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Neues Buch: Kultur der Digitalität

Es ist so weit. Mein neues Buch ist draussen. Fast drei Jahre Arbeit für mich, kaum ein Tag lesen für euch. Hoffentlich ein fairer Deal.

Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität sind die charakteristischen Formen der Kultur der Digitalität, in der sich immer mehr Menschen, auf immer mehr Feldern und mithilfe immer komplexerer Technologien an der Verhandlung von sozialer Bedeutung beteiligen (müssen). Sie reagieren so auf die Herausforderungen einer chaotischen, überbordenden Informationssphäre und tragen zu deren weiterer Ausbreitung bei. Dies bringt alte kulturelle Ordnungen zum Einsturz und Neue sind bereits deutlich auszumachen. Felix Stalder beleuchtet die historischen Wurzeln wie auch die politischen Konsequenzen dieser Entwicklung. Die Zukunft, so sein Fazit, ist offen. Unser Handeln bestimmt, ob wir in einer postdemokratischen Welt der Überwachung und der Wissensmonopole oder in einer Kultur der Commons und der Partizipation leben werden.

Leseprobe, bestellen direkt bei Suhrkamp oder beim online Monopolisten.

Update: Rezensionen

03.-04.03. Elevate Festival (Graz)


I will be at the elevate festival in Graz. On Friday I'll be participating in two panels. First "Autonome Maschinen - Kontrollierte Menschen?" and in the panel Painted by Numbers" which is connected to the installation by the same name, developed my Konrad Becker and myself, which will also be shown (04-10-03). There will be a proper opening on Saturday, March 4, 17:00 -18:00.

21.02. Kultur der Digitalität (Zürich)

Im Mittelpunkt des Vortrags wird sein aktuelles Buch „Digitalität der Kulturen“ stehen, in dem er die Herausforderungen einer chaotischen und überbordenden Informationssphäre beschreibt sowie deren Auswirkungen auf alte kulturelle Ordnungen. Etablierte Ordnungsmechanismen wie Zeitungen, Archive und Museen stecken in einer tiefen Krise., Neue Ansätze entstehen, die gemäss Stalder auf drei Formen aufbauen: auf Referentialität (dem Auswählen, Sortieren und Verändern bestehender Informationen), Gemeinschaftlichkeit (der Herausbildung horizontaler Gruppen als eigentliche Subjekte) und Algorithmizität (der Vorsortierung der (informationellen) Welt durch automatisierte Prozesse). Welche Welt wir damit schaffen, ist offen, denn sowohl autoritäre Strukturen wie auch Erweiterung demokratischer Mitbestimmung lassen sich so verwirklichen.

Datum: Dienstag, 21. Februar 2017, 18:30 bis 20:00 Uhr
mit anschliessendem Apéro

Ort: Amt für Jugend und Berufsberatung
Fachstelle Bibliotheken
Schulungsraum "Hof 1+2" (vis-à-vis Haupteingang)
Dörflistrasse 120
8050 Zürich-Oerlikon

Veranstalter: Fachstelle Bibliotheken

Technopolitics: New Paradigms. Transmediale Panel (3.02.2017)

With its Timeline project, premiered in Berlin as part of transmediale festival, the Vienna based Technopolitics Working Group set forth the task of analyzing and visualizing the current paradigm and emergence of Information Society. The panel New Paradigms discusses the changing role and place of humanity in a world shaped by rapid progress in areas such as AI, machine learning, robotics, algorithmic trading, and Biocomputing. By examining the past, the group looks for ways to overcome the structural crisis of Information Society today, questioning: Which historical tendencies might gain added significance in the immediate future? How can we avoid conceiving of paradigm change as just another economic expansion? In which ways can artistic practice meaningfully intervene and point towards a new political ecology?

Listen to the Audio of the panel discussion.. Speakers: Gabriele Gramelsberger, Gerald Nestler, Felix Stalder, Jutta Weber

26.01. - 03.02 Tracing Information Society – a Timeline: Technopolitics @ TM (Berlin)

Die transmediale präsentiert in Kooperation mit Technopolitics die Ausstellung Tracing Information Society – A Timeline, die vom 27. Januar bis zum 5. Februar 2017 in der nGbK gezeigt wird.

