Blogs

Neues Buch: Kultur der Digitalität

Es ist so weit. Mein neues Buch ist draussen. Fast drei Jahre Arbeit für mich, kaum ein Tag lesen für euch. Hoffentlich ein fairer Deal.

Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität sind die charakteristischen Formen der Kultur der Digitalität, in der sich immer mehr Menschen, auf immer mehr Feldern und mithilfe immer komplexerer Technologien an der Verhandlung von sozialer Bedeutung beteiligen (müssen). Sie reagieren so auf die Herausforderungen einer chaotischen, überbordenden Informationssphäre und tragen zu deren weiterer Ausbreitung bei. Dies bringt alte kulturelle Ordnungen zum Einsturz und Neue sind bereits deutlich auszumachen. Felix Stalder beleuchtet die historischen Wurzeln wie auch die politischen Konsequenzen dieser Entwicklung. Die Zukunft, so sein Fazit, ist offen. Unser Handeln bestimmt, ob wir in einer postdemokratischen Welt der Überwachung und der Wissensmonopole oder in einer Kultur der Commons und der Partizipation leben werden.

Leseprobe, bestellen direkt bei Suhrkamp oder beim online Monopolisten.

Update: Rezensionen

Die Algorithmen, die wir brauchen

Foto: jurvetson unter CC-BY 2.0.

Netzpolitik.org und die Rosa Luxemburg Stiftung (auch als PDF) haben einen erweiterte, redigierte, deutsch-sprachige Fassung meines Vortrags vom 3.12. publiziert. Danke an beide für die Redaktion und Koordination.

Blick in die Feuilletons mit Felix Stalder (Radio DRS2)

Ich war als Gast bei Kultur-Kompakt, Schweizer Radio DRS. Nur am Radio gelten 16 Minuten als "kompakt", wunderbar!

Felix Stalder ist Professor für digitale Kultur an der Zürcher Hochschule der Künste. Er beschäftigt sich mit dem Wechselverhältnis von Gesellschaft, Kultur und Technologien. Als Gast im Studio redet er über Gefahren und Chancen der sozialen Medien - und warum er lieber Twitter als Facebook nutzt.

Sendetermin: Dienstag, 10. Januar 2017, 12:10 Uhr, 16 Min.

25.01. Veränderung durch Digitalisierung –Lernen von anderen Branchen. Keynote, (Berlin)

Veranstaltung aus der Reihe „Hochschulperspektiven“, Fernuniversität Hagen.

https://www.fernuni-hagen.de/themen/hochschulperspektiven.shtml

Thema der Veranstaltung:

Die Digitalisierung hat in einigen Branchen der Wirtschaft bereits zu eklatanten Veränderungen geführt und den Kern von Herstellungs-, Vertriebs- und Arbeitsprozessen in Frage gestellt. In den „Pionierbranchen“ Medien und Musik sind Anpassungen über völlig neue Geschäftsmodelle erfolgt.

Auch Hochschulen müssen sich auf derartige Einschnitte vorbereiten. Hier gilt es von anderen Bereichen zu lernen und die Dynamik der Veränderungsprozesse, die auch das Lernen und Lehren beeinflussen, rechtzeitig mitzugestalten.

Wann:
25. Januar 2017, 11 – 17.15 Uhr

Wo:
Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund
Hiroshimastraße 12 – 16
10785 Berlin-Tiergarten

Flyer mit Programm

24.01. Sozial im Netz (Keynote via Skype)

Keynote zu „Kultur der Digitalität“ (via Skype)

Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität wurden zu den charakteristischen Formen der Kultur der Digitalität, weil sich immer mehr Menschen auf immer mehr Feldern und mithilfe immer komplexerer Technologien aktiv in die Verhandlung von sozialer Bedeutung einschreiben (müssen). Sie reagieren so auf die Herausforderungen einer chaotischen, überbordenden Informationssphäre und tragen zu deren weiteren Ausbreitung bei. Die Allgegenwart dieser Formen macht es sinnvoll, überhaupt von der Kultur der Digitalität im Singular zu sprechen.

http://caritas-fachtag.de/ueber-den-fachtag/

Über den Fachtag

*Das Digitale gewinnt in der Sozialen Arbeit kontinuierlich an Bedeutung. Aber immer noch gibt es viele Vorbehalte. Zahlreiche Mitarbeitende in der Sozialen Arbeit und der Pflege wissen (noch) nicht, welche Chancen und Potenziale, aber auch Risiken in Sozialen Medien für ihre Arbeit und die Kommunikation mit Klienten und Bewohnern liegen.

