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Neues Buch: Kultur der Digitalität

Es ist so weit. Mein neues Buch ist draussen. Fast drei Jahre Arbeit für mich, kaum ein Tag lesen für euch. Hoffentlich ein fairer Deal.

Referentialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität sind die charakteristischen Formen der Kultur der Digitalität, in der sich immer mehr Menschen, auf immer mehr Feldern und mithilfe immer komplexerer Technologien an der Verhandlung von sozialer Bedeutung beteiligen (müssen). Sie reagieren so auf die Herausforderungen einer chaotischen, überbordenden Informationssphäre und tragen zu deren weiterer Ausbreitung bei. Dies bringt alte kulturelle Ordnungen zum Einsturz und Neue sind bereits deutlich auszumachen. Felix Stalder beleuchtet die historischen Wurzeln wie auch die politischen Konsequenzen dieser Entwicklung. Die Zukunft, so sein Fazit, ist offen. Unser Handeln bestimmt, ob wir in einer postdemokratischen Welt der Überwachung und der Wissensmonopole oder in einer Kultur der Commons und der Partizipation leben werden.

Leseprobe, bestellen direkt bei Suhrkamp oder beim online Monopolisten.

Update: Rezensionen

So, die ersten Rezensionen werden eröffentlicht, hier eine Sammlung, die laufend aktualisiert wird.

Monkeys, Profiles and Collectivities of Difference

This is a bit of an experimental format. The audio of the talk delivered last October is set to the slides. Since the slides are quite visual and should produce another layer of meaning, I hope this is more interesting than simply the audio. Let me know, what you think. More information on the conference (re)constructing authorship" at Akademie Schloss Solitude.

26.05. Beyond Opennes: from open data to commons. AMRO Linz

Date :26.05.
Time: 19:00 - 20:00
Location: afo - 1st floor | conference hall

Openness -- the ability to use, share and transform information -- is a key aspect for social innovation and for finding ways out of the current crises. Frist, we need new ways of collaborating and integrating the intellectual capacities of a wider range of people. Second, we need to transform the way the state works and, third, we need a new relationship to nature. All three are technology and data-intensive processes, and we need to fight against restrictions through copyright, the closure of proprietary data and outmoded separation of nature from culture.

But this is not enough. Technology alone will not save us, We can easily imagine all of this realized through newly authoritarian regimes based on surveillance, manipulation and new ecological racism. Thus, we need to think about the social institutions through which we want to realize these technological potentials.

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Openness – Offenheit, die Fähigkeit, Information zu nutzen, zu teilen und zu bearbeiten – ist ein Schlüsselkonzept für soziale Innovation und bietet den Ausweg aus den gegenwärtigen Krisen. Wir brauchen erstens neue Arten und Weisen der Zusammenarbeit und der Integration der intellektuellen Fähigkeiten einer breiteren Auswahl von Menschen. Zweitens müssen wir staatliches Handeln grundlegend transformieren und drittens brauchen wir ein neues Verhältnis zur Natur. Alle drei Veränderungsprozesse sind technologisch anspruchsvoll und datenintensiv. Deshalb müssen wir gegen urheberrechtliche Einschränkungen, die Kontrolle und Einschließung proprietärer Daten und die überholte Trennung von Natur und Kultur kämpfen.

Interview: Kann Facebook die Wahlen beeinflussen? Kurzantwort: JA!

Einige Mitarbeiter des Konzern haben sich jetzt gefragt, ob sich Facebook nicht gegen den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump engagieren sollte. Das würde eigentlich passen, Mark Zuckerberg ist kein großer Freund von Trump. Trotzdem sagt Facebook klar: Nein!

Aber juristisch gesehen dürfte Facebook das, erklärt Vera Linß in ihrem Beitrag. Und: Falls Facebook Meinungen manipuliert, würden wir es wohl kaum mitbekommen, erklärt der Netzwerktheoretiker Felix Stalder.

Das Problem: Facebook sei nicht nur eine Plattform, sondern mittlerweile zentrale Infrastruktur unserer Gesellschaft. Und deswegen brauchen wir einen saktionsfähigen Vertrag zwischen Gesellschaft und Facebook-Betreibern, fordert Stalder im Breitband-Interview.

Quelle: Deutschland Radio Kultur, Breitband Sendung vom 23.04.2016

Gespräch über Apple, FBI und ein Leben jenseits des 24-Std. Überwachungskapitalismus

Interview vom 30.3.2016 im SWR2 Kulturgespräch. Die schriftliche Fassung ist gekürzt. Das vollständige Interview ist im Audiobeitrag zu hören.

Sind Digitale Kultur und Privatsphäre unvereinbar?

Ich würde sagen, das ist eine Behauptung, die vor allem von denen artikuliert wird, die Interesse daran haben, mit unseren privaten Daten Geschäfte zu machen. Wir leben leider in einer Welt, in der sehr viele dieses Interesse haben. Aber wir sehen ja jetzt, gerade in dieser Auseinandersetzung zwischen Apple und dem FBI, dass es hier tatsächlich um sehr vieles geht – es ist auch politisch wichtig, dass es in Zukunft nicht so bleibt, wie es jetzt ist.

Nutzt Apple dem User oder nutzt Apple den User aus?