Für Tracing Information Society—a Timeline verwandelt die Wiener Forschungsplattform Technopolitics den Ausstellungsraum in einen kuratierten Wissensraum: Eine 12 m lange Timeline zeigt die Entstehung der Informationsgesellschaft von 1900 bis heute. Die Besucher_innen erleben Herausbildung, Transformation und Wirkungsmacht der Informationsgesellschaft in ihren vielfältigen Bezügen zu kulturellen, wissenschaftlichen oder politischen Ereignissen, während sie sich an der Zeitleiste entlang bewegen. Ziel des Projektes ist es, zur Kritik und Überwindung der neoliberalen Informations(un)ordnung beizutragen.

In Form eines "Time-Tables" stellt Technopolitics eine umfangreiche, mit einzelnen Einträgen auf der Timeline korrespondierende Sammlung an weiterführenden Informationsmaterialien zur Verfügung, um eine tiefergehende Auseinandersetzung mit der Thematik zu ermöglichen.

Begleitend zu der Ausstellung findet ein Rahmenprogramm bestehend aus Workshops, Vorträgen und Salons statt. Unter den Teilnehmer_innen sind Wolfgang Ernst, Anselm Franke, Margarete Jahrmann, Cornelia Sollfrank, Geoff Cox, Jacob Lund, Verina Gfader, Anne Kølbæk Iverson, Winnie Soon, Anke Hennig, Clemens Apprich.

Eröffnung: 26. Januar 2017, 19:00 Uhr
Laufzeit: 27. Januar – 5. Februar 2017 (täglich 12–19 Uhr, Mi–Fr bis 20 Uhr)

Die Algorithmen, die wir brauchen

Foto: jurvetson unter CC-BY 2.0.

Netzpolitik.org und die Rosa Luxemburg Stiftung (auch als PDF) haben einen erweiterte, redigierte, deutsch-sprachige Fassung meines Vortrags vom 3.12. publiziert. Danke an beide für die Redaktion und Koordination.

Ein kurzes Radiogespräch zur Thematik (17.01), Radio Corax.

Blick in die Feuilletons mit Felix Stalder (Radio DRS2)

Ich war als Gast bei Kultur-Kompakt, Schweizer Radio DRS. Nur am Radio gelten 16 Minuten als "kompakt", wunderbar!

Felix Stalder ist Professor für digitale Kultur an der Zürcher Hochschule der Künste. Er beschäftigt sich mit dem Wechselverhältnis von Gesellschaft, Kultur und Technologien. Als Gast im Studio redet er über Gefahren und Chancen der sozialen Medien - und warum er lieber Twitter als Facebook nutzt.

Sendetermin: Dienstag, 10. Januar 2017, 12:10 Uhr, 16 Min.

25.01. Veränderung durch Digitalisierung –Lernen von anderen Branchen. Keynote, (Berlin)

Update: Dokumentation der Veranstaltung, mein Vortrag.

Veranstaltung aus der Reihe „Hochschulperspektiven“, Fernuniversität Hagen.

https://www.fernuni-hagen.de/themen/hochschulperspektiven.shtml

Thema der Veranstaltung:

Die Digitalisierung hat in einigen Branchen der Wirtschaft bereits zu eklatanten Veränderungen geführt und den Kern von Herstellungs-, Vertriebs- und Arbeitsprozessen in Frage gestellt. In den „Pionierbranchen“ Medien und Musik sind Anpassungen über völlig neue Geschäftsmodelle erfolgt.

Auch Hochschulen müssen sich auf derartige Einschnitte vorbereiten. Hier gilt es von anderen Bereichen zu lernen und die Dynamik der Veränderungsprozesse, die auch das Lernen und Lehren beeinflussen, rechtzeitig mitzugestalten.