Kreativität, Schnelligkeit und große Reichweite

Ob als Sprachrohr für sozialpolitische Botschaften, als niederschwelliger Zugang zum Hilfesystem oder als Kommunikationsplattform, als gezielte Ansprache von Unterstützern oder schnelle Übermittlung von Botschaften und Informationen: Facebook, Blog, Snapchat und Co. setzen Energie und Kreativität frei und übertreffen herkömmliche Kommunikationswege mit Zielgruppen in der Sozialen Arbeit und Pflege in Flexibilität, Schnelligkeit, Reichweite und Dialogmöglichkeiten.

Die Digitalisierung wird von vielen Fragen begleitet

Wissensgesellschaft, in: Smarte Worte. Das kritische Lexikon der Digitalisierung

Ich habe den Eintrag zur "Wissensgesellschaft" für Smarte Worte. Das kritische Lexikon der Digitalisierung verfasst. [ PDF]

Aus dem Vorwort der HerausgeberInnen:

Immer weitere Bereiche unseres Alltags und unseres öffentlichen Lebens werden von intransparenten und nicht mehr nachvollziehbaren technischen Systemen beeinflusst oder gar gesteuert. Der US-amerikanische Juraprofessor Frank Pasquale spricht in diesem Zusammenhang von einer Black-Box-Gesellschaft. Angesichts der zu befürchtenden und schon jetzt zu beobachtenden Entdemokratisierungstendenzen ist es unserer Ansicht nach dringend an der Zeit für ein kritisches Auspacken dieser algorithmischen Systeme und der dahinterstehenden Geschäftsmodelle des Überwachungskapitalismus.

Wissensgessellschaft

Wissensgesellschaft ist ein ambitionierter, aber höchst unscharfer Großbegriff, der besonders im deutschen Sprachraum oft anstelle des etwas zurückhaltenderen Begriffs Informationsgesellschaft verwendet wird. Der Begriff stammt aus den US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaften, die damit die Auswirkungen der wachsenden Komplexität von Verwaltung und Wirtschaft der Nachkriegsjahre zu fassen versuchten. 1957 sprach der Managementtheoretiker Peter Drucker erstmals vom Wissensarbeiter (»knowledge worker«), um damit eine wachsende Klasse von Angestellten in privaten wie öffentlichen Verwaltungs-, Entwicklungs- und Forschungsabteilungen zu bezeichnen, deren Aufgabe es war, komplexe, wissenschaftlich gestützte Tätigkeiten auszuüben. 1962 veröffentlichte der Makroökonom Fritz Machlup die empirische Studie »The Production and Distribution of Knowledge in the United States« in der er resümierte, dass bereits mehr als 40 Prozent aller Beschäftigten in der »Wissensökonomie« (»knowledge economy«) tätig seien. Die empirische Orientierung auf die US-Wirtschaft hatte zur Folge, dass stillschweigend vorausgesetzt wurde, dass die Wissensgesellschaft eine kapitalistische sei und Wissen als Eigentum zu behandeln sei. Daran hat sich bis heute wenig geändert.