Wir tauschen uns mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen in einem "horizontalen Verhältnis" aus: Ich rede mit Ihnen, Sie reden mit mir. Gleichzeitig machen wir das in einer Infrastruktur, die daraus Daten generiert, die dann Dritte benutzen können, zum Beispiel der Provider der Infrastruktur oder Gewerbetreibende oder die Strafverfolgungsbehörde.

Und Apple ist da, ähnlich wie Facebook, ein gutes Beispiel. Apple gibt uns die Möglichkeit, zu kommunizieren, Fotos zu teilen, digitale Produkte herzustellen. Aber Apple zwingt uns auch in eine Infrastruktur, in der der Konzern immer alles sieht. Apple ist also ein gutes Beispiel dafür, dass wir einerseits in einer sozialen Gemeinschaft agieren, aber gleichzeitig – und vielleicht auch vor allem! – in sozialen Fabriken für andere arbeiten.
Was bedeutet es, dass Apple Hardware und Software aus einer Hand anbietet?

Echtzeit: Die Temporalität der Post- Demokratie

«Echtzeit». So bezeichnet man die verzögerungsfreie Übertragung von Informationen über grössere Distanzen und die damit einhergehende Möglichkeit, entfernte Akteure miteinander in Verbindung zu bringen, als wären sie am selben physischen Ort. Streng genommen ist das eine unerreichbare Utopie. Sowohl die Codierung auf der einen als auch die Dekodierung auf der anderen Seite – die Übertragung dazwischen sowieso – führen immer zu Verzögerungen. Schneller als Lichtgeschwindigkeit kann es nicht gehen. Für einige Akteure, etwa im Hochgeschwindigkeitshandel an den Börsen, ist diese technische Einschränkung äusserst relevant. Grosse Summen werden investiert, um Verzögerungen weiter zu senken. So wurde im Herbst 2015 ein neues 4600 Kilometer langes, 300 Millionen Dollar teures Unterseekabel zwischen London und New York (Hibernia Express) angeschlossen, dessen einziger Zweck es ist, dank einer etwas direkteren Route den Datenverkehr zwischen London und New York um knapp fünf Millisekunden zu beschleunigen.

01.03. Bits and Bites - Was macht ein Remix in der Kunst? HEK Basel

18:30 01.03.2016, Haus der Elektronischen Künste, Basel

Ausstellungsrundgang im Gespräch mit Felix Stalder, Dozent und Forscher zu Medienkulturen an der Zürcher Hochschule der Künste, anschliessend gemeinsamer Imbiss.

In dem Ausstellungsgespräch wird die Vielfalt des "Remix" als Methode im Zentrum stehen und dem darin zum Ausdruck kommenden Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen dem Übernommenen und dem Neuen. Wir werden uns mit den unterschiedlichen Strategien beschäftigen, die in den Arbeiten angewandt wurden, und aber auch diskutieren, warum diese längst nicht mehr nur für die Netzkunst relevant sind.

19-21.02. Custodians.online – The Struggle over the Future of »Pirate« Libraries (Stuttgart)

19. February 2016 19:00

In the framework of the Authorship project, Akademie Schloss Solitude together with former and current fellows initiates a debate on the status of the author in the 21st century as well as closely related questions on the copyright system. The event »Custodians.online – The Struggle over the Future of ›Pirate‹ Libraries and Universal Access to Knowledge« is part of the debate by which the Akademie offers its fellows to articulate diverse and already long existing positions regarding this topic.

The potential to achieve universal access to knowledge and culture has expanded immensely through digital networks, making it possible for much of the world’s population to retrieve the most recent scientific output. However, the copyright regulation has largely continued to operate on the grounds of exclusion, thus allowing industries to harness digital technologies to bar access and to extract vast profits. Nowhere is that more evident than in academic publishing, a 10 billion dollar global industry, with the result that whoever has no access to wealthy academic institutional libraries has no other option but to seek access in disregard of the law.

22.01. Screening the Algorithmic Imagination (Wien)

Algo_Konf_logo_smallMit Jana Herwig (AT) und Katja Mayer (AT)

Ein audiovisueller Abend über die Macht von Algorithmen, ein Remix von Ausschnitten aus Filmen und Dokumentationen, die sich auf automatisierte Regelsysteme beziehen. Kurze Videoclips zeigen Formeln des kybernetischen Selbst von naturwissenschaftlicher Ingenieurskunst bis zu irrlichternden Gespinsten der Vorstellungskraft. Ein Media-mesh-up von der Geschichte des Kalten Kriegs, wo sich das Rationale und Irrationale zur Mutually Assured Destruction treffen, bis zur Kolonisierung der Zukunft durch algorithmische Vorhersagen heute.

Konrad Becker, Felix Stalder, World-Information Institute in Zusammenarbeit mit Top Kino.

Freitag, 22. Jänner, 2016
19.00 Uhr
Top Kino, Rahlgasse 1, A-1060 Wien

Nachtrag: 26.1.2016 Die Playlist ist nun verfügbar.

Gespräch: "Gibt es ein 'Digitales Wir' und wenn ja wie viele?" Deutschlandradio.de

Sendezeit: 08.01.2016, 14:20 Uhr
Länge: 07:35 Minuten

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