.

Leseprobe, bestellen direkt bei Suhrkamp oder beim online Monopolisten.

Update: Rezensionen

05.07. Painted by Numbers (Muffatwerk, München)

Eine diskursive Installation zu algorithmischen Regimen
Painted by Numbers

Künstlergespräch und Vortrag mit Konrad Becker und Felix Stalder am 05.07.2017 um 20 Uhr

Algorithmen bestimmen nicht nur welche Informationen "Soziale Medien" auf dem Bildschirm anzeigen. Die Zukunft gehorcht den Regeln digitaler Vorhersagen. Painted by Numbers gibt kritische Einblicke in den wachsenden Einfluss digitaler Steuerungssysteme. Experten und Wissenschaftler, Künstlern und Aktivisten bringen unterschiedliche Aspekte algorithmischer Regime auf 6 Bildschirmen:
Rationalität, Vorhersage, Agency, Regulierung, Politik und Kultur. Die Medieninstallation bietet einen offenen Diskursraum durch den sich Besucher individuelle Wege wählen.

6 Kanal Video-Installation- Konzept und Umsetzung:
Konrad Becker / Felix Stalder, World-Information Institute

Mit:
Lorrain Daston (US) Ulrike Felt (AT) Matthew Fuller (UK) Stephen Graham (UK) Seda Gürses (NL) Stefano Harney (SG) Graham Harwood (UK) Mireille Hildebrandt (BE) Reinhard Kreissl (AT) Steven Kurtz (US) Astrid Mager (AT) Katja Mayer (AT) Frank Pasquale (US) Barbara Prainsack (UK/AT) Peter Purgathofer (AT) Bernhard Rieder (AT/NL) Saskia Sassen (US) Trebor Scholtz (US) Bruce Sterling (US) Francisco Webber (AT)

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23.06. TECHNOPOLITICS @ Connecting Space (Hong Kong)

TECHNOPOLITICS sets up a CURATED KNOWLEDGE SPACE that offers a discursive framework for exploring the genesis and current configuration of the information society.

The main visual element of the TECHNOPOLITICS TIMELINE is a large-scale print that traces the evolution of our shared techno-cultural realities. The Timeline’s 500 entries draw attention to different events and genealogies from the fields of art, culture, media, politics, economy, technology, and social life that have been relevant for the shaping of the information society.
The project’s common objective is to investigate from a critical, explorative standpoint the heterogenic historical processes that are structured by techno-economic paradigms. A workshop and discussion program focuses on trans-disciplinary and trans-cultural conversations to connect these processes to the cultural forms of the respective historical moment and place.

Die Algorithmen, die wir brauchen

Der Vortrag an der Republica 17, hat zwar den selben Titel, die dieser hier, nähert sich jedoch der Frage, welche Algorithmen wir brauchen, auf andere Weise an.

Zusammenfassung in zwei Tweets :)

Mireille Hildebrandt: On the Algorithmic Condition

Fantastic, wide-ranging and free flowing lecture on the Algorithmic Condition by Mireille Hildebrandt. She covers issues such as

  • Agency, Game Theory & Nudging
  • Categorization & Golden Cages
  • Outsourcing Cognition & Freedo
  • Uncertainty & the Burden of Proof
  • Cybernetics, Ambiguity & Objectivity
  • Assumptions, Biases & Watchdogs

This lecture / interview was conducted as part of the Painted by Numbers project of the Word-Information Institute. The lecture is 55 minutes long, and worth every minute. It complements nicely Stefano Harney's lecture / interview on Algorithmic Institutions conducted for the same project.

Grundformen der Digitalität

Der Jahrtausendwechsel erschien vielen Zeitgenossen, auch mir, als großes Nicht-Ereignis. Nicht nur das angekündigte Chaos der Computersysteme wegen des berüchtigten Millenium Bugs blieb weitgehend aus. Auch sonst war der 1.1. 2000 kaum vom 31.12. 1999 zu unterscheiden. Rückblickend kann man jedoch feststellen, dass um das Jahr 2000 tatsächlich ein epochaler Wechsel stattgefunden hat. Nicht von einem Tag auf den anderen, aber in relativ kurzer Zeit in einer Serie von Kippmomenten. Bereits lange andauerende Bewegunbgen haben eine kritische Masse überschritten und sind zur einer neuen kulturelle Umgebung verschmolzen. Am deutlichsten lässt sich dieses Kippen an der rasanten Ausbreitung des Internets nachverfolgen. Das Internet wurde in seinen Grundzügen in den 1970er Jahren entwickelt. Jedoch noch drei Jahre vor der Jahrtausendwende war es, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, ein fast marginales Phänomen. Nur etwa sechs Prozent aller Deutschen nutzen das Internet zumindest gelegentlich. Drei Jahre danach waren es bereits mehr als 53 Prozent. Seitdem ist der Anteil weiter gewachsen. Für die unter 40-Jährigen lag er 2014 bei über 97 Prozent. Parallel dazu stiegen die Datenübertragungsraten deutlich, mit Breitbandanschlüssen fiel das Einwählen per Modem weg, das Internet war nun »hier« und nicht mehr »dort«. Mit der Ausbreitung mobiler Endgeräte ab 2007, dem Jahr der Einführung des ersten iPhone, wurde digitale Kommunikation flächendeckend und kontinuierlich verfügbar. Das Internet ist seither überall.