Theo Röhle: Rezension von ”Kultur der Digitalität” (M&K, 64/4)

Rezension von Felix Stalder (2016) ”Kultur der Digitalität”, Frankfurt/Main: Suhrkamp

von Theo Röhle in Zeitschrift für Medien & Kommunikationswissenschaft Jahrgang 64 (2016) Heft 4, S. 573. (veröffentlicht hier mit freundlicher Genehmigung von M&K)

Angesichts der Komplexität gegenwärtiger medialer Konstellationen bedarf es schon etwas Mut, den großen Wurf zu wagen und die ”Kultur der Digitalität" auf einen Nenner bringen zu wollen. Das Risiko, die Dinge verkürzt und verengt darzustellen, liegt auf der Hand. Und die meisten vermeiden es, indem sie ausschließlich auf bestimmte Aspekte, Entwicklungen oder Gegenstände fokussieren. Allerdings muss man sagen: Der Mut hat sich gelohnt. Der Band von Felix Stalder durchquert sehr unterschiedliche Felder, setzt sie auf teilweise unerwartete Weise zueinander in Beziehung und eröffnet gerade dadurch neue Perspektiven.

06.12. Kultur der Digitalität (Klagenfurt)

Institutskolloquium "Felder der angewandten Kulturwissenschaft" WS 2016/17

Dienstag, 06.12.2016, 18.00 Uhr, Z.1.09

Felix Stalder (Zürich): Die Kultur der Digitalität
Kooperation mit dem AAU MK – Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft

Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität wurden zu den charakteristischen Formen der Kultur der Digitalität, weil sich immer mehr Menschen auf immer mehr Feldern und mithilfe immer komplexerer Technologien aktiv in die Verhandlung von sozialer Bedeutung einschreiben (müssen). Sie reagieren so auf die Herausforderungen einer chaotischen, überbordenden Informationssphäre und tragen zu deren weiteren Ausbreitung bei. Die Allgegenwart dieser Formen macht es sinnvoll, überhaupt von der Kultur der Digitalität im Singular zu sprechen. Die Ziele, die in diesen kulturellen Formen verfolgt werden, sind jedoch so vielfältig, widersprüchlich und konfliktreich wie die Gesellschaften als Ganzes. Deshalb wäre es falsch zu vermuten, dass die gesellschaftlich-politische Entwicklung ebenfalls in einem alternativlosen Singular verlaufe. Im Gegenteil, Alternativlosigkeit ist eine ideologische Behauptung, die selbst Teil eines partikularen politischen Programms ist.

Algorithms we want

This is my talk at the Unboxing: Algorithms, Data and Democracy. It starts in German but the talk itself is in Englisch.

If you prefer to read, here is the manuscript of the talk.

Algorithms we need

Initially, I wrote this talk in German, but decided in the last minute to give it in English. However, I hate to translate my own texts. So the English you hear now is 85% machine translation and 15% corrections by me. Perhaps you can tell which is which. The accent is 100% me. Or should I say, Canadian English filtered through Swiss German? It's hard to draw boundaries, these days.

Anyway, let me start with three assumptions. First, we need algorithms as part of an infrastructure that allows social complexity and dynamics to meet our real challenges. Second, many of the algorithms are made poorly. I think, in particular, of those that shape day-to-day social practices, algorithms that do what sociologists call "social sorting" (David Lyon) or "automatic discrimination" (Oscar H. Gandy). However, this will be the third point, these issues of poor design are only part of the problem because there is no autonomous technology, even if it is called "intelligent" or "self-learning".

We need algorithms
When I talk about algorithms, I do not mean isolated computer code, but socio-technical systems and institutional processes that automate parts of decision-making.

Information Ecology (1997)

This is a very old text. In fact, one of the first I've ever written, from 1997. I re-post it here because it has now been included in the new MIT Publication "Information" (edited by Sarah Cook), which is "one of a series documenting major themes and ideas in contemporary art." Unfortunately, there was a mistake in editing and now it appears erroneously as "information economy". Similar, but not quite the same :)

It's still a good text, even if the McLuhanite language feels a heavy. But as a historic document I'm happy to see it re-published, particularly now that "ecological approaches" to media are once again becoming popular.

Information Ecology

A position paper (version 1.0) McLuhan Program in Culture and Technology, FIS, UofT, 1997

"New media are not bridges between man and nature: they are nature." Marshall McLuhan, 1969

Media build an integrated environment based on flows of information. Increasingly, this environment provides the primary setting for human agency. Information ecology aims at understanding the properties of this environment in order to use its potential, avoid its dangers and influence its development positively.

Syndicate content