Wann:
25. Januar 2017, 11 – 17.15 Uhr

Wo:
Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund
Hiroshimastraße 12 – 16
10785 Berlin-Tiergarten

Flyer mit Programm

24.01. Sozial im Netz (Keynote via Skype)

Keynote zu „Kultur der Digitalität“ (via Skype)

Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität wurden zu den charakteristischen Formen der Kultur der Digitalität, weil sich immer mehr Menschen auf immer mehr Feldern und mithilfe immer komplexerer Technologien aktiv in die Verhandlung von sozialer Bedeutung einschreiben (müssen). Sie reagieren so auf die Herausforderungen einer chaotischen, überbordenden Informationssphäre und tragen zu deren weiteren Ausbreitung bei. Die Allgegenwart dieser Formen macht es sinnvoll, überhaupt von der Kultur der Digitalität im Singular zu sprechen.

http://caritas-fachtag.de/ueber-den-fachtag/

Über den Fachtag

*Das Digitale gewinnt in der Sozialen Arbeit kontinuierlich an Bedeutung. Aber immer noch gibt es viele Vorbehalte. Zahlreiche Mitarbeitende in der Sozialen Arbeit und der Pflege wissen (noch) nicht, welche Chancen und Potenziale, aber auch Risiken in Sozialen Medien für ihre Arbeit und die Kommunikation mit Klienten und Bewohnern liegen.

Kreativität, Schnelligkeit und große Reichweite

Ob als Sprachrohr für sozialpolitische Botschaften, als niederschwelliger Zugang zum Hilfesystem oder als Kommunikationsplattform, als gezielte Ansprache von Unterstützern oder schnelle Übermittlung von Botschaften und Informationen: Facebook, Blog, Snapchat und Co. setzen Energie und Kreativität frei und übertreffen herkömmliche Kommunikationswege mit Zielgruppen in der Sozialen Arbeit und Pflege in Flexibilität, Schnelligkeit, Reichweite und Dialogmöglichkeiten.

Die Digitalisierung wird von vielen Fragen begleitet

Wissensgesellschaft, in: Smarte Worte. Das kritische Lexikon der Digitalisierung

Ich habe den Eintrag zur "Wissensgesellschaft" für Smarte Worte. Das kritische Lexikon der Digitalisierung verfasst. [ PDF]

Aus dem Vorwort der HerausgeberInnen:

Immer weitere Bereiche unseres Alltags und unseres öffentlichen Lebens werden von intransparenten und nicht mehr nachvollziehbaren technischen Systemen beeinflusst oder gar gesteuert. Der US-amerikanische Juraprofessor Frank Pasquale spricht in diesem Zusammenhang von einer Black-Box-Gesellschaft. Angesichts der zu befürchtenden und schon jetzt zu beobachtenden Entdemokratisierungstendenzen ist es unserer Ansicht nach dringend an der Zeit für ein kritisches Auspacken dieser algorithmischen Systeme und der dahinterstehenden Geschäftsmodelle des Überwachungskapitalismus.

Wissensgessellschaft

Wissensgesellschaft ist ein ambitionierter, aber höchst unscharfer Großbegriff, der besonders im deutschen Sprachraum oft anstelle des etwas zurückhaltenderen Begriffs Informationsgesellschaft verwendet wird. Der Begriff stammt aus den US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaften, die damit die Auswirkungen der wachsenden Komplexität von Verwaltung und Wirtschaft der Nachkriegsjahre zu fassen versuchten. 1957 sprach der Managementtheoretiker Peter Drucker erstmals vom Wissensarbeiter (»knowledge worker«), um damit eine wachsende Klasse von Angestellten in privaten wie öffentlichen Verwaltungs-, Entwicklungs- und Forschungsabteilungen zu bezeichnen, deren Aufgabe es war, komplexe, wissenschaftlich gestützte Tätigkeiten auszuüben. 1962 veröffentlichte der Makroökonom Fritz Machlup die empirische Studie »The Production and Distribution of Knowledge in the United States« in der er resümierte, dass bereits mehr als 40 Prozent aller Beschäftigten in der »Wissensökonomie« (»knowledge economy«) tätig seien. Die empirische Orientierung auf die US-Wirtschaft hatte zur Folge, dass stillschweigend vorausgesetzt wurde, dass die Wissensgesellschaft eine kapitalistische sei und Wissen als Eigentum zu behandeln sei. Daran hat sich bis heute wenig geändert.

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