11.05. Design Resarch Colloquium (Berlin)

Design Research Colloquium SoSe 2017

The Design Research Colloquium features presentations by doctoral students of the Design Research Lab as well as by invited personalities from the international design research landscape. In a bi-weekly rhythm, a scientific essay, a book chapter, a concrete project or a concept will be presented in the lecture and subsequently discussed in the group.

The Design Research Lab takes place on thursdays from 9:30 – 11.00 Uhr at Einsteinufer 43-53 (Raum 203). This semester it will start again on Thursday 27.04! These are the dates:

27.04. Florian Sametinger
Introduction to Design Methods

04.05. Anne Wohlauf & Marie Rosa Beuthel
Participatory design challenges in Japan

11.05. Felix Stalder
Kultur der Digitalität

18.05. Valentin Janda
Wort, Bild, Objekt – pragmatische Trennungen und Rekombinationen im Design

01.06. Prof. Dr. Uta Brandes & Prof. Dr. Michael Erlhoff
On the Quality of the Superficies/Supertficiality
– Zur Qualität der Oberfläche in Designtheorie und -praxis

08.06. Prof. Dr. Gesche Joost (t.b.c.)
Designing Politics

15.06. Prof. Dr. Heide Schelhowe (t.b.c)
Zum Schein der Digitalen Medien und zum Geschlecht der Informatik

29.06. Prof. D. Christof Windgätter
Selbstbewirtschaftung. Zur fortgesetzten Anthropometrie des Ich.

13.07. Prof. Boris Müller
Design Research at the Urban Complexity Lab

Das Design Research Kolloquium wird im Wechsel von Doktorandinnen und Doktoranden des Design Research Labs bzw. von eingeladenen Persönlichkeiten der internationalen Designforschungslandschaft gestaltet. Im zweiwöchentlichen Turnus wird je ein wissenschaftlicher Aufsatz, ein Buchkapitel, ein konkretes Projekt oder ein Begriff im Vortrag erörtert und anschließend in der Gruppe diskutier

10.05. Demokratisierung und Pluralisierung von Wissen (Leipzig)

Die AG #digitalegegenwart lädt ein zum zweiten Salon Digital: „Demokratisierung und Pluralisierung von Wissen“
am 10. Mai 2017 ab 15.00 Uhr, in der Schillerstraße 6, Raum S102

mit Felix Stalder, Patrick Franke, Sebastian Herrmann und Henriette Rösch
Moderation: Verena Klemm, Martin Roth

Die zweite Ausgabe des Salon Digital widmet sich in zwei Vorträgen und einem anschließenden Podiumsgespräch dem Thema „Demokratisierung und Pluralisierung von Wissen“. Wissenskulturen sind ständigen Veränderungen unterworfen, die nicht zuletzt abhängen von den zur Verfügung stehenden Technologien. So leitete der Druck mit beweglichen Lettern im 15. Jahrhundert das Zeitalter der Printmedien ein, wohingegen der digitale Wandel heute das gedruckte Wort mehr und mehr zurückdrängt. Dass sich bei solchen Medienrevolutionen immer schon die Befürworter und Gegner der neuen Technologien erbittert bekämpft haben, ist eine Konstante kultureller Entwicklungen. Doch in welchem Verhältnis stehen Strukturen und Formate der Wissensorganisation in Geschichte und Gegenwart, wie beispielsweise Enzyklopädie und Wikipedia, wenn es um die Sammlung, Kategorisierung, Selektion und Sichtbarmachung von Wissen geht? Wem wird Zugang zu diesem Wissen gewährt, wem bleibt er verwehrt? Sind Mechanismen der Macht als Kontrolle über Wissen heute mit denen zu anderen Zeiten und an anderen Orten vergleichbar? Und was ist letzten Endes aus dem Versprechen der Demokratisierung und Pluralisierung von Wissen in der digitalen Gegenwart geworden?

Programmablauf:
15:15-16:15 Uhr Felix Stalder: „Kultur der Digitalität“
16:15-16:30 Uhr Pause
16:30-17:30 Uhr Patrick Franke: „Wissenschaft, eingebettet in die Schwarmintelligenz: das Modell der Bamberger Islam-Enzyklopädie“
17:30-17:45 Uhr Pause

08.05. Algorithmen die wir brauchen. re:publica (Berlin)

Mein Vortrag an der re:publica17

Short thesis:

Intelligente Infrastrukturen und (teil)automatisierte Entscheidungsprozesse sind notwendig, um viele der anstehenden Herausforderungen anzugehen. Sie können aber auch eine große Gefahr für persönliche Autonomie, Chancengleichheit und demokratische Teilhabe darstellen. Darum ist es entscheidend zu unterscheiden, zwischen jenen Algorithmen, die wir wollen und jenen, die wir verhindern müssen.

Description:

Der Vortrag macht einen Vorschlag, wie wir diese Unterscheidung treffen können. So viel schon vorne weg: einen "Algorithmen-TÜV" brauchen wir nicht.

Stage 5
Monday, May 8, 2017
16:30 to 17:00

03.05. Kultur der Digitalität, IPMZ (Zürich)

Vorlesung FS 2017

Facetten des Medienwandels
Ort: BIN-1-B.01, Binzmühlestrasse 14, 8050 Zürich
Zeit: Mi 14:00 bis 15:45 Uhr
Abteilung Medienwandel & Innovation
www.mediachange.ch

03.05.2017

Kultur der Digitalität
Gastreferent: Felix Stalder (ZHdK)
Literatur:
− Stalder, F. (2006). Kultur der Digitalität. Berlin: Suhrkamp Verlag, S. 95-202.

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